Gartenkolumne von Ulrich Junker
Die Woche im Garten
Anfang April, das erste zarte Grün an den Bäumen, an unseren Straßenrändern, jedes Jahr sehnlich erwartet, und dann als Bote des Frühlings begrüßt: Jetzt ist er wirklich da. Und damit auch der erste strahlende Frühlingsstrauch, die Forsythie. Aber nach dem warmen Februar kam ein ungemütlicher März und Ostern lag dieses Jahr ungewöhnlich früh. Entsprechend ist der Garten für Ostern auch noch zurück, zwar schön vor allem mit Narzissen, Osterglocken, Schlüsselblumen, aber noch keine einzige Tulpe, eigentlich auch eine Osterblume. Und an Birke und Obstbäumen noch keine Spur von Grün, alles noch Graubraun. Die Akelei steckt sehr hübsch ihre Stiele heraus, aber wo bleiben eigentlich die Tränenden Herzen, die doch vor jenen blühen? Jedenfalls sind die Geranien in Kästen gut durch den Winter gekommen.
Das Schöne an dieser Jahreszeit ist für den Gärtner, dass er wieder alles vor sich hat, Blumen und Sträucher, Obst und Gemüse, wie ein großes Geschenk und voller Überraschungen. Nehmen wir heute einmal den Farn, diesen Gruß aus der Vorzeit: Auch er noch eine braune unscheinbare Knolle, und wenn er sich dann auffaltet, kann man ihm fast dabei zusehen, erst noch ganz eingerollt, und dann eine strahlende Öffnung, zwar ohne Blüte, aber in saftigem Grün, jedes Jahr ein neues Wunder. Ein Geschenk für den Gärtner ist übrigens auch die Sommerzeit ab Ostern, wegen der zusätzlichen Stunde Tageslicht, - Städter mögen darüber anders denken.
Pflanzplan für das neue Gartenjahr
Man muss sich jetzt einen Pflanzplan für das neue Gartenjahr aufzeichnen, denn man vergisst im Frühjahr leicht, was im Herbst da stand, und umgekehrt. Wo wird z.B. die Herbstaster wiederkommen, oder die Stockrose, oder die Funkie? Gemüsekulturen müssen jedes Jahr um ein Beet weiterwandern, wegen Ermüdung des Bodens, und Sonne oder Schatten spielen auch eine Rolle. Dabei zeigt die Erfahrung, dass man in jedem Jahr auch noch eine bisher nicht richtig genutzte Fläche findet, vielleicht gerade weil sie im Schatten lag, bei uns z. B. der Platz unter einer Kiefer, ein schwieriger Standort.
Auch das heutige Gemälde ist von der Pecher Malerin Marilies Wagner, und ein wahrer Inbegriff des Frühlings. Und ab jetzt kommt diese Kolumne auch wieder im Zweiwochenrhythmus.
Ulrich Junker
