Allgemeine Berichte | 11.05.2021, 13:40 Uhr

Zum Tode von Theater-Leiter Traugott Scholz

„Die glücklichsten Jahre unseres gemeinsamen Lebens“

55 Jahre Glück: Traugott Scholz und Gundula Schroeder. Fotos: privat
217

Pech. Das Theater Château Pech trauert um seinen Prinzipal Dr. Traugott Scholz. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin und Regisseurin Gundula Schroeder, hatte Scholz die beliebte kleine Wachtberger Bühne 1998 gegründet und seitdem mit ihr zusammen geleitet.

Am 30. April 2021 starb er im Alter von 86 Jahren zu Hause und, wie es sein Wunsch war, mit der engsten Familie an seiner Seite.

Traugott Scholz wurde 1934 in Königsberg geboren und wuchs nach dem Krieg als Ältester von 6 Geschwistern in Hetzelsdorf in der fränkischen Schweiz auf. Nach seinem Studium der Physik lernte er während seiner Promotion in Heidelberg die Schauspielerin Gundula Schroeder, die Liebe seines Lebens, kennen. Schroeder begleitete ihn zu Forschungsarbeiten in die USA, bevor beide 1970 in Wachtberg-Pech ansässig wurden und hier mit ihren Kindern ein gemeinsames Zuhause fanden.

Physiker und Theater-Mann

Bis zu seiner Pensionierung war Traugott Scholz als Physiker im Bundes-Umweltministerium für den Lärmschutz tätig und engagierte sich bereits in den siebziger Jahren für Klimaschutz und für einen respektvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten.

Mit Abschluss seiner Beamtenlaufbahn startete Traugott Scholz seine zweite Berufung als Schauspieler und Organisator des Kellertheaters Château Pech. Seine erste Rolle war der Moebius in „Die Physiker“ von Dürrenmatt.

Paraderollen und besondere Begrüßungen

Als weitere Paraderollen spielte Scholz u. a. den Malvolio in Shakespeares „Was Ihr wollt“, jeweils den Ehemann von Gundula Schroeder in „Tartuffe“ und in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“.

Den Zuschauern werden außerdem seine besonderen Begrüßungsansprachen vor jeder Vorstellung in Erinnerung bleiben - und die gastfreundliche Einladung an alle, nach der Vorstellung noch zu einem Glas Wein im ‚Salon‘ des Hauses Scholz zusammenzukommen.

„Warten auf Godot“

Den Höhepunkt seiner Theaterzeit erlebte er, als er, in der Regie seine Frau, zusammen mit seinen Brüdern Freimut und Volker, seinem Enkel Jonathan und seinem „Ehrenbruder“ Bernhard den Estragon in „Warten auf Godot“ gestalten konnte.

55 Jahre GLÜCK

Er selbst bezeichnete die Theaterzeit als „die schönsten Jahre unseres gemeinsamen Lebens“ - und beschrieb die gesamten 55 Jahre an der Seite seiner Frau mit der mathematischen Formel: Zwei Jahre Heidelberg, drei Jahre Amerika, 50 Jahre Pech = 55 Jahre GLÜCK.

Tiefe Freundschaften

Mit den langjährigen Schauspielerinnen und Schauspielern des Kellertheaters Château Pech verband Traugott Scholz eine tiefe Freundschaft, ebenso genoss er auch die inspirierenden Begegnungen mit vielen Menschen aus dem Stammpublikum.

Durch Corona musste das Theater im vergangenen Jahr kurz vor der geplanten Premiere die Proben zu Kleists „Der zerbrochene Krug“ einstellen. Gundula Schroeder wird nach der Pandemie gemeinsam mit dem Ensemble entscheiden, wie es ohne Traugott Scholz weitergehen kann.

Bindeglied zwischen erstem Beruf als Physiker und lebenslanger Berufung: Traugott Scholz in „Die Physiker“ mit Wolfang Dietzel und Thomas Menck. (1998)

Bindeglied zwischen erstem Beruf als Physiker und lebenslanger Berufung: Traugott Scholz in „Die Physiker“ mit Wolfang Dietzel und Thomas Menck. (1998)

Höhepunkt seiner Theaterzeit: Traugott Scholz als Estragon in „Warten auf Godot“ mit seinem Bruder Freimut Scholz als Vladimir. (2009)

Höhepunkt seiner Theaterzeit: Traugott Scholz als Estragon in „Warten auf Godot“ mit seinem Bruder Freimut Scholz als Vladimir. (2009)

Traugott Scholz als Koch in Brechts „Mutter Courage“ mit seiner Frau Gundula Schroeder in der Titelrolle. (2010)

Traugott Scholz als Koch in Brechts „Mutter Courage“ mit seiner Frau Gundula Schroeder in der Titelrolle. (2010)

55 Jahre Glück: Traugott Scholz und Gundula Schroeder. Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Tag der Demokratie zog auch im Vorjahr viele Besucher an.
39

Der Tag der Demokratie wird auch in diesem Jahr vom Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie organisiert. Veranstalter ist in diesem Jahr Politischer Arbeitskreis Schulen e.V., gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Bereits seit Anfang des Jahres treffen sich rund 20 Engagierte monatlich auf dem RheinAhrCampus, um die Großveranstaltung vorzubereiten. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Portrait Marcel Schäfer
17

Das Büttelborner Medienunternehmen spot it media ist mit dem DEUTSCHEN AGENTURPREIS® 2026 in der Sparte B2C, Kategorie Digitalisierungs-Plattform, ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das Eigenprojekt „spot it Warnmeldungen - Community-Warnnetzwerk mit Live-Warnkarte“. Die Auszeichnung wurde dem Unternehmen am 29. Oktober 2026 bestätigt. Damit würdigt der Wettbewerb ein digitales Informationsangebot,...

Weiterlesen

Koblenz modernisiert sein Tourismusangebot: Gästebeitrag als Schlüssel.
63

Der Stadtrat von Koblenz hat am 29. Oktober 2026 die Einführung eines Gästebeitrags beschlossen, der ab dem 1. Januar 2027 gilt. Mit dieser Maßnahme soll die Grundlage geschaffen werden, um den Tourismus in Koblenz zu stärken, bestehende Angebote zu sichern und neue Projekte zu entwickeln. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region, da jährlich Millionen von Tages- und Übernachtungsgästen...

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Innovatives aus Andernach
Titel
Anzeige Stadtwerke Andernach lt. Absprache mit Frau Jahnen-Kurtic
Bratapfelsonntag
Weitere Artikel
Weihnachtsstimmung beim VHB (mit KI erstellt)
1707

Neuwied-Heddesdorf. Eine Feuerschale, warme Lichter, der Duft von Glühwein und frisch gebackenen Reibekuchen – manchmal braucht es gar nicht viel, um für ein paar Stunden den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsam die Adventszeit zu genießen.

Von DRP Events & More Claudia Wischmann aus Neuwied

Weiterlesen