Heimische Tierarten im Blick: Weinbergschnecke fällt im Winter in Kältestarre, bei Wasserknappheit in „Trockenschlaf“
Die Weinbergschnecke verdrängt Nacktschnecken aus Garten
Kreis Ahrweiler. In heißen und trockenen Zeiten scheint sie verschwunden, taucht dann aber bei Abkühlung, besonders aber nach Niederschlägen, wie aus dem nichts wieder auf: Die heimische Weinbergschnecke. Sie ist die größte heimische Landschnecke. Markenzeichen ist das kugelige, feste Gehäuse aus Kalk mit fünf farblich unterschiedlichen Bändern. Markant sind ebenso die vier einstülpbaren Fühler, wovon die beiden oberen länger und „geknöpft“ sind. Die Augen sind als dunkle Punkte am Ende der oberen Fühler erkennbar. Mit den oberen Fühlern kann das Tier auch riechen., Mit den unteren tastet und schmeckt die Weinbergschnecke. Sie hat jedoch kein Gehör. Die Weinbergschnecke liebt artenreiche Gärten, Waldränder und lichte Laubwälder, Böschungen, Gebüsche, Parks, Weinbergsränder sowie Bahndämme. Sie bevorzugt kalkreiche Böden. Alle Weinbergschnecken sind Zwitter. Die Paarung kann sich über einige Stunden hinziehen. Hieran können durchaus mehr als zwei Tiere beteiligt sein. Die Schnecke legt danach ihre etwa 50 erbsengroßen Eier klümpchenweise in selbst gegrabene Erdhöhlen ab. Die Schale ist weißlich und elastisch. Die Gruben werden von der Weinbergschnecke nach der Eiablage wieder verschlossen. Die Jungtriere schlüpfen nach zwei Wochen. Jedoch erreichen von 100 nur rund fünf Tiere ein geschlechtsfähiges Alter. Die größte Anzahl fällt Fressfeinden zum Opfer. Den Winter verbringt die Weinbergschnecke in einer „Kältestarre“ unter der Erde. Dort verschließt sie ihr Gehäuse mit einem weißen Kalkdeckel. Diesen stößt sie im Frühjahr wieder ab. Eine besondere Fähigkeit hat die Weinbergschnecke auch in Trockenzeiten. Dann verschließt sie ihr Gehäuse ebenfalls wieder und fällt in einen quasi „Trockenschlaf.“ Ihr Gehäuse verlässt sie erst dann wieder, wenn ausreichend Niederschlag gefallen ist.
Schnecken lieben Wärme
Die Weinbergschnecke ist sehr wärmeliebend und standorttreu. Im Gegensatz zu anderen Schneckenarten ist sie jedoch fähig, sich verschiedenen Lebensbedingungen anzupassen. In freier Natur kann die Weinbergschnecke ein Alter von acht Jahren, und einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern erreichen. Das Tier kann schnell viel Wasser aufnehmen, gibt es jedoch langsam ab. Der Schleim ist für die Schnecke lebenswichtig. Dieser hat verschiedene Funktionen, die dem Schutz vor Verletzungen und der Verteidigung dienen. Bei Angriffen von Ameisen etwa produziert die Schnecke größere Mengen Schleim zur Abwehr. Und vor Austrocknung bei Hitze schützt der feuchte Film auf der Haut ebenfalls. Die Weinbergschnecke gehört zu den Arten, die im Garten mehr nützen als schaden. In ihren Lebensräumen gelingt es ihnen oft, die Nacktschnecken zu verdrängen. Beobachtet wurde, dass die Weinbergschnecke deren Gelege vertilgt. Jedoch ernährt sie sich überwiegend von Algenbewüchsen und vor allem welken Pflanzenteilen durch „abweiden.“ WITE
