Eifelverein Remagen
Die Loreley von allen Seiten bewundert
Remagen. Nur ihr Inneres blieb verborgen. Aber sonst konnten die Remagener Eifelfreunde die Loreley von vorn, von hinten, aus allen Himmelsrichtungen und selbst von unten und von oben auf ihrem Wanderweg „Loreley-Extratour“ bestaunen. Nur den Felsen natürlich, denn die schöne Nixe selbst versteckt sich zur Zeit in einer unzugänglichen Großbaustelle. Da bietet sich dieser anspruchsvolle Rundweg geradezu als ideale Alternative an. In Sankt Goarshausen blickt man auf die fast drohend dunkle Kulisse des ganz nahen Loreleyfelsen im Süden. Dort begann der Aufstieg, lang und steil Richtung Patersberg bis auf die Hochebene des Rheinischen Schiefergebirges, das von den Ardennen bis Nordhessen reicht. Hier am Mittelrhein liegt diese Fläche zwischen Westerwald, Taunus und Hunsrück etwa 300 m über NN hoch. Meist ist von dort nicht zu sehen, dass versteckt dazwischen der Rhein im Laufe von Jahrmillionen sein vielfach gewundenes, 230 m tiefer liegendes Bett gegraben hat. Und er gräbt noch immer. In weitem Bogen führte der Rundweg vorbei an Bornich und schließlich zu den phantastischen Ausblicken auf den ganz tief unten strömenden Rhein. Die Sonne ließ die Wasserfläche glitzern und beleuchtete großartig die Felsen der etwas tiefer liegenden Loreley, die von dort aus im Norden zu sehen ist. Aber auch dicht am Weg gab es manches zu bestaunen. Wiederholt erregten ganze Teppiche fast kniehoher, gelber Blütenpflanzen die Aufmerksamkeit. Keiner konnte sich erinnern, die je schon gesehen zu haben. Ihre hübschen Blüten erinnern an Mimosen, mit denen sie aber nichts zu tun haben. Es waren Gold-Astern (Galatella Linosyris). In Deutschland sind sie recht selten und fehlen in Norddeutschland ganz. Sie gedeihen nur auf Trockenrasen und können ähnlich wie Sonnenblumen sich dem Licht zuwenden. Zurück in St. Goarshausen konnten die Wanderer zum Trost für die zur Zeit oben auf ihrem Felsen unzugängliche Loreley deren kleinere Schwester auf dem Hafendamm bewundern und sich davon überzeugen, dass auch diese keinen Fischschwanz trägt. Mit der Fähre wurde nach St. Goar übergesetzt und von dort der Loreleyfelsen - diesmal von unten - betrachtet. Die Abfahrtszeit des Zuges gewährte Raum für eine fröhliche Einkehr.
