Allgemeine Berichte | 20.11.2017

Herbsttagung des Beirats der IHK-Geschäftsstelle Montabaur

Die IHK befindet: Gute Konjunkturlage

Montabaur. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit der konjunkturellen Entwicklung im Rhein-Lahn-Kreis und im Westerwaldkreis“, so fasst die Vorsitzende des Beirats der IHK-Regionalgeschäftsstelle Montabaur, Eva Reiter, das Ergebnis der Herbsttagung des 18-köpfigen Unternehmergremiums zusammen. „Unsere jüngste Umfrage bei den Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistung der Region zeigt, dass diese zum Jahresende 2017 gut aufgestellt sind“. Gleichwohl stünden die Betriebe vor großen Herausforderungen.

Westerwaldkreis: Fortsetzung des moderaten Expansionstempos

Die konjunkturelle Entwicklung im Westerwaldkreis stagniert zum Herbst 2017 auf dem erfreulich hohen Niveau der Vorumfrage. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Beurteilung von Geschäftslage und Erwartungen in einem Wert zusammenfasst, bleibt mit aktuell 123 Punkten quasi unverändert (Frühsommer 2017: 124 Punkte). Deutlich im Boom-Bereich oberhalb der 100-Punkte-Marke folgt das Konjunkturklima damit der Entwicklung im IHK-Bezirk Koblenz (IHK-Konjunkturklimaindikator: 124 Punkte). Die aktuelle Geschäftslage bewerten 51 Prozent der befragten Betriebe als positiv, 40 Prozent als befriedigend und 9 Prozent als schlecht. Auch der Lagesaldo verbleibt mit 42 Prozentpunkten auf dem Niveau der Vorumfrage (41 Prozentpunkte). Ebenso zeigen sich die Geschäftserwartungen per Saldo fast unverändert (Frühjahr 2017: neun Prozentpunkte; Herbst 2017: sieben Prozentpunkte). Konkret erwarten 92 Prozent der Unternehmen in den kommenden 12 Monaten konstante bis bessere Geschäfte. Trotz der guten Ausgangslage weisen die Wachstumsindikatoren der regionalen Wirtschaft negative Veränderungstendenzen auf. Die Investitionsneigung sinkt per Saldo von 36 Prozentpunkten im Frühjahr 2017 auf aktuell 19 Prozentpunkte, verbleibt aber deutlich im positiven Bereich. Mit Blick auf den regionalen Arbeitsmarkt zeigt sich ebenfalls eine rückläufige Entwicklung. Der Saldenwert der Beschäftigungsneigung geht um 12 Prozentpunkte auf zwei Prozentpunkte zurück. Erfreulich ist jedoch, dass im Vergleich zur Vorumfrage weniger Unternehmen Entlassungen ins Auge fassen (Frühjahr 2017: 12 Prozent; Herbst 2017: zwei Prozent). Ein Anteil von 92 Prozent plant mit einer konstanten Mitarbeiterzahl bis hin zur Einstellung neuen Personals. Insgesamt sprechen die Konjunkturindikatoren für eine Fortsetzung des moderaten Expansionstempos der Wirtschaft im Westerwaldkreis.

Rhein-Lahn-Kreis: Dynamik auf sehr hohem Niveau

Die konjunkturelle Dynamik im Rhein-Lahn-Kreis nimmt zum Herbst 2017 zwar etwas ab, verbleibt jedoch ebenfalls auf sehr hohem Niveau. Der IHK-Konjunkturklimaindikator liegt hier mit 130 Punkten (Frühjahr 2017: 136 Punkte) sichtbar oberhalb des Niveaus des Konjunkturklimas im IHK-Bezirk Koblenz (IHK Konjunkturklimaindikator: 124 Punkte). Insbesondere die herausragenden Umfragewerte zur derzeitigen Geschäftslage lassen sich als Erklärung für das erfreuliche Ergebnis heranziehen. 68 Prozent der Unternehmen im Rhein-Lahn-Kreis schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein, lediglich 6 Prozent bewerten sie als schlecht. Der resultierende Lagesaldo klettert um 18 Prozentpunkte auf aktuell 62 Prozentpunkte (Vorumfrage: 44 Prozentpunkte). Ausgehend von den hervorragenden Lagewerten zeigen sich die heimischen Betriebe auch hinsichtlich der mittelfristigen Geschäftstätigkeit zuversichtlich. Insgesamt geben 95 Prozent der Unternehmen an, dass sie in den kommenden 12 Monaten mit gleichbleibenden bis besseren Geschäften rechnen. Die optimistische Stimmung der regionalen Wirtschaft spiegelt sich gleichermaßen in den Investitions- und Beschäftigungsabsichten wider. 29 Prozent der Betriebe wollen ihr investives Engagement erhöhen, lediglich zwei Prozent planen einen Investitionsrückgang. Der entsprechende Saldo verbleibt damit annähernd auf dem hohen Niveau der Vorumfrage (Frühjahr 2017: 25 Prozentpunkte, Herbst 2017: 27 Prozentpunkte). Weitere Arbeitsmarktimpulse versprechen die Beschäftigungsabsichten. Lediglich zwei Prozent der Unternehmen fürchten Mitarbeiter, entlassen zu müssen (Vorumfrage: sieben Prozent), 29 Prozent planen hingegen mit einer Erhöhung des Mitarbeiterbestandes. Per Saldo steigt die regionale Beschäftigungsneigung von 21 Prozentpunkten in der Vorumfrage auf aktuell 27 Prozentpunkte. Insgesamt bleiben die konjunkturellen Perspektiven für den Rhein-Lahn-Kreis damit ausgezeichnet.

Teilweise Engpässe an Menschen und Material

In beiden Landkreisen wird aus einigen Branchen von teilweise zweistelligen Wachstumsraten berichtet – so. z.B. im Maschinen- und Anlagenbau. „Wir müssen die Entwicklung aber sehr genau beobachten, denn jetzt sind auch Anzeichen einer konjunkturellen Überhitzung spürbar.“, so der IHK-Beirat. So seien in manchen Bereichen schon Rohstoff-Engpässe zu verzeichnen. Hinzu komme der Fachkräftemangel, der Investitionen in Anlagen bremse. „Teilweise kann bei einer Arbeitslosenquote von derzeit knapp über 3 Prozent in beiden Landkreisen sogar von einem Arbeitskräfte-Engpass gesprochen werden, der dazu führt, dass sich selbst bei Leiharbeitskräften das Angebot verknappt“, so die Beiratsvorsitzende Eva Reiter.

Digitalisierung und Ausbildung

Ganz oben auf der Agenda stehe weiterhin das Thema „Digitalisierung der Geschäftsprozesse“, so die Beiräte. Dem müssten sich alle Unternehmen widmen – ganz gleich, ob in Industrie, Handel oder im Dienstleistungssektor. Andernfalls drohe man früher oder später Opfer einer Marktbereinigung zu werden. Damit einher gehe eine viel engere Verzahnung der Betriebsprozesse, die betriebsintern zu einem wesentlich höheren Kommunikations- und Moderationsbedarf führe. Gleichzeitig seien aber auch die Kapazitäten des Managements in den Unternehmen fast erschöpft. Dies gestalte die Bewältigung der anstehenden Aufgaben schwieriger. Zudem empfehlen die IHK-Beiräte den Unternehmen, Handlungsstrategien für unterschiedliche Gefährdungslagen zu entwickeln, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Das Unternehmergremium der IHK rät außerdem dazu, in Sachen Ausbildung stärker zu kooperieren und gemeinsame Initiativen zur Fachkräftegewinnung zu entwickeln. „Das ist ein ganz konkreter Vorschlag für den oftmals sehr strapazierten Begriff ‚Netzwerkbildung‘.“ Letztlich stellt das Unternehmergremium fest, dass in der Unternehmensnachfolge familieninterne Lösungen mangels williger, geeigneter oder überhaupt vorhandener Nachfolger immer schwieriger würden. Der Verkauf von Unternehmen an externe Interessenten nehme deshalb deutlich zu.

Die IHK-Regionalgeschäftsstelle am Standort Montabaur ist die Vor-Ort-Präsenz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz für den Rhein-Lahn-Kreis und den Westerwaldkreis. Sie vertritt das Gesamtinteresse der rund 20.000 dort ansässigen Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Ihre Arbeit beruht auf dem Prinzip der unternehmerischen Selbstverwaltung anstelle staatlicher Bürokratie und ist unabhängig von Einzel- oder Brancheninteressen. Die IHK fördert die berufliche Bildung und erfüllt hoheitliche Aufgaben. Sie engagiert sich für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft und bietet ihren Mitgliedern ein breit gefächertes Serviceangebot. Mit acht Standorten in der Region ist die IHK Koblenz vor Ort bei den Unternehmen.

Pressemitteilung der

IHK-Regionalgeschäftsstelle

Montabaur

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