Allgemeine Berichte | 03.08.2016

Gartenkolumne Ulrich Junker

Die Wochen im Garten

„Sonnenhut im Hochsommer“ von Marilies Wagner, Wachtberg.

Wachtberg. Anfang August, der Beginn der Erntezeit, und das in mehrfachem Sinne. Zuerst natürlich in der Landwirtschaft, und die Getreidefelder bei uns in Wachtberg haben ja selten so makellos goldbraun und ohne Gewitterschäden ausgesehen. Etwas weniger reich ist die Gemüseernte im eigenen Garten von Buschbohnen und Erbsen, richtig gut eigentlich nur die großen Bohnen und Kartoffeln, dazu wie immer Mangold und Rote Bete. Die Pflaumenernte hat angefangen, damit gibt es auch wieder die Prumme-Tarte, und die Äpfel haben wieder zu reichlich angesetzt und müssen ausgeknipst werden. Erntezeit aber auch im übertragenen Sinne, als Lohn für die viele Frühlingsarbeit. Wie schön ist jetzt der Blick auf die Blumenrabatten, farbenfroh und unermüdlich. Die neuseeländischen Edellieschen halten sich viel regenresistenter als die heimischen, sind allerdings auch teurer. Wie blüht es in den Kübeln, besonders auffällig Lilien und Agapanthus, und erstmals bei uns eine Schafgarbe in Rosa. Auf der Grenze zum Unkraut, aber doch sehr dekorativ, stehen Springkraut und Weidenröschen, bis zu zwei Metern hoch, bloß nicht versehentlich ausreißen, sie versäen sich selbst. Und dasselbe gilt für die Kapuzinerkresse, jede Blüte ein kleines Kunstwerk, und so reichlich, dass man unentwegt Sträuße davon pflücken kann. Es gibt wohl keinen Moment, in dem nicht Hummeln an ihnen saugen, die dann wieder unsere Helfer bei der Bestäubung sind. Unserem Rasen hat der viele Regen natürlich gutgetan, aber trotzdem bekommt er jetzt die zweite Düngung mit Langzeitkörnern. Mit etwas geübtem Auge kann man sie gut mit der Hand ausstreuen, ohne dazwischen freie Streifen auszulassen, und zur Not macht man es kreuz und quer. Maulwürfe sind jetzt eine geringere Plage, aber Wühlmäuse immer noch, weil das Gras über ihren Gängen eingeht, und da hilft nur ziemlich viel Verfüllen der Gänge und Nachsaat. Diese geht allerdings auch jetzt noch gut auf. Im Übrigen ist noch sehr der Fürst Pückler-Garten auf dem Dach der Bundeskunsthalle zu erwähnen, weil er eben jetzt in der Sommerbepflanzung steht, ganz anders als im Frühjahr. Die Gärtner haben es auch geschafft, schon üppige Dahlien ganz groß zum Blühen zu bringen, die bei uns noch sehr zurück sind. Also ist ein Besuch sehr zu empfehlen. Das heutige Bild im Rahmen von „Gärten in der Malerei“ stammt wieder von einer Wachtberger Malerin, die sehr vielseitig und gleichermaßen zuhause in Öl- und Wasserfarben ist.

Ulrich Junker

„Sonnenhut im Hochsommer“ von Marilies Wagner, Wachtberg.

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