Allgemeine Berichte | 26.01.2021, 11:12 Uhr

Waldkindergartengruppe in Waldorf gestartet

Die Natur als „Gruppenraum“

Seit September steht der Bauwagen im Waldstück. Foto: privat
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Waldorf. Seit dem vergangenen Sommer ist ein Waldstück in Waldorf für 13 Kinder ein ganz besonderer Ort. Jeden Morgen machen sie sich seitdem nach einem Treffen an der Kita St. Remaclus gemeinsam mit den Erzieherinnen auf den Weg dorthin, denn im Wald besuchen die Mädchen und Jungen die erste Waldkindergartengruppe im Kreis Ahrweiler.

Rund eine halbe Stunde dauert der Spaziergang zum Wald und dabei gibt es viel zu entdecken – zum Beispiel Tierspuren und viele verschiedene Pflanzen. Am Gruppenraum unter freiem Himmel angekommen werden erstmal die Hände gewaschen. Natürlich nicht mit fließendem Wasser aus dem Hahn, sondern mithilfe eines Kanisters. Dann geht es zum Frühstück. Das bringen die Kinder mit und essen es gemeinsam draußen. In seltenen Ausnahmefällen, bei Regen, essen die Kinder im Bauwagen, der im Waldstück steht. Im Normalfall wird der beheizte Wagen, der dank der Unterstützung vieler fleißiger und engagierter Eltern Ende September schnell aufgestellt werden konnte, genutzt wenn sich ein Kind aufwärmen will oder, um Materialien zu lagern. Die Kinder haben zusätzlich die Möglichkeit, sich zum Spielen, Basteln oder Malen in den Bauwagen zurückzuziehen, wenn der Wunsch danach besteht und die Wetterbedingungen es draußen nicht zulassen. „Planen lassen sich die Tage nicht so einfach. Man lernt hier draußen, zu improvisieren“, sagt Kita-Leiterin Astrid Gehrke.

Die Kinder bewegen sich im Wald in einem markierten Bereich, der vom Förster vorbereitet wurde, um für die Sicherheit der Kinder zu sorgen. Die Bäume, die für den Platz weichen mussten, wurden, auf Anweisung des Försters, von einer Firma gefällt. Das Holz und die Äste, haben Väter an einer Samstag-Aktion, mit schwerem Gerät, beiseitegeschafft und teilweise geschreddert. Ohne diesen Einsatz hätte der Platz für die Waldkindergartengruppe wohl erst im Oktober genutzt werden können.

Die Erzieherinnen und Kinder haben begonnen, neue Bäume auf dem Areal der Waldkindergartengruppe zu pflanzen. Denn wichtig ist Astrid Gehrke und ihrem Team, möglichst wenig in die Natur einzugreifen. Darum sind einzelne Tätigkeiten wie zum Beispiel Buddeln auf feste Bereiche begrenzt. Ebenso wurden Wege zwischen den einzelnen Bereichen mit Stöcken markiert, um zu verhindern, dass kleine Pflanzen durch die Kita-Gruppe in Mitleidenschaft geraten.

Auch Müll soll bewusst vermieden werden. Das Mitbringen von verpacktem Essen ist darum nicht erlaubt. Den Müll, der sich trotzdem nicht vermeiden lässt, wird von den Erzieherinnen mit zur Kita genommen.

Kinder und Erzieherinnen haben sich gut im Wald eingelebt. Auf lange Sicht gibt es aber noch einige Pläne und Wünsche für die Waldkindergartengruppe. „Vieles wird sich noch entwickeln. Wir haben gerade erst angefangen“, sagt Astrid Gehrke mit Blick auf die Zukunft. Nach der Verzögerung des Starttermins für die Waldgruppe sind sie und ihr Team sehr froh darüber, dass sie die ersten Erfahrungen in der Waldkindergartengruppe gemacht haben und darauf aufbauend weitere Neuerungen umsetzen können.

Ab dem Frühjahr können wieder Kinder in die Waldgruppe aufgenommen werden, wobei Kinder, die aktuell die Gruppen der Kita St. Remaclus innerhalb des Kitagebäudes besuchen, den Vortritt haben.

Seit September steht der Bauwagen im Waldstück. Foto: privat

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