300 Menschen die Reise aus dem Kriegsgebiet ermöglicht
Die Fluchtpaten
Wie aus einer privaten Hilfsinitiative mit einem Konvoi nach Polen ein Netzwerk wurde
Koblenz. Die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine haben viele tief bewegt. Schnell war einigen aus der Region klar, dass sie etwas zur Linderung dieses Leides beitragen müssen. Dank eines Kontaktes in die Ukraine wurde die konkrete Anfrage nach einem Transport von ca. zwei Dutzend Flüchtlingen über die ukrainisch-polnische Grenze bis hin nach Deutschland an Martin Brakonier gestellt.
Binnen zwei Tagen entsprang aus diesem Gespräch eine kleine Gruppe an Enthusiasten, mit der sie einen Hilfskonvoi für eine dreitägige Fahrt organisierten. In der Vorbereitungsphase erfuhren sie große Unterstützung im Kreise der Region in Form von Material- und Geldspenden, die diese Unternehmung auf sichere Beine stellten. Ohne diese absolut überwältigende Unterstützung wäre die Aktion nicht möglich gewesen. Ihnen war wichtig, dass die Sachspenden und das gesammelte Geld transparent an die richtigen Stellen und in gute Hände gelangt.
An einem frühen Morgen Anfang März starteten sie dann mit sechs Fahrzeugen. Ein Tag später konnten sie sämtliche Hilfsgüter in Przemysl (eine polnische Grenzstadt zur Ukraine) für den direkten Weitertransport in ein ukrainisches Krankenhaus in Lwiw übergeben. Einen weiteren Tag später fanden 26 Frauen und Kinder in Montabaur eine erste Unterkunft bei Westerwälder Familien.
Motiviert von diesem Erfolg und gestärkt an umfangreichen Erfahrungen wurde schnell deutlich, wie die weiteren Hilfsmaßnahmen gestaltet werden müssen. Durch den direkten Kontakt in die Ukraine sind sie nicht nur in der Lage die Flucht aus dem Kriegsgebiet heraus zu organisieren, sondern auch mittels mehrsprachiger Paten die Reise kontinuierlich zu begleiten. Trotz der unterschiedlichen Reiseziele, die von den Flüchtlingen individuell gewünscht werden, stehen die Fluchtpaten auch im Anschluss an die Fahrt für weitere Unterstützung zur Verfügung. Sie haben sich als Ziel gesetzt ihre Hilfe den Betroffenen so früh und transparent wie möglich zukommen zu lassen. Diese bieten sie auch so lange wie nötig an. Die Angst vor der Ungewissheit über die eigene Zukunft wollen sie bei jeder einzelnen Person so gering wie möglich halten.
Das Ergebnis sieht wie folgt aus. Seit März haben die Fluchtpaten 304 Menschen, fünf Hunde und zwei Katzen eine Flucht aus dem Kriegsgebiet ermöglicht.
Pressemitteilung
Fluchtpaten
Beim Verladen der Hilfsgüter.
