Remagener Möhne eroberten mit Schirm, Charme, Spitzebötzje und Hubwagen das Rathaus und den Marktplatz
Die Möhnen sicherten sich die Macht
Bürgermeister Björn Ingendahl als Schlafmütz und Pastor Frank Klupsch als Gouvernante begeisterten Möhne und närrisches Publikum
Remagen. Eigentlich hätte er es schon gerne sehr ruhig gehabt am Weiberdonnerstag, so im Rathaus und drumherum, der Bürgermeister Bürgermeister Björn samt seiner Belegschaft. Doch da machten ihm die Möhne um Obermöhn Tina Möcking am Weiberdonnerstag einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Mit allem, was zu der holden Möhneschar gehört, mit Vorstand, mit Top 7, mit Nachtjacken, Stippeföttche, Gruppe Marlene, Sternchen und Engelchen wurde, verstärkt durch die KG Narrenzunft, die Stadtsoldaten, die Prinzengarde und natürlich mit dem amtierenden Prinzenpaar Alexander und Sandra Krahe mit Hofstaat und dem Kinderprinzen Alexander Reisdorff, zunächst der Marktplatz erobert. Die Musik dafür gab es vom Musikkorps der Remagener Stadtsoldaten unter Regimentskapellmeister Frank Weiss und natürlich von der dicke Trumm der Möhne. Die Plakate um das Rathaus, auf denen absolute Ruhe gefordert wurde, hatten die charmanten Mädels schlicht übersehen. Die Rathauspforten waren verrammelt und verriegelt, ein Eindringen ins Rathaus vom Stadtchef und seiner Belegschaft unmöglich gemacht. Da öffnet sich plötzlich die Balkontür vom Vorzimmer zum Chefzimmer und Bürgermeister Björn Ingendahl erschien auf dem Rathausbalkon als Damolmännchen, in Nachthemd, mit Schlafmütze und Kerzenhalter. „Ruhe hier, die Verwaltung möchte schließlich den verdienten Büroschlaf genießen“, mahnte der Stadtchef. Und um dies zu unterstreichen, lugten aus den oberen Rathausfenstern, müde Beamte und Angestellte. Und schon erschien zum Schutze des müden Bürgermeisters seine Gouvernante, Pastor Frank Klupsch, genial kostümiert, und im ersten Moment kaum zu erkennen. Inzwischen durfte der Kinderprinz Alexander nach zähen Verhandlungen mit der Obermöhn auch als männlicher Nachfahre 3,75 Sätze zum närrischen Volk sprechen.
Der Prinz hatte Sprechverbot
Der große Prinz Alexander bekam ebenso wie alle anderen für den Weiberdonnerstag Sprechverbot von der Obermöhn, denn heute habe Prinzessin Sandra das Sagen. Dafür bekam er ein Schild mit Spruch „Feuer und Flamme für meine Prinzessin“. Hofmarschall Marcel Möcking bekam den Auftrag der Prinzessin immer vorauszugehen und Blümchen zu streuen und Säckelmeister Carsten Delord das „Alaaf-Schild“. Der Prinz wiederum müsse dann darauf achten, dass die gestreuten Blümchen wieder aufgekehrt werden und bekam dazu einen Besen mit dem Spruch: „Lieber Prinz Alex, ich finde, du kannst alles tragen“. KG-Chef Martin Dinkelbach wurde noch kurzerhand ein Clownkostüm verpasst. Ja, und der verschlafene Bürgermeister wusste immer noch nicht, was Sache ist.
Obermöhn Tina Möcking enterte einen Hubwagen und ab gings zum Rathausbalkon
Und ganz zufällig stand dann auf dem Marktplatz noch so ein städtischer Hubwagen rum. Den enterte Obermöhn Tina Möcking und ließ sich damit zum Rathausbalkon heben, um dem Bürgermeister einen Hallowach-Tropfen zu kredenzen. Und dann war sie nun im Rathaus, schnappte sich den Bürgermeister und den Pastor und erschien mit beiden auf den Rathaustreppen. Die „Gouvernante“ hatte denn auch einen Schlips dabei, den die Obermöhn geschickt kürzte. Pastor Klupsch erhielt einen guten Tropfen mit dem Spruch „Trinkfest und arbeitsscheu, aber der Kirche treu“ und sang dies gleich mit den KG-Vertretern als Kirchenlied. Und dann kam wie immer: dat Stippefötche, erst von den Stippeföttche getanzt und bei der Zugabe mit den Honorationen verstärkt. Bürgermeister Björn Ingendahl hatte dabei sichtlich Spaß, gab seine Macht offiziell ab, „aber nur bis Aschermittwoch“. Gleichermaßen lud er die Möhne und ihre Gäste zu einem kurzen Umtrunk ins Büro, bevor die Möhne ihren Weiberdonnerstagzug fortführten, bis am Nachmittag die jecke Möhnesitzung angesagt war. AB
Bürgermeister Björn Ingendahl als Schlafmütz, Pastor Frank Klupsch als Gouvernante und Obermöhn Tina Möcking nach der gelungenen Machtübernahme.
Die Möhnen mit Prinz und allen Aktiven versuchten den Stadtchef zu wecken.
Die Top 7 der Möhne verfolgten den Sturm der Obermöhn auf den Rathausbalkon.
