Projekt „Kunst im öffentlichen Raum“ in Rheinbach
Die Fassade des VHS-Gebäudes soll mit Foliendruck verschönert werden
Essiger Knut Reinhardt will die in der Gemeinde Swisttal erprobte Technik auch in der Glasmetropole umsetzen
Rheinbach. Wie lässt sich Kunst im öffentlichen Raum erlebbar machen? Die Antwort auf diese Frage glaubt Knut Reinhardt aus Essig gefunden zu haben: Mit großflächigen Bildern auf Kunststofffolien sollen nach und nach möglichst viele bislang triste Gebäude im Besitz der öffentlichen Hand verschönert werden.
Zwei farbenfrohe Objekte
Der Anfang ist bereits gemacht, denn in der Gemeinde Swisttal sind schon zwei seiner farbenfrohen Objekte an gemeindeeigenen Hauswänden zu sehen. Sowohl die Außenfassade der Offenen Ganztagsschule (OGS) am Zehnthof in Swisttal-Odendorf als auch die Stirnwand des Ludendorfer Rathauses haben in den vergangenen Wochen ein neues Aussehen bekommen. Nun soll die Idee auch in der benachbarten Stadt Rheinbach in die Tat umgesetzt werden.
Unterstützung erhalten Reinhardt und seine Ehefrau Ingrid dabei nicht nur vom Kunstforum 99, sondern auch von Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz. Der informierte sich zusammen mit dem Ersten Beigeordneten Dr. Raffael Knauber im Atelier des Künstlerehepaars über das Projekt „Kunst im öffentlichen Raum“. Klar ist schon jetzt, dass die Außenfassade des VHS-Gebäudes gegenüber dem Rheinbacher Rathaus mit einem großformatigen Foliendruck verschönert werden soll. Vorschläge für die Gestaltung sollen die Mitglieder des Kunstforums unterbreiten. Die Entscheidung, welches Kunstwerk zum Zug kommt, hat sich dabei allerdings Raetz persönlich vorbehalten. Nicht zuletzt, weil er aus seinem Bürgermeister-Dienstzimmer dann künftig direkt darauf schauen kann.
Für die Finanzierung hat sich das Kunstforum als Sponsor bereit erklärt, denn dessen Vorsitzender Prof. Dr. Gerd Wiendieck hofft auf private Nachahmer und auf Sponsoren für weitere zu verschönernde öffentliche Gebäude in der Glasmetropole. Damit könne nach und nach auch das Aussehen der Stadt insgesamt verschönert und so die Lebensqualität verbessert werden.
Ohne Schwellenangst
Die jeweiligen Kunstwerke werden zunächst fotografiert und dann als Vergrößerung auf eine widerstandsfähige Folie gedruckt. Diese wird dann so an der Fassade befestigt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt problemlos wieder entfernt oder gegen ein anderes Kunstwerk ausgetauscht werden kann. Natürlich möchte das Kunstforum zunächst mit Bildern heimischer Künstler arbeiten, machte Wiendieck klar. Zumal diese dann eine nicht alltägliche, weithin sichtbare Ausstellungsfläche für ihre Werke zur Verfügung hätten und so die Kunst tatsächlich im öffentlichen Raum ohne Schwellenangst erlebbar werde.
Auch in Rheinbach wurde mittlerweile schon ein erstes Testobjekt verwirklicht, denn Reinhardt, einst Lehrer am Städtischen Gymnasium, hat seinen ehemaligen Schüler Thomas Hoffmann für eine Zusammenarbeit gewinnen können. Dieser ist Eigentümer des „Gewerbeparks Hoffmann“ in der Rheinbacher Industriestraße, wo auch Reinhardts Atelier „robART“ zu finden ist.
Auf einem etwa 30 Meter hohen Schornstein auf dem Gelände wurde ein abstraktes Kunstobjekt von 25 Quadratmetern Größe angebracht, das von einem computergesteuerten Roboter im Atelier von Reinhardt hergestellt worden war. JOST
Als erstes Testobjekt wurde auf einem etwa 30 Meter hohen Schornstein im Rheinbacher „Gewerbeparks Hoffmann“ ein 25 Quadratmeter großes abstraktes Kunstobjekt als Foliendruck angebracht.
Künstler Knut Reinhardt (links) erläuterte in seinem „robART“-Atelier in Rheinbach die Idee von „Kunst im öffentlichen Raum“. Bürgermeister Stefan Raetz, der Erste Beigeordnete Dr. Rafael Knauber und der Vorsitzende des Kunstforums 99, Professor Dr. Gerd Wiendieck (rechts), waren begeistert und wollen als erste Maßnahme die Außenwand der VHS-Geschäftsstelle gegenüber dem Rheinbacher Rathaus verschönern.Fotos: JOST
