Allgemeine Berichte | 17.06.2022

300 Gläubige feierten in Montabaur Fronleichnam – Persönliche Predigt des Pfarrverwalters

„Die Mitte wieder finden“

Fronleichnam in Montabaur. Foto: privat

Montabaur. Unter dem Motto „Jesus in unserer Mitte“ feierten rund 300 Gläubige diesen Donnerstag Fronleichnam in Montabaur. Die Erstkommunionkinder dieses Jahres waren in ihren festlichen Kleidern und Anzügen noch einmal gekommen, zahlreiche Messdienerinnen und Messdiener taten ihren Dienst im Gottesdienst, und die Pfadfinder des Montabaurer DPSG-Stammes hatten vor dem Altar einen bunten Blumenteppich gelegt. Alles bereit für ein „schönes, katholisches Fest“, wie Pfarrer Stefan Salzmann auch seine Predigt begann. Doch in diesem Jahr fiele es ihm schwer, dieses „typisch katholische“ Fest zu feiern, so der Pfarrverwalter. Erst „die Monstranz durch die Straßen tragen, um zu zeigen: schaut her, so geht’s richtig. Und abends in den Nachrichten und am nächsten Morgen in der Zeitung wieder die furchtbaren Nachrichten, was von Menschen in der Kirche wieder Schreckliches getan wurde.“ Vieles passe auf den ersten Blick nicht mehr zu so einem Fest, wenn man sich z.B. wünsche, dass endlich Gleichberechtigung von Mann und Frau oder ein Segen für alle Paare in der Kirche Wirklichkeit werden sollten. „Bei dem, was alles schiefläuft, sollten wir uns da nicht lieber in unsere Kirchen verkriechen? Was trauen wir uns eigentlich noch raus?“ Salzmann führte weiter aus, dass in der Kirche eigentlich immer „Krise“ gewesen sei. Schon beim letzten Abendmahl, als die Jünger vom bevorstehenden Tod Jesu erfuhren, war Krise angesagt. „Krise gehört scheinbar zu Kirche dazu“, so Salzmann.

Wichtig sei aber, dass Christen sich vergegenwärtigten, was sie da feierten. Das Wesentliche am katholischen Glauben seien nicht die Äußerlichkeiten, wie das Spitzenmuster am Priestergewand, ob dieses oder jenes Lied gesungen würde, oder ob die Oma von dem oder dem Pfarrer beerdigt würde. Das Entscheidende sei „Jesus in unserer Mitte“. „Da, wo ich mein Herz an Jesus hänge, wo ich bete und eine Beziehung zu ihm aufbaue, da wo ich die Heilige Schrift lese und verstehen möchte, und wo ich weiß: wir sind vom Heiligen Geist erfüllt, uns kann gar nichts schlimmes passieren, weil er gesagt hat: Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt – da hält der Glaube auch Krisen aus.“ so der Seelsorger.

In seiner teils sehr persönlichen Predigt griff Salzmann weiter auf, was viele in der Kirche derzeit beschäftige: „Ich kann teilweise nachts nicht schlafen und mache mir wie viele andere auch große Sorgen, wie es weitergeht. Aber dann denke ich an Jesus, der zu Petrus gesagt hat: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen. Jesus kannte die Menschen. Er wusste, wie schwach wir sind“.

In der Prozession wird nach katholischem Verständnis der „Leib Christi“, also Jesus selbst in der Monstranz durch die Straßen getragen. Damit würde sichtbar, dass Gott in allen Lebensbereichen in der Stadt zu finden sei. „Tragen wir Jesus in unseren Alltag. Und stellen wir ihn immer wieder in unsere Mitte“, so Salzmann.

Fronleichnam in Montabaur. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Anzeige "Rund ums Haus"
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Stellenanzeige
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
49

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Osterangebot
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Titelanzeige