Reisebüros senden SOS
Die Tourismusbranche demonstriert für weitere Rettungsmaßnahmen
Koblenz. Vor Kurzem gab es die zweite deutschlandweite Demonstration „Rettet die Reisebüros - rettet die Tourismusbranche - wir zeigen Gesicht!
Organisator Florian Hartmann versammelte sich mit Reisebüroinhabern und Mitarbeiter aus der gesamten Region rund um Koblenz, von Bitburg bis Zell, von Oberwesel bis Meckenheim, von Simmern bis Altenkirchen, vor dem Kurfürstlichen Schloss in Koblenz. Symbolisch für die aktuelle Lage in der Branche startete die Demo um fünf vor zwölf, zu der auch Politiker eingeladen wurden.
So kamen MdL Dr. Anna Köbberling (SPD), MdL Marco Weber (FDP), David Langner - Oberbürgermeister der Stadt Koblenz sowie Frank Puchtler - Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und zeigten sich stark bewegt und versprachen sich für die Branche einzusetzen.
Sicherlich sind viele Branchen von der Corona Krise betroffen, aber die Reisebüros und Veranstalter trifft es mit am Schlimmsten, denn sie waren als erstes von der Pandemie betroffen und werden als Letztes wieder zur Normalität zurückfinden.
Es trifft Sie dreifach hart:
1. Sie müssen ihr verdientes Geld bei laufenden Kosten, aus Reisen, die sie die letzten neun Monaten verkauft haben, wieder zurückzahlen, da sie Ihre Provision nur erhalten, wenn der Kunde auch die Reise antritt.
2. Sie mussten in ihren Büros die Rückholaktion vieler Kunden organisieren und die Rückabwicklung der Stornierungen vornehmen – alles unentgeldlich.
3. Sie haben durch die ständige Verlängerung der Reisewarnung und die Quarantänebestimmungen der einzelnen Länder keine Chance auf neues Geschäft.
Die Reisebürobranche, mit deutschlandweit 11.000 Büros, leidet schwer an den Folgen der weltweiten Pandemie und benötigt umgehend wirtschaftliche Hilfe. Die fehlenden Perspektiven in der Reisebranche treiben die Unternehmen akut in die Existenzbedrohung. Schon jetzt sind die Schäden so enorm, dass viele Mittelständler um ihr Lebenswerk und ihre Altersvorsorge sowie ihre Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Wir stehen vor einem Scherbenhaufen. Einmalige Soforthilfen tragen langfristig nicht dazu bei, Insolvenzen zu verhindern und die Unternehmen durch die Krise zu führen.
Es müssen sofort konkrete Maßnahmen zum Schutz der Unternehmen und damit zum Erhalt der Arbeitsplätze in der gesamten Reisebranche ergriffen werden, in der rund drei Millionen Menschen in Deutschland tätig sind. Wie ein Uhrwerk fügen sich die einzelnen Zahnräder, wie Reisebüros, Reiseveranstalter, Busunternehmer, Hotels und Gaststätten, Kunst-und Kulturschaffende zu einen großen funktionierendem Wirtschaftssektor zusammen. Fehlt auch nur ein Rädchen, bricht die ganze Tourismusbranche zusammen.
Die Veranstalter fordern einen Rettungsfond:
„1. Weitere rückzahlungsfreie Soforthilfen in Höhe von 100 Prozent des Umsatzverlustes für alle Reiseabsagen rückwirkend zum Beginn der weltweiten Reisewarnung (17. März 2020). Denn wir haben für diesen Umsatz seit Herbst 2019 gearbeitet.
2. Für die Zukunft gesetzliche Regelungen zum Verbleib der Provision bei den Reisebüros für verkaufte Reisen. Denn Arbeit muss bezahlt werden.
3. Eine rückwirkende Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent für alle Mitarbeiter, denn von 60 Prozent bzw. 67 Prozentkönnen unsere Mitarbeiter nicht leben.
4. Ein Konjunkturprogramm zur Wiederbelebung des Reiseverkaufs in Form von Werbe- und Marketingzuschüssen.
5. Ein Rettungsschirm, der den Reisebüros und Reiseveranstaltern auch zukünftig eine Perspektive sichert und sie als wichtigen Bestandteil der touristischen Infrastruktur erhält.
6. Unterstützung zur Bezahlung von uns selbstständigen Unternehmern in Kleinstbetrieben, analog des Kurzarbeitergeldes für Arbeitnehmer. Die Reiselust der Deutschen wird wieder kommen. Dann braucht der Kunde umso mehr uns, damit er wieder Vertrauen in die Reisebranche bildet. Aber bis dahin benötigen wir dringend weitere Hilfen.“
Pressemitteilung
Rettet die Reisebüros -
rettet die Tourismusbranche -
wir zeigen Gesicht!
Aus den Teilnehmern der Demo und aus Koffern wurde ein großes SOS weithin sichtbar gesendet.

Genau, die Reisebüros müssen erhalten bleiben. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Kunde und Veranstalter.
Denn in der Krise zeigt sich, Veranstalter und Online-Portale sind schlecht oder garnicht zu erreichen. Wer hilft - das Reisebüro vor Ort. Mit viel Herz aber leider ohne Lohn.