Allgemeine Berichte | 19.09.2024, 15:45 Uhr

Die Marienkapelle wird stadtfein gemacht

Bis zu vier Dutzend Menschen aus den Vereinen, den Zünften, der Bevölkerung waren ehrenamtlich im Einsatz.  Foto: Werner Dreschers
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Adenau. Im Oktober 2021 haben Unholde die Marienstatue an der Marienkapelle aus drei Metern Höhe auf den Boden gestoßen und dabei stark zerstört. Ohnedies war der Respekt vor einer kirchlichen Einrichtung, die für viele Menschen ein Ort der Besinnung und der Marienverehrung ist, gänzlich verloren gegangen, Müll und Unrat, Glasscherben überall im Umfeld der Kapelle.

Ein großes Ärgernis für viele, Herbert Fuzzy Bätz, dem das Gelände an der Kapelle mit vielen Jungen seiner Kindheit als beliebter Spielplatz diente, nahm sich der Sache an. Er wollte die Kirche und ihr Umfeld wieder in einen würdigen Ort versetzen. Als die Kreisverwaltung Ahrweiler damit warb, bis Ende des Jahres 2023 das Anlegen einer Obstbaumwiese zu bezuschussen, erkannte er eine Chance tätig werden zu können. Er informierte die Vorsitzenden der Adenauer Vereine, man kam überein auf dem Gelände Obstbaume zu pflanzen, zehn Sorten alter Art, die nicht mehr so geläufig sind. Jeder Verein pflanzte einen Baum und übernahm die Aufgabe für seine Pflege zu sorgen. Gesagt, getan, alsbald entstand der Gedanke, das gesamte Umfeld zu bearbeiten.

Ein Förderantrag bei der LAG Osteifel wurde gestellt, mit Unterstützung des VG-Bürgermeisters Guido Nisius und des Fachbereichsleiters Bernhard Jüngling wurde die Förderzusage eingeholt. Im Mai 2023 konnte die von der Wimbacher Künstlerin Monika Schneider fachkundig restaurierte Statue der Mutter Gottes wieder ihren Platz einnehmen, dank der tatkräftigen Hilfe von Mitgliedern der Hammerzunft. Im August 2024 konnte zu einem Dreck-Weg-Tag aufgerufen werden. Der Aufruf wurde eifrig befolgt. Am ersten Samstag des Septembers trafen sich rund vier Dutzend Hilfswillige, die tüchtig Hand anlegten. Das hatte keiner erwartet, es zeigte umso deutlicher, wie ernst das Anliegen vielen ist. Einen ganzen Tag opferten viele, manche auch einige Stunden, damit das Gelände wieder ordentlich aussieht, jeder half nach Leibeskräften so gut er konnte und Zeit hatte. 1000 Tulpen- und Narzissenzwiebeln wurden gesetzt. Ein Rosenbeet wurde mit Basaltsteinen eingefasst und mit sieben alten Rosenzüchtungen bepflanzt. Des Weiteren kamen noch 500 Frühlingsblüher ins Beet. Ein Gerüst wurde errichtet um die Lourdesgrotte von eingewachsenem Efeu und Wildwuchs befreien zu können. Die Mutter Gottes-Statue wurde mit einer Plexiglas-Scheibe, einem Schutzgitter und einem Kupferdach gegen Witterungseinflüsse geschützt. Auch ein Holz-Crucifix wurde aufgestellt, es stammt aus der ehemaligen Krankenhaus-Kapelle. Aufwändig war das Entfernen von Heckenüberwuchs und Dornengestrüpp, Totholz wurde aus den Bäumen geschnitten. Die Menge betrug letztlich mehr als 10 Kubikmeter Grünabfall zum Entsorgen.

Vier Bienen- bzw. Insektenhotels dienen dem Natur- und Artenschutz. Die Zahl der geleisteten Stunden betrug 236! Am darauffolgenden Montag wurden die von Willi Kiesewalter geschmiedeten Gitter befestigt, ein paar Tage später wurden Restarbeiten erledigt, es folgte die Anlage von zwei Beeten und die Bepflanzung der Böschung mit Blumen und Blumenzwiebeln, zwei Sitzbänke wurden installiert, ein Sichtschutz um den Gastank errichtet. Nochmals war ein Zeitkontingent von 63 Arbeitsstunden zu verzeichnen.

Mehr als 70 Menschen haben im Laufe der Arbeiten ihr teils ehrenamtlichen Engagement gezeigt, sich eingesetzt, begonnen bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, der VG Adenau, der Stadt Adenau, vertreten durch Stadtbürgermeister Frank Wisniewski, den Mitgliedern des Stadtrates, dem ehemaligen Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, dem Säujass-Gemeinderat, der Freiwilligen Feuerwehr Adenau, der Hammer-, Gerber- und Wollenweberzunft Adenau, den kfd-Frauen Adenau, TuWi Adenau, Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Adenau 1959, Eifelverein Adenau und den Pfadfindern St. Georg.

Mit Bedauern bemerkte Herbert Fuzzy Bätz fest, dass manche Menschen sich absolut nicht beteiligten, schade. Vielleicht ist ihnen nicht bewusst, dass ohne Pflege und Erhaltung der Anlage die nächste Generation nicht mehr in den Genuss kommen wird diese Örtlichkeit zu nutzen.

Die durchgeführten Erhaltungsmaßnahmen waren vermutlich die größte freiwillige Arbeitsgemeinschaft in der Stadt Adenau seit der 150-Jahrfeier des Adenauer Kreuzweges. Und such dieser verlangt wieder seinen jährlichen Tribut an Pflege: Am Samstag, 5. Oktober um 13:30 Uhr findet wieder die große Herbstreinigung statt.

Allen, die mitgemacht haben und weiter mitmachen wollen, gilt ein herzliches „Danke schön“, so der Initiator der Aktion, Herbert „Fuzzy“ Bätz. Ihm selbst zollen viele besonders herzlichen Dank, er hat gezeigt, was man mit gutem Willen und großem Einsatz tatsächlich erreichen kann!WD

Bis zu vier Dutzend Menschen aus den Vereinen, den Zünften, der Bevölkerung waren ehrenamtlich im Einsatz. Foto: Werner Dreschers

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