Machtübernahme bis Aschermittwoch
Die Narren erstürmten das Rathaus
Bad Ems. Die Bad Emser Karnevalsgesellschaft (EKG), Prinz Willi 2.0 mit Prinzenteam, die Musikformationen „Gugge mer ma“ und die Roten Husaren zogen von der Prinzenburg „Alt Ems“ los, um die Macht über Bad Ems und die Verbandsgemeinde zu übernehmen.
Von Weitem waren sie schon zu hören. Angeführt von Frank Ackermann (Präsident der EKG) bezogen die Narren Stellung auf dem Rathausplatz. Verbandsbürgermeister Josef Oster, unterstützt von seinem Zweiten Stadtbeigeordneten Günter Wittler, versuchte mit Taktik und List, sich dem Angriff zu widersetzen. Oster rief aus sicherer Entfernung: „Da muss aber noch mehr kommen“. Die Konfettikanone der EKG war wohl bei diesen Temperaturen eingefroren. Sehr zur Freude der Verteidiger. „Geht doch besser runter an die Lahn, hier ist sowieso nichts zu holen“, rief der Kapitän. Prinz Willi 2.0 konterte frech: „Wer sagt denn, dass wir dein Rathaus überhaupt wollen? Ich habe da mal eine grundsätzliche Frage: Müssen wir Nassau dann dazunehmen?“
Oster konterte: „Lebend gehe ich hier heute nicht raus. Vielleicht ist das ja meine letzte Rathausverteidigung!“ (Manche behaupten, da war noch nie Leben drin, so die Retourkutsche des Prinzen)
„Ich habe ja gehört“, so Willi 2.0 weiter: „dass Du ja bald nach Berlin gehen willst. Damit du den Weg dahin auch findest, lege ich dir schon einmal eine Spur. Jeder frisch gebackene Berliner weist Dir den richtigen Weg“.
Die drei Engel nutzten derweil das Wortgefecht und schlichen sich durch den Eingang. Mariechen und Prinzje Julius eroberten die Leiter und stiegen in das Fenster ein. Oster kommentierte: „Die Engel Nadine Willig, Ildiko Koparan, Laura Ivanov und der kleine Prinz dürfen bleiben, aber der Prinz kommt mir hier nicht rein!“ Nach einem Gerangel um die Leiter gab sich der Verbandsgemeinde-Chef geschlagen. Prinz Willi 2.0 der närrische Reporter, erklomm die Stufen mit dem Siegesruf „We will make Bad Ems great again“. Nach der Kapitulation der Amtsinhaber wurde der Rathausplatz schnell zu einem Epizentrum karnevalistischer Fröhlichkeit. Im musikalischen Wechsel gaben die „Roten Husaren“ und die „Gugge mer ma“ den Ton an. Den Karnevalisten ging es nicht um die Stadtkasse, denn die ist ja schon seit Jahren leer. Es ging ihnen mehr um den Schlüssel zum Rathaus. Somit haben sie in der fünften Jahreszeit bis Aschermittwoch die Macht symbolisch in den Händen. „Wieder einmal haben wir es geschafft und die Regentschaft übernommen“, verkündigte Frank Ackermann. Zum ersten Mal gab es sechs Schlüssel aus Gold. „War wohl doch noch Schwarzgeld in der Kasse“, die von Josef Oster an Prinz Willi 2.0, die drei Engel, Prinzje und den Hofkanzler Frank Spiegel überreicht wurden. Prinzje Julius wollte den Schlüssel gleich mal an Papa Prinz ausprobieren, „Ob man den damit auch abstellen kann?“ Als erste Amtshandlung so Prinz Willi 2.0 „werde ich eine hohe Mauer um Nassau bauen“. „Wenn du eine Mauer um Nassau baust, so Oster, dann bleibe ich in Bad Ems“. Traditionsgemäß stellt die Guggemusik ein vereinsinternes Prinzenpaar. Die neuen Regenten Prinzessin Ulli I. von der flinken Schere und Prinz Markus I. vom schnellen Schneeschieber wurden von dem Vorsitzenden Mario Lotz vorgestellt.
Mit dem Prinzenlied „Karneval in Bad Ems“ lud Prinz Willi 2.0 und das Prinzenteam die Bevölkerung und Narren zum Mitsingen und Schunkeln ein.
Für das leibliche Wohl sorgten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
Oster kommentierte: „Die Engel Nadine Willig, Ildiko Koparan, Laura Ivanov und der kleine Prinz dürfen bleiben, aber der Prinz kommt mir hier nicht rein!“
Prinz Willi 2.0 lieferte sich mit Verbandsbürgermeister Josef Oster ein „heftiges“ Wortgefecht.
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