Vortrag von Prof. Dr. Ralph Kauz im Odendorfer Zehnthaus
Die historische Seidenstraße - Verbindung von Land- und Seewegen
Swisttal-Odendorf. Am 19. August hielt der Bonner Sinologe Professor Ralph Kauz im Odendorfer Zehnthaus einen ebenso facettenreichen wie spannenden Vortrag über die historische Seidenstraße. Im Jahre 138 v. Chr. hatte der chinesische Kaiser Wu eine große Gesandtschaft mit diplomatischen und militärischen Aufgaben in die westlich Chinas gelegenen Gebiete geschickt und damit gewissermaßen den Startschuss für den Ausbau der sogenannten Seidenstraße gegeben. Beginnend mit diesem Ereignis zeichnete der Referent die Entwicklung und die Erweiterung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen Chinas zu den zentral-, süd- und vorderasiatischen Völkern und Ländern sowie zu den nahöstlichen und europäischen Regionen äußerst kenntnisreich und plastisch nach. Er beschrieb, wie im Laufe der Jahrhunderte das umfangreiche Netz von Karawanenstraßen und Seerouten immer weiter ausgebaut und verfeinert wurde. Wesentliches Merkmal dieses Prozesses war, dass von Anbeginn an kriegerische Aktionen und konkrete Handelsinteressen stets Hand in Hand gingen. Die Seidenstraße, den Namen prägte 1877 der Geograf Ferdinand von Richthofen, hatte sich in der Antike und im Mittelalter zum wichtigsten Handelsweg zwischen Europa und China entwickelt. Nicht nur die vielfältigsten Waren - neben Seide waren dies Gold, Silber, Edelsteine, exotische Tiere, Gewürze und Arzneimittel -, sondern auch Ideen, Religionen, Wissen und Erfindungen wurden über das Wege- und Routengeflecht ausgetauscht. In der angeregten Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss, ging der Referent auch auf die Fragen zu der aktuellen chinesischen Initiative einer Neuen Seidenstraße ein, die nach chinesischen Vorstellungen in der nahen Zukunft zu einem weltumspannenden Netz aus Handelsrouten und Wirtschaftskorridoren entwickelt werden soll.
Pressemitteilung
Verein Zehnthaus e.V.
