Allgemeine Berichte | 26.04.2017, 12:05 Uhr

Kostenloses Screening auf eine lebensbedrohliche Aussackung der Bauchschlagader am Uni-Klinikum Bonn

Die Zeitbombe frühzeitig erkennen

Bonn. Am Samstag, 6. Mai, ist der bundesweite Bauchaortenaneurysma-Screeningtag - initiiert von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin.

Aus diesem Anlass öffnet das Gefäßzentrum am Universitätsklinikum Bonn seine Türen. Von 10 bis 14 Uhr können sich Interessierte rund um das Bauchaortenaneurysma und seine Behandlung informieren. Zudem gibt es das Angebot einer Vorsorge-Untersuchung mittels Ultraschall, mit der schmerzlos und strahlenfrei ein Aneurysma frühzeitig erkannt werden kann. Führungen durch den neuen Hybrid-OP runden das Programm ab.

Der kostenlose Screening- und Informationstag findet in der interdisziplinären Gefäßambulanz im Operativen Zentrum (Sigmund-Freud-Straße 25) statt.

Fünf von 100 Männern über 65 Jahre - Frauen sind etwa zehn Mal seltener betroffen - haben eine Aussackung der Bauchschlagader. Viele wissen aber nicht um die Gefahr, innerlich zu verbluten, sollte ein so genanntes Bauchaortenaneurysma plötzlich platzen. Dabei steigt das Risiko, dass die Gefäßwand der Bauschlagader im Bereich dieser Aussackung einreißt, ab einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern deutlich an. Bei sieben Zentimetern kann es schon jedem fünften Betroffenen pro Jahr widerfahren. „Es besteht dann absolute Lebensgefahr.

Nur jeder Zweite, der mit einer inneren Blutung lebend ein Krankenhaus erreicht, überlebt, selbst wenn er sofort operiert wird“, sagt Oberärztin Dr. Frauke Verrel, aktuelle Leiterin des Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Bonn.

Doch in 80 Prozent aller Fälle macht das Bauchaortenaneurysma keinerlei Symptome. Dadurch besteht nur in einem Screening eine Chance, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung besteht in einer schnellen, schmerzlosen und komplikationslosen Ultraschalluntersuchung, die auf der Informationsveranstaltung auch auf dem Programm steht. Bisher wurde sie meistens nur in spezialisierten Gefäßabteilungen und -praxen ausgeführt. Laut wissenschaftlichen Studien lassen sich aber durch gezieltes Screening von über 65-Jährigen und Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren wie Gefäßverkalkung bis zu 40 Prozent der lebensbedrohlichen Rupturen verhindern.

Daher ist seit diesem Jahr die Ultraschalluntersuchung zum Screening auf ein Bauchaortenaneurysma als eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse anerkannt und auch beim Hausarzt möglich.

„Ab einer Größe der Aussackung von viereinhalb bis fünf Zentimetern sollte dann eine Zuweisung zum Gefäßspezialisten erfolgen“, sagt Gefäßchirurgin Verrel.

So steht das Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Bonn - eine fächerübergreifende Kooperation von Angiologen, Radiologen und Gefäßchirurgen - rund um die Uhr für Betroffene offen. Seit 2007 ist es von den entsprechenden großen deutschen Fachgesellschaften zertifiziert. Neben einer Operation bietet es gerade für ältere und vorerkrankte Patienten ein in den neunziger Jahren eingeführtes, weniger belastendes Verfahren ohne großen Bauchschnitt an. Dabei wird eine Kombination aus Metallstütze und Gefäßprothese unter Röntgenkontrolle über die Leiste in die Bauchschlagader bis zum Aneurysmasack geschoben.

Dort öffnet sich der sogenannte Stentgraft, verankert sich fest in der gesunden Gefäßwand oberhalb und unterhalb der Aussackung und dichtet diese ab. „Nachdem anfangs nur etwa jeder vierte bis dritte Patient so versorgt werden konnte, beträgt heute aufgrund intensiver Forschung und Verbesserung der Technologie die Möglichkeit, etwa 70 bis 80 Prozent der Betroffenen mit dem schonenderen Verfahren zu behandeln“, sagt Gefäßchirurgin Verrel.

Gerade für die zunehmende Zahl an Stentverfahren steht im Universitätsklinikum Bonn seit November 2016 ein sogenannter Hybrid-OP zur Verfügung, der die Vorteile einer hochtechnisierten Röntgenanlage mit den Eigenschaften eines Operationsraums verbindet.

„Dieser Hybrid-OP steht nicht in jedem Krankenhaus zur Verfügung. Er ist aber eine Voraussetzung, auch immer komplexere Bauchaortenaneurysmen mittels Stentgraft versorgen zu können“, sagt Verrel.

Neben den Vorträgen rund um Behandlungsoptionen runden daher Führungen durch den hochmodernen OP das Programm der Veranstaltung am Samstag, 6. Mai, ab.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kokubu - 14.01.27
Moonlight Concert 27.11.26
Titel 24H Notdienst
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 - Wärme B2B Q3 im Blick Koblenz
Heimat aktiv erleben
Stellenanzeige Bürokraft
Imageanzeige
Empfohlene Artikel
Chancenpatin Caroline Albert-Woll begleitet seit 2024 eine Familie aus Syrien auf ihrem Weg in ein neues Leben in Deutschland. Aus ehrenamtlicher Unterstützung ist mittlerweile Freundschaft geworden - eine herzliche Begrüßung mit Umarmung inklusive.
24

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es das Projekt der Chancenpatenschaften, das darauf abzielt, geflüchtete Familien in ihrem neuen Leben in Deutschland zu unterstützen. Diese Patenschaften bieten den Familien Hilfe bei Alltagsfragen und tragen entscheidend zur Integration bei. Das Projekt richtet sich an Geflüchtete in der Region, steht aber grundsätzlich allen offen, die Orientierung und Unterstützung im Alltag suchen.

Weiterlesen

Gruppenfoto im Wald
29

Der Kreiswaldbauverein/Forstbetriebsgemeinschaft (KWBV) hatte zu einem umfangreichen Waldbildungstag in die Engelsburg nach Hausen und anschließend zu einer Pflanzaktion auf den Malberg eingeladen. Nach der obligatorischen Begrüßung und Einführung in das Thema durch den Vorsitzenden Uwe Werner übergab dieser das Wort an Justus Schmidt, den bisherigen Betreuer für den Privatwald, der künftig für das Forstamt Kastellaun tätig sein wird.

Weiterlesen

Beim Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch (Mitte) und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher (hat hier fotografiert) informierten sich die Mitglieder der städtischen Gremien über die aktuelle Situation im Stadtwald, insbesondere nach dem Tornado im August.
38

Die Auswirkungen des Tornados auf den Stadtwald und die Entwicklung der geschädigten Flächen standen im Mittelpunkt eines Waldbegangs, an dem Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Montabaurer Stadtrates teilnahmen. Gemeinsam mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher verschafften sich die Teilnehmer ein Bild von den durch den Tornado im August verursachten Schäden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1132

Bad Honnef / Linz. Die Anschlussstelle Bad Honnef/Linz auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen wird von Freitagabend, dem 6. November, um 20 Uhr bis Montagmorgen, dem 9. November, um 5 Uhr gesperrt. Eine Umleitung führt über die Anschlussstelle Siebengebirge und ist mit einem roten Punkt bzw. blauen Tafeln „U 13“ gekennzeichnet. Diese Sperrung ist Teil der umfassenden Instandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH Rheinland an der A3.

Weiterlesen

vor der Porta Nigra
559

Tambour-Corps-Tour nach Trier

Tambour-Corps Rheinbrohl auf Tour

Am Wochenende nach der Nachkirmes hieß es für die aktiven Musiker des Tambour-Corps Rheinbrohl: Koffer packen und auf nach Trier! Die Reise startete am Samstagmorgen mit dem Zug ab Bad Breisig. Bereits während der Fahrt kam - dank des eigens kreierten „Hitster - Tambour-Corps-Version“ - beste Stimmung auf. Bei Getränken und Snacks wurde geraten, gesungen und viel gelacht.

Von Anna Rott aus Rheinbrohl

Weiterlesen