Allgemeine Berichte | 05.02.2019

Fotoausstellung über KZ Natzweiler und seine Außenlager im Kreishaus in Cochem

„Die Erinnerung fotografieren“

Landrat Manfred Schnur eröffnete die Ausstellung im Kreishausund bedankte sich bei allen engagierten Initiatoren und Unterstützern. Fotos: TE

Cochem. Landrat Manfred Schnur eröffnete die Fotoausstellung „Das Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager auf beiden Seiten des Rheins“, aus dem VGKN-Projekt „Photographier la mémoire“ (die Erinnerung fotografieren), im ersten Stock des Kreishauses. Dazu hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden, die sich hier die ausgestellten Fotos nebst erklärenden Schriften als offizielle Zeitzeugen aus der Nähe betrachteten. Die Ausstellung ist bis zum 22. März diesen Jahres zu sehen und steht im Kontext des „Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Zudem soll die Ausstellung, die bis zum Tag der Konzeptübergabe des Gedenkkonzepts zum „KZ Außenlager Kochem“ in der Kreisverwaltung gezeigt wird, verdeutlichen, dass das Gedenken auch in der Zeit bis zu dieser Konzeptübergabe nicht ruht. Im Rahmen seiner Eröffnungsansprache führte Schnur aus, dass auch in Cochem-Zell ein Arbeitskreis initiiert wurde, der die Gedenkarbeit zum Konzentrationslager Natzweiler Struthof mit dessen schaurigen Ablegern, dem Außenlager Kochem und seinen Lagern Treis und Bruttig, aufarbeiten wird. In den Dank an die Mitglieder dieses Arbeitskreises band er auch den Förderverein von Frau Nölle ein, der sich mit dem Ziel, das Gedenken an das Außenlager Kochem und seine Opfer zu fördern und zu unterstützen, unter ihrer Leitung gegründet hat. „Die Entwicklung und Umsetzung einer Erinnerungskultur kann ohne Engagement und eine breite Akzeptanz der Gesellschaft nicht gelingen“, sagte der Kreischef, bevor er die schreckliche Geschichte der KZ-Außenlager den Ausstellungsbesuchern näherbrachte. Diesbezüglich war das KZ-Außenlager Kochem nur eines unter vielen, die das Konzentrationslager Natzweiler Struthof auf beiden Seiten des Rheins hatte. Über 50 Außenlager in unterschiedlichen Größen, Umfang, Bestandsdauer und Funktionen gab es in Frankreich, sowie den heutigen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dreizehn Gedenkstätten von diesen Außenlagern haben sich zu einem Verbund, dem „Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler“ zusammengeschlossen. So hat sich der agile Verein, gemeinsam mit Partnern an französischen Gedenkstätten, wie der am ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof und dem Centre Européen du Résistant Déporté (CERD), das Ziel gesetzt, in grenzübergreifender Zusammenarbeit die Dimension des Komplexes des KZ Natzweiler Struthof und seiner Außenlager zu verdeutlichen, Forschungsergebnisse untereinander auszutauschen, die historisch-politische Bildung weiter voranzutreiben und Beiträge zur Vermittlung zu leisten. Nach der Gründung des Vereins in 2016, konnte dieser im März 2018 bereits das Europäische Kulturerbe-Siegel für sein Engagement und seine Leistungen erlangen. Zu den Projekten des VGKN gehört auch „Photographier la mémoire“ - „Die Erinnerung fotografieren“. Aus diesem französisch-deutschen Erinnerungsprojekt von Schülerinnen, Schülern und Studierenden, entstand die Ausstellung. Zu dieser ergriff auch Franziska Bartels als Fachreferentin vom Referat Weiterbildung und Kultur der Kreisverwaltung das Wort und erklärte im Detail Positionierung, Aufbau und Arbeitsweise der Außenlager. Diese wurden dort aufgebaut, wo die leider billige und nicht limitierte Kraft der KZ-Häftlinge gebraucht wurde. Der Nachschub an Häftlingen war bedauerlicherweise kein Problem. „Die Größe dieses Netzes von Außenlagern wird durch den Umfang dieser Ausstellung deutlich“, so Bartels und sie ergänzt: „Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier nicht alle Außenlager, sondern weniger als die Hälfte repräsentiert sind“. In Mannheim Sandhofen wurde, wie auch an anderen Orten, eine Schule zum KZ-Außenlager umfunktioniert. „Dies erscheint noch makabrer vor dem Hintergrund, dass Schüler jetzt diese Ausstellung zu den Außenlagern gestaltet haben“, erklärt die Fachreferentin. Das Prinzip der Umfunktionierung von Tunnels oder Stollen zur sicheren Unterbringung von Rüstungsindustrie durch KZ-Häftlinge, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Einrichtung von Außenlagern. Der Tunnel Treis-Bruttig mit dem KZ-Außenlager Kochem ist unter den Außenlagern diesbezüglich kein Einzelfall, wie bspw. Leonberg, Mosbach-Neckarelz oder Schwindratzheim zeigen. Zum Außenlager Kochem-Treis-Bruttig wusste und weiß Buchautor Guido Pringnitz weitere Details beizutragen. Er stellte zur Eröffnung der Ausstellung die Zweitauflage seines Dokumentationsbuches „Deckname Zeisig“ vor, in welchem er nach akribischer Recherche die damaligen Grausamkeiten, begangen an den Lagerhäftlingen, beschreibt. Gegen das Vergessen richten sich auch die Exkursionen von Fachlehrer Benedikt Schmitt von der Konrad-Adenauer-Schule in Treis-Karden. Er geht mit den Schülern/Innen seiner neunten und zehnten Klassen den „Weg der Häftlinge“ und zeigt ihnen, welche Grausamkeiten am Mitmenschen hier begangen wurden.

TE

Anhand von zahlreichen Fotos, Karten und Schriften, kann derBetrachter die grauenhafte Geschichte der Außenlager nachvollziehen.

Anhand von zahlreichen Fotos, Karten und Schriften, kann der Betrachter die grauenhafte Geschichte der Außenlager nachvollziehen.

Buchautor Guido Pringnitz stellte im Rahmen der Ausstellungseröffnung die Zweitauflage seiner Dokumentation „Deckname Zeisig“ vor.

Buchautor Guido Pringnitz stellte im Rahmen der Ausstellungseröffnung die Zweitauflage seiner Dokumentation „Deckname Zeisig“ vor.

Das Buch von Guido Pringnitz, mit seinen Recherchenüber das Außenlager Kochem-Treis-Bruttig, ist im Buchhandel erhältlich.

Das Buch von Guido Pringnitz, mit seinen Recherchen über das Außenlager Kochem-Treis-Bruttig, ist im Buchhandel erhältlich.

Landrat Manfred Schnur eröffnete die Ausstellung im Kreishaus und bedankte sich bei allen engagierten Initiatoren und Unterstützern. Fotos: TE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Kleinanzeigen
Wohnträume
Aushilfskraft (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Rückseite
Stellenausschreibung: Betriebshof
Blütenfest
Empfohlene Artikel
Kitty wurde von unbekannten Tätern erschossen. Foto: privat
890

Bad Bodendorf. Ein besonders schwerer Fall von Tierquälerei sorgt derzeit für große Bestürzung in Bad Bodendorf. Am Montag, 30. März 2026, wurde im Bereich Naheweg, Ahrweg, Gartenstraße und Saarstraße eine Katze mutwillig mit einer Schusswaffe verletzt. Das Tier erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Nach Angaben der Halter wurde ihre Tigerkatze „Kitty“ im Zeitraum zwischen etwa 13:30 Uhr und 15:50 Uhr angeschossen.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
77

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mark Geimer Foto: privat
922

Parteiloser Bewerber setzte sich gegen Volker Risse (CDU) durch

Bürgermeisterwahl in Bad Hönningen: Mark Geimer (parteilos) macht das Rennen

Bad Hönningen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Hönningen haben gewählt: Mark Geimer ist neuer Stadtchef. Der parteilose Kandidat setzte sich mit 62,5 Prozent der Stimmen gegen seinen christdemokratischen Konkurrenten Volker Risse (37,5 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent. BA

Weiterlesen

Die Koblenzer Innenstadt bietet an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Foto: SCH
80

Koblenz. Der Koblenzer Frühling ist zurück! Am zweiten April-Wochenende hat die Stadt am Deutschen Eck ihre Besucher ganz im Zeichen der wärmeren Jahreszeit begrüßt. Der Winter ist Schnee von gestern und überall grünt und blüht es. Die Blumenbeete sind neu bepflanzt, Tulpen und Narzissen blühen auf großen Flächen und es duftet nach frisch gemähtem Rasen.

Weiterlesen

Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Werksverkauf Anhausen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Veranstaltung 15.April
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Staplerfahrer (m/w/d)
Blütenfest in Meckenheim
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26