Projekt der katholischen Erwachsenenbildung im Bistum gastierte im Seniorenzentrum
Die St. Martin-Legende mal ganz anders
Cochem. Zwei junge Schauspieler, ein Garderobenständer, ein roter Ledermantel, mehrere Schirme, ein Teppich und eine Pelzkappe, das sind die Requisiten bzw. Akteure eines Theaterstückes: Die Theatergruppe „Bühne1“ führte im Foyer des Seniorenzentrums St. Hedwig die Geschichte des Heiligen Martin von Tours einmal ganz anders auf, als man sie gewöhnlich kennt. Die alten Menschen schauten etwas verwundert, als der junge Till Thurner in unterschiedlichen Outfits zu erzählen beginnt, während seine noch jüngere Kollegin Pia Schellen auf einem CD-Player ein Martinslied abspielt.
Wettbewerb für junge Künstler
Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) des Bistums Trier hatte zum Martinsjahr, das von Papst Franziskus ausgerufen wurde, als Zeichen der Barmherzigkeit und Nächstenliebe einen Wettbewerb unter jungen Künstlern aufgerufen. Die beiden Gewinner dieses Wettbewerbs, „Kreuz&Quer“ und „Bühne 1“, sind seitdem unterwegs, um die Geschichte des St. Martin auf unsere heutige Zeit zu übertragen. An 14 Terminen wollen die Akteure in der Form des Straßentheaters ihre Vorstellung vom modernen Martin in spontanen Aufführungen präsentieren.
Bei der Vorführung vor den Senioren in Cochem wich die anfängliche Skepsis rasch. „Wir wollen etwas entwickeln, womit auch Erwachsenen an Martin von Tours herangeführt werden und sich fragen, wie sie ihn mit ihrem eigenen Leben in Verbindung bringen“, erklärt Nicole Henneck, die das Projekt mit der KEB ins Leben gerufen hat.
Bei der kurzen Aufführung im Seniorenzentrum St. Hedwig wurden einige der Bewohner direkt in die Handlung eingewoben. Thurner, der in die Rolle des St. Martin schlüpft und unterschiedliche Personen spielt, stellt viele Fragen an sich und das Publikum. Mal tritt er als Soldat aus der Römerzeit auf, mal spielt er vor der syrischen Stadt Aleppo. Der Schauspieler verkörpert stets St. Martin mit seiner barmherzigen Botschaft. Als am Schluss die Schauspielerin Pia Schellen mit glockenreiner Stimme „Ich geh´mit meiner Laterne“ anstimmt, während Kollege Tim Thurner kleine Martinsbrezeln verteilt und Regenschirme zum Schutz neben Kerzen für die Dunkelheit ausgegeben werden, das kommt die Botschaft rüber. „Free Hugs“, also kostenlose Umarmungen beschließen die Aufführung. Anhaltendes Klatschen und begeisterte Gesichter bei den Senioren belegten: St. Martin ist auch ohne Pferd und ohne Laternenumzug in Cochem angekommen. TT
