Allgemeine Berichte | 06.05.2014

Wachtberg feiert den 300. Geburtstag von Anton Raaff

Die Vereinigung zweier Engel

Vortrags- und Konzertabend am Freitag, 16. Mai

Die Vereinigung zweier Engel

Wachtberg. Mit einem Vortrags- und Konzertabend am Freitag, 16. Mai, erinnert die Gemeinde Wachtberg im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule MeckenheimRheinbachSwisttal mit Wachtberg um 19 Uhr in der Villiper Kirche St. Simon und Judas an den 300. Geburtstag des Startenors Anton Raaff (1714 – 1797), einem der berühmtesten Söhne der Gemeinde.

Den Bel canto vollendet beherrscht

Raaff war einer der wenigen Deutschen seiner Zeit, der den Bel canto vollendet beherrschte und namentlich der erste bedeutende deutsche Mozartsänger war. Die Wachtberger Gemeindearchivarin Dr. Barbara Hausmanns stellt in der Villiper Kirche das Leben des Ausnahmetalents unter dem Titel „Die Vereinigung zweier Engel“ mit einer Vielzahl von Bildern vor. Der Tenor Nico Heinrich, weit über die Grenzen Wachtbergs hinaus als Sänger bekannt und geschätzt, trägt begleitet vom Kammerorchester „Aquisgrana“ unter Leitung von Fabio Mancini Arien aus der Raaff-Ära vor. Das professionelle Ensemble besteht aus Musikern der Musikhochschule Köln. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Verein für Kunst & Kultur in Wachtberg. Anton Raaff wurde am 6. Mai 1714 in Gelsdorf getauft. Aber schon bald darauf zog die Familie in das heutige Wachtberg-Holzem, wo Raaff aufwuchs. Sein Vater Johannes arbeitete als Verwalter auf Burg Gudenau bei Villip. Anton Raaff blieb seinem Heimatort lebenslang eng verbunden und stiftete 1744 die bis heute erhaltene und liebevoll gepflegte Nepomukkapelle. Sein herausragendes Gesangstalent wurde bald gefördert - unter anderem auf der Bonner Jesuitenschule und wohl auch von Max Hattard von Waldbott-Bassenheim, Herr auf Burg Gudenau.

International gefeierter Startenor

Mit Unterstützung des Kölner Kurfürsten Clemens August erhielt das junge Talent eine profunde sängerische Ausbildung in Italien und wurde bald zum international gefeierten Startenor. Freundschaftlich verbunden war Raaff vielen Zeitgenossen aus der „Musikszene“ - auch dem legendären Kastraten Carlo Broschi, genannt Farinelli, sowie dem Komponisten Johann Christian Bach, Sohn von Johann Sebastian Bach. Wolfgang Amadeus Mozart wurde er zu einem väterlichen Freund. Das ungestüme Genie widmete ihm eine Arie, der Tenor übernahm später die Titelpartie der Mozartoper „Idomeneo“. Der berühmte Geiger Giuseppe Tartini hörte Raaff 1751 am Schrein des von ihm tief verehrten Heiligen Antonius in Padua singen. Emphatisch schrieb er über diesen Auftritt: Er habe in Raaff die Vereinigung zweier Engel erlebt: den der Moral und den der beinahe perfekten Musik.

Traditionelles Anton-Raaff-Konzert

Am 29. Juni, 15 Uhr wird im Rahmen des traditionellen Anton-Raaff-Konzerts des Wachtberger Jugend- und Kammerorchesters – dieses Mal auf Burg Münchhausen – ebenfalls an den 300. Geburtstag des Tenors erinnert werden. Das Orchester spielt unter anderem die Ouvertüre der Oper „Idomeneo“.

Die Vereinigung zweier Engel

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