Allgemeine Berichte | 25.10.2018

Heimatforscher Heiner Strauß schrieb ein Buch zum heimatbezogenen Bergbau

Die Grube Anxbach in St. Katharinen von 1519 - 1961

Recherchebuch der allerersten Güte – mit sehr vielen teils unbekannten Fotos

Zahlreiche Bilder zeugen von der Zeit der Grube Anxbach in St. Katharinen. Fotos: privat

St. Katharinen. Wie oft bei regionalen Heimatforschern sind es gerade jene Autoren, die sich als Zugezogene intensiv mit ihrer „neuen“ Heimat beschäftigen. Dazu gehört ganz sicher der ehemalige Lehrer der berufsbildenden Schule in Linz (von 1973 - 2006), Heiner Strauß. Geboren 1941 in Dresden und 1953 mit seinen Eltern aus der ehemaligen DDR in den Westen geflohen, gelangte er nach etlichen Stationen, unter anderem nach einem Studium für das Lehramt für Geschichte und Deutsch, 1973 nach St. Katharinen. Es wurde seine neue Heimat, die er auch in den Randbereichen nach und nach facettenreich entdeckte. Sein Forscherdrang und seine tiefgehenden Recherchearbeiten bei seinen Publikationen zur Heimatgeschichte garantieren stets informative Lesestunden.

Neben seinem Hobby als leidenschaftlicher Gärtner und seinen vielen Besuchen bei seinen zwei Kindern und Enkelkindern bleibt die regionale Geschichte aber sein besonderes Steckenpferd. Neben seinen zahlreich publizierten Arbeiten, unter anderem in den jährlich erscheinenden Heimat-Jahrbüchern des Kreises Neuwied, sowie seinen Büchern, wie dem 400-seitigen „Fest- und Heimatbuchs „St. Katharinen 1988“, legte der umtriebige und weiterhin wissbegierige Heiner Strauß nun ein weiteres Buch zur „Grube Anxbach (1591 - 1961), des Bergbau- und Hüttenbetriebes in St. Katharinen“, vor. Seit 1988 beschäftigte er sich mit dem regionalen Bergbau, intensiv zur Erstellung seines neuen Werks „Grube Anxbach“, seit nunmehr drei Jahren. Dazu suchte er unter anderem sieben Archive auf, und sammelte so wertvolle Mosaiksteinchen, die er mit weiteren regionalen historischen Fakten nun in einem beachtenswerten 100-seitigen Buch zusammenfasste. Hervorzuheben ist auch die ausgezeichnete Druckqualität, insbesondere die vielen aufbereiteten hochqualitativen Fotos und Skizzen mit einer enormen Detailgenauigkeit.

Von der Erzgrube Anxbach sind noch einige Abbauhalden sowie Mauerreste der Anxbacher Hütte sowie Reste der Pochwerke vorhanden. Hinweistafeln zum lokalen Bergbau gibt es bereits im Anxbachtal sowie in Hargarten. Der sehr gewissenhaft arbeitende beflissene Heimatforscher würde gern verstärkt auf die bewegte und seinerzeit bedeutsame Bergbaugeschichte von St. Katharinen hinweisen: Zum anderen könnte man auch einzelne Bereich der Grube freilegen, ergänzt der Autor. So waren Anfang des 19. Jahrhunderts noch acht Gruben in Betrieb, dies mit ihren Stollen mit einer Tiefe von gut 400 Metern. Nach dem Jahr 1945 waren noch gut 100 Arbeiter in und an der Grube im Einsatz. Für die einst als arm bekannte Region auf der Höhe um St. Katharinen, bot die Arbeit in der Grube, dies unter schwersten körperlichen Bedingungen, ein gutes finanzielles Zubrot, um die Familien zu ernähren. Auf die große Bedeutung der Grube Anxbach würde Heiner Strauß auch durch vorhandene Exponate hinweisen wollen, seien es Erzproben, Grubenlampen, Werkzeuge oder sogar ein Erzwagen. Hier müsste sich jedoch auch die Gemeinde St. Katharinen mit einbringen, auch um die Bürger für ihre jahrhundertalte Bergbaugeschichte weiter zu sensibilisieren. Ein sehr guter Einstieg dazu ist sicher das Buch zur „Grube Anxbach, das Eisen-Blei-Zink- und Kupfererz-Bergwerk bei Lohrscheid“, einst zum Bergrevier Wied der Rheinprovinz gehörend.

So beschreibt Heiner Strauß in 12 Kapiteln die Geschichte ab 1519 mit dem Beginn des Berg- und Hüttenbetriebes, auch mit vielen Fakten über die wechselvolle Geschichte der Besitzer, unter anderem Wilhelm Steffens, über die Gesellschaft Lafitte & Blouet, bis hin zur Phönix AG Bergbau- und Hüttengesellschaft 1858 - 1924 und der Siegerland AG von 1954 - 1960.

Insgesamt zählte die Grube „Anxbach“ 20 Besitzer und Eigentümer. Ab dem Jahr 1519 war die Grube zuerst im Staatsbesitz der Kurfürsten zu Köln, danach folgten weitere Belehnungen. Die vielen technischen und handwerklichen Abläufe in den Gruben und Pochwerken, wo das Erz aufbereitet wurde, können in sehr verständlicher Form im neuen Buch von Heiner Strauß nachgelesen werden. Wer das ansprechende Buch in den Händen hält, wird schnell erfahren, welche unterschiedlichen Arbeitsabläufe vom Erzabbau bis hin zum Gewinnen von Zink oder Kupfer dazu gehörten. Von der sehr gut recherchierten Arbeit zeugen nicht nur die aus verschiedenen Quellen zusammen getragenen Fotos und Skizzen, sondern auch eine namentlich aufgeführte Liste der 110 Bergarbeiter der Grube Anxbach von 1937 - 1960, hier mit Quellenunterstützung von Peter Plag, Alwis Salz und Hans Weisenfels. So mancher Bürger aus St. Katharinen und der näheren Umgebung wird durchaus den Namen seines Vaters oder Großvaters wiederfinden können, der einst in den Grube Anxbach tätig war. Für diese war es damals ein harter aber lohnenswerter Nebenerwerb. Es entstand ein kombinierter „Arbeiter- und Bauern“-Stand, denn die karge Landwirtschaft auf der Linzer Höhe gab nicht für alle ausreichend zum Leben her.

Zu einem guten Autor gehört auch, dass er im Anhang all‘ jene mit Namen aufführt, die ihn bei seinen intensiven Recherarbeiten mit weiteren wichtigen Bild- und Textmaterial unterstützt haben, das war und ist für den recherchebeflissenen Heimatforscher Heiner Strauß einfach selbstverständlich, denn er will sich, bescheiden wie er ist, nicht mit „fremden Federn schmücken“.

Das in jeder Weise lesenswerte reichlich bebilderte handliche Buch „Grube Anxbach - Bergbau und Hüttenbetriebe in St. Katharinen 1519 - 1961“, Herausgeber ist die Gemeinde St. Katharinen, ist zum Preis von 12,95 Euro im Gemeindebüro St. Katharinen erhältlich.

Bergleute in der Grube Anxbach bei der Pause.

Bergleute in der Grube Anxbach bei der Pause.

Heiner Strauß hat das Buch über die Grube Anxbach verfasst.

Heiner Strauß hat das Buch über die Grube Anxbach verfasst.

Zahlreiche Bilder zeugen von der Zeit der Grube Anxbach in St. Katharinen. Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Kirmes Polch
Werksverkauf Anhausen
Heizölanzeige
Floristik Meyer
Kirmes Löhndorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
Die aktuelle und die kommende Brunnenkönigin.
117

Bad Breisig. Während noch einige Gäste der Römerthermen ein Kaltgetränk genossen, fanden sich nach und nach Repräsentanten und bekannte Gesichter der Stadt Bad Breisig im Römer-Bistro ein, eine aufmerksame Spannung machte sich breit. Bürgermeister Marcel Caspers begrüßte die Anwesenden, darunter Vertreter der Kommunalpolitik, Sponsoren des Brunnenfestes, Mitglieder der Karnevalsgesellschaft und weitere...

Weiterlesen

Bereits jetzt freut sich Landrat Marko Boos, den MYK-Pokal zum ersten Mal an eine Gemeinde oder Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz überreichen zu können. Wie der neue Preis genau aussieht, bleibt bis zur Verleihung allerdings noch ein gut gehütetes Geheimnis. Foto: Foto: Kreisverwaltung MYK/teilweise KI-generiert
30

Kreis MYK. Der Landkreis Mayen-Koblenz setzt ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement: Erstmals wird im Jahr 2026 der MYK-Pokal verliehen. Mit dieser neuen Auszeichnung sollen Ortsgemeinden und Städte gewürdigt werden, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen und mit ihren Projekten eine nachhaltige Wirkung über die eigene Kommune hinaus entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
16

28-Jähriger sollte gegen Bezahlung einen Mann erschießen, der jedoch knapp überlebte

16.04.: Nach Auftragsmord in Köln: Tatverdächtiger von schwedischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert

Köln. Nach Schüssen auf einen 36-Jährigen in der Nacht zu Sonntag (21. Dezember) im Stadtteil Dellbrück haben die schwedischen Justizbehörden am 16. April den 28 Jahre alten Tatverdächtigen nach Deutschland ausgeliefert. Der zuletzt in Oxie (südlich von Malmö) lebende Mann war bereits am 4. Februar aufgrund eines vom Amtsgericht Köln erlassenen europäischen Haftbefehls durch die schwedische Polizei festgenommen worden.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
28

Täter verletzte Mann nach einem Streit am Bein

18.04.: Nach Messerangriff in Wohnung: Täter flüchtig

Alfter. Die Bonner Polizei hat in der Nacht zu Samstag (18.04.2026) nach einer Auseinandersetzung unter Bekannten in einer Wohnung in Alfter-Witterschlick Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Imageanzeige Werbeplan 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
neue Heizung?
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Schulhausmeister
Dachdecker (m/w/d)
Handwerkerhaus
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Kirmes in Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Reinigungskraft
Anzeige Lagerverkauf
Anzeige KW 16
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Kirmes Polch