Wiederansiedlung an der Kripper Ahrmündung unter großer Beteiligung der Bevölkerung
Die Mai-Finte kehrt zurück
Das Einsetzen der Fische oblag Staatssekretär Dr. Thomas Griese und Christoph Heider von der Hit Umwelt- und Naturschutz Stiftung mithilfe einiger Kripper Kindergartenkinder
Kripp. Zu einem großen Event wurde am Freitagnachmittag bei brütender Hitze die Wiederansiedlung der Mai-Finte an der Kripper Ahrmündung und am Kripper Rheinufer direkt neben der Ahrmündung. Rund 170.000 Fische wurden am Morgen an der Ahrmündung und rund 30.000 am Nachmittag am Kripper Rheinufer eingesetzt. Initiator für die Wiederansiedlung der Mai-Finte ist der Bürger- und Heimatverein Kripp um Vorsitzenden Harry Sander. Bereits 2015 feierte der Verein ein Finte-Fest zur Einweihung des neuen Finte-Brunnens am Rhein. Hierzu hatte der Verein Dr. Andreas Scharbert vom Projekt Eu+Life Alosa alosa und Christoph Heider von der Hit Umwelt- und Naturschutzstiftung gewinnen können. Bei dem Fest informierten die beiden vor zwei Jahren umfassend und ausgiebig über die Mai-Finte. Durch diesen Kontakt wurde die Idee geboren, sich um die Wiederansiedlung der Mai- und Finte-Fische intensiv zu bemühen. Vor einigen Wochen gab Scharbert grünes Licht für diese Aktion. „Ich freue mich nun, dass es endlich wahr wird, die Wiederansiedlung der Fische in Angriff zu nehmen“, betonte der Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Kripp, Harry Sander, am Freitagnachmittag. Zuvor hatte er neben den Bürgern und den Kindergartenkindern Staatssekretär Dr. Thomas Griese, Bürgermeister Herbert Georgi, den Vorsitzenden des Rheinischen Fischereiverbandes Reiner Gube, den Ortsbeirat mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher Frank Krajewski, die örtlichen Vereine, Dr. Andrea Scharbert, Christoph Heider und die Mitglieder der Poller Maigeloog mit Reihmeister Hans Burgwinkel begrüßt. Der Poller Maigeloog ist ein Verein, dessen Wurzeln ins Mittelalter reichen und der jährlich am 1. Mai an den Maifischfang in Köln-Poll mit Fischerspiel, Umzug und Fest erinnert. Am Kripper Ufer zeigte das Maigeloog in Zusammenarbeit mit dem Poller Heimatmuseum eine Ausstellung mit über 100 Bild- und Informationstafeln über Maifischfang in Poll, am Rhein, in Europa und in aller Welt.
So feierte am Freitag der Rheinische Fischereiverband an der Ahrmündung in Zusammenarbeit mit dem Bürger- und Heimatverein e.V. Kripp den Maifischbesatz 2017. Das Projekt unter Leitung von Dr. Andreas Scharbert wird unter anderem gefördert durch die Hit Umwelt- und Naturschutz Stiftung, vertreten durch Christoph Heider. Der erste offizielle Maifischbesatz in Rheinland-Pfalz wurde insbesondere gewürdigt durch Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Energie Ernährung und Forsten, dem Bürgermeister der Stadt Remagen Herbert Georgi sowie dem Vorsitzenden des rheinischen Fischerverbandes Reiner Gube.
Maifischpopulation im Rhein auf gutem Weg
Wie Dr. Andreas Scharbert, langjähriger Projektmanager des EU-Projektes, zur Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein und in der Gironderegion mitteilte, sind auch in diesem Jahr bereits wieder erste aufsteigende Maifische an den Beobachtungsstationen am Oberrhein in Iffezheim und Gambsheim beobachtet worden. Nachdem in den letzten Jahren auch erwachsene Fische in Mosel und Neckar gesichtet wurden, ist in wenigen Jahren bei weiterem Besatz wieder mit einer stabilen Maifischpopulation im Rhein zu rechnen.
„Seit diesem Jahr unterstützt Rheinland-Pfalz das länderübergreifende Projekt zur Rückkehr des Maifisches in den Rhein. Ich freue mich, dass diese seltene Fischart nun wieder in rheinland-pfälzischen Gewässern zu Hause ist“, betonte Staatssekretär Griese. Die nur wenige Millimeter großen Fische seien Nachkommen von wilden Maifischen aus dem Fluss Garonne und stammen aus einer Zuchtanlage in Frankreich. „Mit dem Auswildern der Maifische in den Rhein wollen wir unseren Beitrag zur dauerhaften Rückkehr der Wanderfischart Maifisch in den Rhein und zur Biodiversitätsstrategie des Landes leisten. Hierfür haben wir mit dem traditionsreichen Fischerort Kripp an der Ahrmündung einen besonders symbolträchtigen Ort gewählt“, so Dr. Thomas Griese. „Mit der heutigen Auswilderung steigen die Chancen, dass die Wiederansiedlungsmaßnahmen Früchte tragen und der Maifisch wieder fester Bestandteil der Fischarten des Rheins wird“, so Griese.
Fortpflanzung als weiterer Erfolg
Ein weiterer Erfolg des Projekts sei, dass die zurückkehrenden Maifische sich im Mittelrhein natürlich fortpflanzen. So seien in begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen bei Koblenz Mitte Mai erstmals hunderte Maifische bei ihrer nächtlichen Hochzeit belauscht worden. „Dies ist ein Gewinn für die Artenvielfalt in unseren Gewässern, nachdem der Maifisch im Rhein ausgestorben war“, so der Staatssekretär. In seinen Ausführungen betonte der Staatssekretär weiter, dass der zur den Heringsarten zählende Maifisch „Alosa alosa“ europäische Küstengewässer bewohne und bis zu einer Größe von 70 Zentimetern heranwachse. Maifische würden in den Frühlingsmonaten die Flüsse weit hinauf wandern. Dort würden sie sich nachts in rasch durchströmten Strecken mit kiesigem Untergrund fortpflanzen. Die Jungfische würden noch in den ersten Lebensmonaten ins Meer abwandern, wo sie bis zur Geschlechtsreife heranwachsen und nach drei bis fünf Jahren zwischen April und Juni in den Rhein zum Laichen zurückkehren würden. Noch vor hundert Jahren seien Maifische in großen Schwärmen den Rhein bis weit über Basel hinauf gestiegen. Sie seien im Frühjahr in vielen Rheinzuflüssen gefangen worden und hätten eine wichtige Grundlage für die Berufsfischerei gebildet.
Das Lob von Staatssekretär Griese galt allen Beteiligten für die Wiederansiedlung und besonders in Kripp dem Bürger- und Heimatverein, der sich stark um die Wiederansiedlung der Finte-Fische bemüht habe. AB
Gemeinsam mit einigen Kindergartenkinder übergaben Griese und Heider die Fische dem Rheinwasser.
Der Poller Maigeloog ist ein Verein, dessen Wurzeln ins Mittelalter reichen und der jährlich am 1. Mai an den Maifischfang in Köln-Poll mit Fischerspiel, Umzug und Fest erinnert.

Liebe Jutta, ein toller Artikel, vielen Dank hier für
Grüße Harry