Allgemeine Berichte | 03.12.2015

Verein Zehnthaus Odendorf/Essig

Die Hexenjagden in der Nordeifel

Gruseliger Rückblick passte zur trist-grauen Jahreszeit

Trotz des gruseligen Themas gab es für Dr. Rita Vollmer (rechts) und Vereinsvorsitzende Dr. Maria Burger etwas zu lachen.privat

Swisttal-Odendorf. Passend zur trist-grauen Jahreszeit ging es im Novembervortrag des Vereins Zehnthaus Odendorf/Essig um Hexen, Werwölfe und Zauberpfaffen. Dr. Rita Voltmer, Historikerin aus Trier, berichtete im Zehnthaus über die Hexenjagden in der Nordeifel. Hexenverfolgung ist ein Thema, das die Fantasie der Menschen immer wieder beflügelt. Historisch ist es unbestritten, dass im Rheinland und in der Eifel viele Hexenprozesse stattfanden. Doch die genauen Hintergründe sind längst nicht alle geklärt. Dr. Voltmer gab in ihrem Vortrag einen Überblick zu den Hexenverfolgungen in der Nordeifel, wobei sie besonders auf die Hexenprozesse in den Manderscheider Grafschaften sowie in den Herrschaften Wildenburg und Schmidtheim einging. Eingebettet in den Kontext der spätmittelalterlichen wie frühneuzeitlichen Hexenjagden in Europa sowie im gesamten Eifel- und Ardennenraum stellte sie Bedingungen, Strukturen und Hintergründe dieses Phänomens vor. Neben allgemeinen Fakten dieser Verfolgungen zeigte sie auch spezifische Feindbilder wie die Werwolf-Vorstellung, spezifische Opfergruppen ( unter anderem Pfarrer) und die Akteure der Hexenjagd (Hexenkommissare, Jesuiten, adelige Herren) auf. Im Schrifttum wird gelegentlich von über 100.000 Opfern der Hexenjagd berichtet. Tatsächlich waren es aber wohl „nur“ 50.000 bis 60.000, regional unterschiedlich intensiv verteilt. In manchen Ortschaften wurden 20 bis 30 Prozent, gelegentlich bis zu 50 Prozent der Einwohner als Hexen verfolgt, wobei 70 bis 80 Prozent der Beschuldigten Frauen waren. Oft dienten Hexenprozesse der Machtdemonstration von Adeligen nach innen und außen, so etwa, wenn aufsässige Bauern diszipliniert werden sollten. Aber auch finanzielle Aspekte spielten eine Rolle. So eigneten sich immer wieder freiberuflich tätige Hexenkommissare, häufig Jesuiten, oder Gerichtsschreiber das Vermögen der „Hexen“ an. Pfarrer aller Konfessionen gerieten in Verdacht, Hexen zu sein, weil sie wegen ihrer geistlichen Sprüche und wegen der Heilmittel, die sie für Mensch und Tier bereit hielten, manchem suspekt waren. Dr. Voltmers Fazit: Die Hexenjagden waren nicht als Wahn einzustufen. Sie waren vielmehr ein Gemisch aus von interessierter Seite stimulierter Angst, vorgeblicher Frömmigkeit und politisch-sozialem Kalkül.

Trotz des gruseligen Themas gab es für Dr. Rita Vollmer (rechts) und Vereinsvorsitzende Dr. Maria Burger etwas zu lachen.Foto: privat

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