Parents for Future sind wegen der Baumfällung in Niederbachem entsetzt
Die Enttäuschung über die Fällung der Vogelkirsche ist groß
Niederbachem. Mit Entsetzen haben viele Wachtberger in den sozialen Netzwerken festgestellt, dass die vitale Vogelkirsche an der Ecke Mehlemer Straße/Langenbergsweg in Ausführung des Integrierten Handlungskonzepts für Niederbachem abgesägt worden war. Dieser Solitärbaum - immerhin mit einem Stammumfang von ca. 70 cm - war ein von einer Firma vor vielen Jahren gestifteter „Baum des Jahres 2010“. Der Heimat- und Verschönerungsverein hatte nicht nur eine Stele mit den Daten des Baumes, sondern auch ein ehrendes Messingschild deutlich sichtbar um den Baum anbringen lassen. Alles umsonst. Auch das schreckte offensichtlich niemanden zurück, den Baum zu fällen. Der Grund liegt nach Auffassung der Parents for Future aus Wachtberg im offensichtlich falschen Vollzug einer mittlerweile acht Jahre alten Straßenplanung, die seinerzeit als „integriertes Handlungskonzept“ im Jahr 2013 diskutiert wurde. Diese „unverständliche Fällung“ so in einer Mitteilung, hat die Parents in Wachtberg sofort auf den Plan gerufen, haben sie doch wenige Tage vor der Kappung des Baums an alle Ratsfraktionen und vor allem auch die Gemeindeverwaltung dringend appelliert, auf den Erhalt des Baumes zu achten. Eine Reaktion der so Angesprochenen erfolgte nicht, stattdessen überließ man die Umsetzung der Planung und damit die Vogelkirsche wortlos sich selbst. Zwischenzeitlich haben Mitglieder der Parents den Ausführungsplan der Maßnahme „Mehlemer Strasse“ analysiert und festgestellt, dass der betroffene Baum hätte um nur 1,5 Meter versetzt werden sollen. „Wie anstelle dessen der Baum abgesägt werden konnte, ist uns unverständlich“, bedauern die Parents diesen „fundamentalen Irrtum“. Normalerweise müsste die Gemeinde als Bauherr und das Ingenieurbüro mit der ausführenden Firma vor Beginn der Baumaßnahmen die einzelnen Punkte noch einmal final durchsprechen, was nach Ansicht der Parents wohl „schiefgelaufen“ sein könnte.
Auch wenn im Zuge der gesamten Baumaßnahme, die auch einen neuen Platz am Mehlemer Bach einschließt, einige neue Bäume gepflanzt werden, würde es die Fällung nicht rechtfertigen. Die Parents baten in einem Schreiben die Verwaltung, den Sachverhalt aufzuklären und dabei auch weitere Dissonanzen der Ausführungsplanung zu überdenken. Ein weiterer Kritikpunkt der Parents for Future liegt in der erneuten „1:1 – Versiegelung der gesamten Fläche“, anstelle den Wege- und Parkbereich mit versickerungsfähigem Material auszuführen. Damit setze man die Fehler fort, die gerade am Vorplatz des Henseler Hofs gemacht worden sind: Die durchgehende Versiegelung aller Flächen. Auch die Ausführung in einem dunkelgrauen Steinmaterial führe im Sommer zu extremer Hitzeentwicklung, genau das, was den Klimawandel in dem umgebenden Mikroklima noch verstärkt. Einen Hoffnungsschimmer messe man jedoch der seit einem halben Jahr im Rathaus angestellten Umweltexpertin bei und hoffe, dass für laufende und zukünftige Projekte in Wachtberg die ökologischen und klimatologischen Aspekte weit mehr als bisher berücksichtigt werden mögen. Allerdings hätte man sich innerhalb der Verwaltung eine deutlich höhere Entscheidungsbefugnis, wie die einer „Umweltbeauftragten mit klaren Veto-Rechten“ gewünscht, so in der Mitteilung der Parents abschließend.
Pressemitteilung
Parents for Future, Wachtberg
