Große Karnevals- und Kirmesgesellschaft Weißenthurm
Die „drei Kurfürsten“ küren Thomas Armbrustmacher zum neuen Prinzen
Weißenthurm. Am vergangenen Samstag ist das „Staatsgeheimnis“ um die Prinzennachfolge im Thurer Karneval aufgelöst worden. Vor sechs Monaten wurde Thomas Armbrustmacher als Nachfolger von Prinz Volker I. vorgeschlagen. Obwohl die Spekulationen, Meinungen und Gerüchte um die Person des künftigen Herrschers die Runde machten: Das Geheimnis wurde von den „drei Kurfürsten“ bestens gehütet.
Erst am Samstag, vor der offiziellen Inthronisation, wurde bei der traditionellen „Zusammenführung“ verkündet, wer dem Hofstaat angehört. „Der Prinz kennt alle Mitglieder seines Hofstaats, aber der Hofnarr weiß zum Beispiel nicht, wer der Mundschenk ist, der wieder kennt den Prinzen nicht“, erläutert Angelina Groß von der Geschäftsführung der Großen Karnevals- und Kirmesgesellschaft Weißenthurm (Ka und Ki).
Pünktlich um 19.11 zogen mit den Klängen des Musikvereins Burgbrohl alle Garden und Corps der Ka und Ki in die festlich geschmückte Stadthalle Weißenthurm ein, um auf der Bühne einen ersten tollen Anblick zu bieten. Mirco „Howie“ Hauschild begrüßte die Anwesenden und Ehrengäste im vollen Saal und stimmte das närrische Publikum auf eine fantastische Sitzung ein. Die Maxis der Kindergarde der Ka und Ki eröffneten mit ihrem Gardetanz den Abend und ernteten viel Beifall für ihre Leistung. Vor der Darbietung des Tanzpaars Hanna Milz und Benedikt Meyen gab sich die Karnevalsgesellschaft „Gemütlichkeit“ 1902 Kettig mit dem Kinderprinzenpaar Chris I. und Zoe I. die Ehre.
Danach hatte die Spannung der Närrinnen und Narren ein Ende: Unter Fanfaren- und Trommelklang zeigte sich der neue Regent Prinz Thomas II. mit seinem Hofstaat erstmals seinen närrischen Untergebenen, die ihn mit tosendem Beifall begrüßten. „Die drei Kurfürsten zu Weißenthurm haben durch einstimmigen Beschluss Thomas Armbrustmacher zum Prinzen Karneval der Session 2018/2019 gekürt. Als Prinz Thomas II., Herrscher über die edlen Getränke aus Fass und Flasche, Reisender der sieben Weltmeere aus dem herrschaftlichen Hause derer von Armbrustmacher, wird er das Narrenreich Thur regieren“, las Mirco Hauschild aus der Inthronisations-Urkunde vor. Die Insignien der Prinzenwürde, Prinzenkette und Prinzenbecher, wurden Thomas II. von Amtsvorgänger Volker I., das Zepter der Ex-Prinzen wurde von Reinhard Amstadt feierlich überreicht. Tief bewegt dankte Prinz Thomas II. für den unvergesslichen Empfang an diesem Abend. Einen besonderen Dank richtete er an seine Familie, die er gern auf der Bühne willkommen hieß.
Für die freundschaftliche und tatkräftige Unterstützung ernannte er „Herzog Kai von Ehmann, Ingenieur von Zahn und Rad zu Friedrichshafen aus dem edlen Hause derer von Ehmann“ zu seinem Hofmarschall. Der wiederum bestellte den restlichen Hofstaat und bestätigte diesen in Amt und Würden. „Auf höchsten Erlass von seiner Tollität Prinz Thomas II., die Hofburg für die Session 2018 und 2019, in der ab heute alle Narren aus Weißenthurm eine Zuflucht finden und das zweite Zuhause unserer Tollität sein wird, soll in dem ehrwürdigen Gemäuer mit dem Namen Zum Anker sein“, verkündete Herzog Kai.
Die „reich gefüllte“ Stadtkasse wurde von Bürgermeister Gerd Hein mit humorvollen Worten an Thomas II. und seinem Hofstaat zu guten Händen übergeben. Nachdem die offizielle Inthronisation ihren Abschluss gefunden hatte, folgte ein karnevalistischer Höhepunkt nach dem anderen.
Showtänze, der Gesangsbeitrag von Mirco Hauschild und Günter Ternes sowie der Gardetanz der Prinzengarde begeisterten das Publikum. Der Bauhofmitarbeiter Jupp Schmitz (Martin Staudt) berichtete - nicht ganz ernst gemeint - aus dem Vorleben des neuen Würdenträgers. Auch der Elferrat musste so einiges einstecken, ebenso wie die Politiker und, wie sollte es anders sein, Jupp Schmitz selbst nahm sich auf die Schippe.
Den sehenswerten Darbietungen der „Moonlight Dancers“ aus Irlich und der Showgarde des Funkencorps Blau-Gold folgte der sehnlich erwartete Spitzenredner Wolfgang Trepper. Als der kurz vor Mitternacht die Bühne betrat, hatte er in kürzester Zeit das immer noch bestens gelaunte Publikum fest im Griff. Mit liebenswertem Ruhrpott-Charme berichtete er humorvoll aus seiner Jugend. Die Geschichten all seiner Gefühle zu Agneta von Abba und der Vorliebe zur „Bravo“ belebten seinen Vortrag ungemein. „Solange du die Füße unter meinem Esstisch hast“ und ähnliche Sprüche seiner Eltern gab Trepper zum Besten. Die meisten Zuhörer konnten sich an ähnliche Erlebnisse erinnern. Aber auch die große Politik wurde aufs Korn genommen.
Mit teils derben und bissigen Worten skizzierte er die Politiklandschaft im In- und Ausland äußerst treffend - die Narren im Saal dankten es mit tosendem Applaus. Das große Finale an diesem kurzweiligen, wunderschönen Abend wurde von der „Hexenbrut“ der Thurer Möhnen eingeleitet. Mit Musik der spitzenmäßigen Sitzungsband „For You“ endete der offizielle Teil dieses karnevalistischen Highlights.
Der künftige Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thomas Przybylla (links), und der noch amtierende Bürgermeister Georg Hollmann werden von zarter Hand zur Bühne geleitet. Foto: Thomas Frank
Sitzungspräsident Mirco „Howie“ Hauschild beim Einmarsch. Foto: Thomas Frank
Prinz Thomas II. präsentiert zusammen mit den „drei Kurfürsten die Urkunde“. Foto: Thomas Frank
Beste Stimmung herrschte beim Einmarsch der Garden und Corps der KA und Ki Weißenthurm. Foto: Thomas Frank
