Allgemeine Berichte | 14.06.2017

Unkel lud am Wochenende zu seinen fünften Gartentagen an die idyllische Rheinpromenade

Die Stadt muss sich Gedanken machen

Absagen von Ausstellern und schwindende Besucherzahlen belasten die Gartentage

Mit Astscheren Bäumen und großen Sträuchern zu Leibe rücken wollten einige Besucher der Gartentage.DL

Unkel. Nach ihrer gelungenen Premiere im Vorjahr hatte Birgit Körnig, die von Gudrun Kinzel und Anja Schlarb die Organisation der „Unkeler Gartentage“ übernommen und das Angebot um den Bereich Lifestyle erweitert hatte, auch die fünfte Veranstaltung dieser Art an der Rheinpromenade, akribisch vorbereitet. „Der Mix aus Garten- und Lifestyle-Produkten ist eine ausgesprochen gute Adresse für Gartenliebhaber und Genussmenschen und passt damit hervorragend in unsere herrliche Kulturstadt“, hatte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen im Vorfeld geschwärmt. Jetzt könne man nur hoffen, dass am zweiten Juniwochenende auch das Wetter mitspiele, so sein Wunsch.

Viele Flächen unbesetzt

Nicht mitgespielt hatten zunächst fünf Aussteller, die Birgit Körnig zu kurzfristig absagten, um noch Ersatz beschaffen zu können. Obwohl anders als im Vorjahr der große Parkplatz im Norden der Altstadt sowie der Garten des Christinenstifts nicht in die Ausstellungsflächen miteinbezogen worden waren, blieben auf dem reduzierten Bereich zwischen Fronhof und Mariensäule auf der Promenade viele Flächen unbesetzt.

Und auch von einem Besucherandrang konnte zumindest am Samstag trotz idealer Wetterbedingungen nicht gerade gesprochen werden. „Etwa mit dem Rosenfest in Bad Honnef, dem Weinberg-Spaziergang am Drachenfels oder dem Weinblütenfest in Bad Höningen haben unsere Gartentage doch unter extremer Konkurrenz zu leiden“, konstatierte die Organisatorin recht frustriert am Samstagabend vor dem Vortrag von Susanne und Dirk Peeling im „café ideenreich“. In dem ging es nicht nur um Ayurveda, die älteste Gesundheitslehre. Wie schon am Stand an der Promenade wurde auch um Unterstützung für das Bildungskonzept der Pilotschule „Isa Viswa Vidyalayam“ in Trivandrum, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Kerala geworben.

Vor der Flussfassade vom Rheinhotel Schulz hatte zudem der Verein „TierRettung Ausland“ seinen Stand aufgebaut, an dem Pflanzen und selbst hergestellte Produkte zugunsten einer ungarischen Hunde-Krankenstation angeboten wurden. „Außerdem werben wir Paten an für ein Hunde-Kastrationsprojekt in Kaposvar/Ungarn sowie für spezielle Hundehalsbänder gegen Zecken, sind diese lästigen Viecher dich Überträger von Erregern und damit Verursacher von oftmals schlimmen Krankheiten“, so Silvia Schneider. Nicht dieser Milbenart, aber Buchbäumen und Rosen konnten Links- wie Rechtshänder mit unterschiedlichen Scheren zu Leibe rücken, die selbst dicke Äste wie weiche Butter durchtrennten.

Auch Bonsai-Bäume gab es zu bestaunen

Nicht kleingeschnitten, sondern in Mini-Gefäßen ästhetisch durchgeformt und zu einer extremen Wachsbegrenzung „erzogen“ waren die Wacholderbüsche und Ahornbäumchen, die Steineichen und Lärchen am Bonsai-Stand. Diese Kunstform, einen an sich großen „Baum im Topf“ zu halten, was Bonsai wörtlich übersetzt bedeutet, stammt wahrscheinlich aus China, wo sie Penjing genannt wird. Und eben in das Land der Mitte entführten auch chinesischen Drachen und Pagoden, die neben kleinen Porzellan-Chinesen zwischen den Mini-Sträuchern und -Bäumen platziert waren. „Anspruchslos sind diese Gewächse allerdings nicht. Gegossen werden müssen sie schon regelmäßig“, so die Bonsai-Fachfrau.

Da können die frostharte Sukkulenten wie die blühenden Buckel-Kakteen und Bischofsmützen schon eher eine nachlässige Pflege verkraften. Richtig wohl fühlen sie sich aber vor allem bei ausreichender Wärme und Sonne. Und davon gab es nun wirklich genug vor allem am Sonntag, der Birgit Körnigs Laune, aber auch die der Aussteller, etwas gebessert haben dürfte, kamen doch fast so viele Besucher an die Rheinpromenade wie in alten Zeiten.

Kritik am Verlauf der Gartentagen war aber Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, der am Wochenende in die Partnerstadt Beeskow in Brandenburg gereist war, trotzdem zu Ohren gekommen. „Als Veranstalter muss sich die Stadt wirklich was überlegen, denn schließlich waren die Gartentage noch im Vorjahr ein ganz tolles Event, das einen festen Platz in unserem Veranstaltungskalender hatte“, so der Unkeler Stadtchef auf Anfrage von BLICK aktuell. DL

Die Stadt muss sich Gedanken machen

Die Stadt muss sich Gedanken machen

Mit Astscheren Bäumen und großen Sträuchern zu Leibe rücken wollten einige Besucher der Gartentage.Fotos: DL

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