Allgemeine Berichte | 25.05.2016, 11:20 Uhr

Eine Kolumne von Ulrich Junker

Die Woche im Garten

Gartenbank unter dem Kastanienbaum, 1916, Öl auf Leinwand (Max Liebermann, 1847-1935).akg-images/Emil Fink Verlag Stuttgart
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Wachtberg-Pech. Die zweite Hälfte Mai ist gärtnerisch eine schöne Jahreszeit am Übergang vom Spätfrühling zum Frühsommer, aber eben auch besonders arbeitsreich. Zunächst steht wieder die Sommerbepflanzung aller Kästen und Kübel an, denn Stiefmütterchen und Primeln sind verblüht und Petunien, Geranien, Verbenen treten an ihre Stelle. Bei der Gelegenheit sollte auch die Blumenerde erneuert werden, immer gleich mit Langzeitdünger eingearbeitet. Unsere Blumenbeete haben dagegen noch etwas zu warten, bis die Narzissen abgewelkt sind. In Kästen ausgesät sind auch Tagetes, Bartnelken und Wicken, und auf den Beeten keimen von selbst die Kapuzinerkresse und Calendula vom vorigen Jahr.

Im Gemüsegarten dauert es ja eigentlich bei uns viel zu lange, bis sich die Beete richtig begrünen: Bohnen, Mangold, Rote Bete zeigen gerade mal ihre Spitzen, da sind ja selbst die Kartoffeln weiter. Übrigens auch die vom vorigen Jahr in der Erde gebliebenen, was natürlich nur möglich ist, wenn es keinen Bodenfrost gegeben hat. Immerhin sind Zucchinis und Zierkürbis ausgepflanzt. Tomaten und Paprika stehen bei uns immer in Töpfen an einer warmen Hauswand. Was eine solche ausmacht, kann man dort schön an selbst versäter Kapuzinerkresse erkennen, die längst in der Blüte steht.

Heute mal etwas über duftende Blütensträucher: Sieht man von Strauchrosen einmal ab, so ist die Königin sicher die Fliederblüte, in diesem Jahr besonders üppig. Bald darauf folgt dann der Sommerflieder, der mit jener gar nichts gemein hat, außer dass er eben auch intensiv, aber ganz anders duftet. Dann ist oder war da die Traubenkirsche (merkwürdiger Name), der Duftschneeball, etwas später der Jasmin, und ganz eigenartig der Kirschlorbeer: Einige, keineswegs alle, duften so intensiv, dass man sich in die Tropen versetzt fühlen könnte.

Und da in diesen Zeilen immer auch Misserfolge nicht verschwiegen werden: Die selbst abgesammelten Riesensonnenblumen wollen gar nicht recht keimen und auch mehrere Dahlienknollen gar nicht recht aufgehen. Hat nun denen der Frost gefehlt? Dagegen einmal ein Wort des Lobes für die Funkien: Siebenerlei stehen bei uns, von hellgrün-gelb bis fast blau, auch ohne Sonne üppig wachsend und später, wenn sie bodendeckend sind, auch das Unkraut sicher verdrängend.

Das heutige Gemälde „Gärten in der Malerei“ ist genau 100 Jahre alt und bei Berlin am Wannsee entstanden.

Ulrich Junker

Gartenbank unter dem Kastanienbaum, 1916, Öl auf Leinwand (Max Liebermann, 1847-1935). Foto: akg-images/Emil Fink Verlag Stuttgart

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