Allgemeine Berichte | 12.04.2024

Interview mit Nataliya Strefler zur Situation in Montabaurs Partnerstadt Trostyanetz

„Die Menschen brauchen Hilfe – jeden Tag“

Montabaur. Interview mit Nataliya Strefler aus Ruppach-Goldhausen, die die Städtepartnerschaft Montabaur-Trostyanetz angestoßen hat.

Frau Strefler, aktuell gibt es schlimme Nachrichten aus Trostyanetz: das Krankenhaus wurde bombardiert. Was ist denn so die größte Not der Menschen? Sie stehen ja täglich im Kontakt mit ihnen.

Nataliya Strefler: Ja, genau vor zwei Wochen circa wurde das Krankenhaus von Trostyanetz bombardiert. Die Chirurgische Abteilung würde gänzlich zerstört. Über 200 Fenster gingen zu Bruch von dieser Explosion. Eine russische Drohne hat sie verursacht. Dieses Krankenhaus wurde schon einmal angegriffen. Das war im Jahr 2022. Es wurde mit der Hilfe aus Europa wieder aufgebaut. Jetzt ist das nochmal passiert. Die Menschen in Trostyanetz, insgesamt 20.000 Einwohner, sie brauchen ein Krankenhaus. Die Menschen brauchen Hilfe – jeden Tag! Kinder werden krank, erwachsene ältere Leute brauchen Ärzte.

Das wichtigste ist jetzt, Spenden zu sammeln?

Nataliya Strefler: Ja, genau. Das ist so. Wie gesagt: über 200 Fenster wurde kaputt gemacht, und natürlich die Wände, die Fenster wurden rausgerissen. Drei oder vier Krankenwagen sind auch zerstört. Da braucht man Spenden, da braucht man Hilfe. Das ist alles schnell wie möglich wieder aufzubauen. Das Krankenhaus ist ganz wichtig für die Menschen.

Ein wichtiger Schritt für den Erfolg der Spendensammlung ist der Deutsch- ukrainische Abend, der am stattfindet. Da sind Sie auch beteiligt.

Nataliya Strefler: Spenden zu sammeln ist nicht so einfach. Besser ist es natürlich, wenn wir einen Verein gründen, die deutsch-ukrainische Gesellschaft e.V. Dadurch kann man ein bisschen einfacher einen Spendenaufruf machen und mehr Menschen zusammenbringen, die Interesse haben zu helfen.

Seit Oktober ist ein anderer Krieg in den Medien im Mittelpunkt. Was erleben sie an Unterstützung hier?

Nataliya Strefler: Ja, ja, da haben sie Recht. Am Anfang würde ich sagen, war das war schon so, im Oktober und im November. Aber die Ukraine bekommt ja Hilfe aus Europa, aus Amerika, und auch aus Japan ganz viel.

Die beste Motivation ist ja, jemandem zu helfen, wenn man ihn kennt. Wie motivieren Sie Menschen zu helfen?

Nataliya Strefler: Zunächst einmal kommt das aus dem Herzen, dieses Gefühl, anderen zu helfen. Die Menschen in Deutschland sind so hilfsbereit. Das ist unglaublich. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass die Menschen gerne helfen. Oft fehlt nur die Information.

Können Sie garantieren, weil sie die persönlichen Kontakte haben, dass die Spenden wirklich ankommen?

Nataliya Strefler: Genau das, das ist richtig. Die Stadt Montabaur steht im direkten Kontakt mit der Stadt Trostyanetz. Die Spenden gehen direkt an das Krankenhaus zum Beispiel. Im Januar haben wir auch Spenden gesammelt für einen Kindergarten. Der wurde auch beschädigt. Das Dach musste erneuert werden. Und wir bekommen direkt Antwort aus Trostyanetz. Die schicken uns dann Bilder. Zu Weihnachten haben wir 120 Pakete geschickt, und dann haben wir auch direkt wieder Fotos bekommen. Die Kinder haben diese Pakete bekommen. Alles wurde direkt verteilt.

Gibt es Dinge, die Ihnen Hoffnung machen, dass der Krieg irgendwann aufhört und sich alles zum Guten wendet?

Nataliya Strefler: Was kann man sagen? Das ist eine schwierige Frage. Die Ukraine kämpft für die Freiheit, für Unabhängigkeit, für die Demokratie sterben ukrainische Männer und Frauen, und da geben wir nicht auf. Wir sind auch sehr, sehr unterstützt aus Europa, und aus Amerika auch. Ich denke, es wird es wird alles gut für die Ukraine. Ich wünsche mir das.

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

Nataliya Strefler: Dankeschön.

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