Allgemeine Berichte | 03.01.2023

Kleiner Festakt in Sinzig

Die Judengasse heißt nun auch offiziell wieder Judengasse

Bürgermeister Andreas Geron und Ortsvorsteher Gunter Windheuser enthüllten das neue Straßenschild der Judengasse.  Fotos: BL

Sinzig. Die Judengasse in Sinziger Zentrum hat nun auch offiziell wieder ihren alten Namen Judengasse zurück. Mit einem kleinen Festakt und der offiziellen Enthüllung des neuen Straßenschildes durch Bürgermeister Andreas Geron und Ortsvorsteher Gunter Windheuser wurde die Namensumbenennung mit Beginn des neuen Jahres hoch offiziell besiegelt und vollzogen. Die Diskussion um den neuen alten Namen hatte die Stadt, die Bevölkerung und auch die politischen Gremien sowie die Verwaltung über Jahrzehnte hinweg in Atem gehalten.

An Bürgermeister Andreas Geron war es, die wichtigsten historischen Eckdaten noch einmal herauszuarbeiten. Einen ersten Antrag auf Umbenennung hatte bereits im Jahr 1985 die damals neue Stadtratsfraktion der Grünen gestellt. Doch ebenso wie bei zahlreichen weiteren Initiativen etwa aus den Reihen der rüstigen Rentner oder des Rheingymnasiums fehlten letztlich der Wille und die politische Mehrheit im Stadtrat.

Dies änderte sich erst Anfang November 2022, als der Rat die Umbenennung einstimmig beschloss. Die wurde jetzt vollzogen. Die Nationalsozialisten hatten nach der Machtergreifung die Judengasse zunächst in Schlageterstraße umbenannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt die kleine abschüssigen Straße als Verbindung von Kirchplatz zur Koblenzerstraße dann wieder ihren Ursprungsnamen Judengasse zurück. Bis zum Jahr 1951, als die damalige Sinziger Volksvertretung eine Umbenennung in Gudestraße beschloss. Der seinerzeitige Stadtratsbeschluss der Nachkriegszeit wird aus heutiger Sicht je nach Standpunkt des Betrachters übrigens einfach nur als skandalös oder als extrem peinlich betrachtet. Letztlich brauchte es viele Initiativen und viele Anläufe, um die Umbenennung durchzusetzen.

In der Judengasse sind übrigens längst schon einige Stolpersteine zur Erinnerung an die seinerzeit dort lebenden jüdischen Mitbürger verlegt. Die zweite Runde der Stolpersteine in Sinzig soll übrigens am 27. Januar verlegt werden. Bei aller politischen Diskussion hätte vielleicht eine Betrachtung des guten alten Sinziger Platt weitergeholfen. Denn für die alten Sinziger hieß die Straße stets bei allen wechselnden offizielle Bezeichnungen „de Jüdejass“. Um nicht mitten im Verkehr zu stehen, war man in Sinzig mit dem kleinen Festakt übrigens in die Parkanlage an der Judengasse ausgewichen.

Für die musikalische Umrahmung hatte das Stadtorchester Remagen unter der Leitung von Frank von Häfen gesorgt.

BL

Kleiner Festakt in der kleinen Parkanlage an der neuen alten Judengasse.

Kleiner Festakt in der kleinen Parkanlage an der neuen alten Judengasse.

Bürgermeister Andreas Geron und Ortsvorsteher Gunter Windheuser enthüllten das neue Straßenschild der Judengasse. Fotos: BL

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