Düsteres Sozialdrama trifft auf rabenschwarzen Humor
„Die kleine Horrorbäckerei“
Maifeld. Herzlich, hilfsbereit – und scheinbar tödlich?: In „Die kleine Horrorbäckerei“ präsentierte die Theater-AG der IGS-Maifeld kürzlich eine rabenschwarze Komödie voller Überraschungen. Was als scheinbar harmloses Alltagsstück auf einem belebten Marktplatz beginnt, entwickelt sich schnell zu einem düsteren Krimi mit satirischem Tiefgang.
Im Zentrum stehen unter anderem Marta (Miray Kurnaz und Lucy Lehnen) und Ludwig (Louis Strobawe), das scheinbar gutmütige Bäckerehepaar, das sich als eine Art moderner Robin Hood versteht: Sie geben sich freundlich, haben immer ein offenes Ohr – und ein noch offeneres Auge für reiche Kunden mit kaltem Herzen. Ihre reichen Opfer wählen sie mit Bedacht. Die Einnahmen aus dem Geschäft fließen in „wohltätige Leckereien“, die an Bedürftige verteilt werden. So scheinbar makaber die Methode, so moralisch überzeugt handeln die Täter – eine verstörende Umkehr von Gut und Böse.
Während Kommissar Blau (Drystan Schmidt) den Fall eher gemächlich und naiv angeht und Marta herzlich-freundlich begegnet, ist seine Assistentin Kühl (Christine Roeel) scharfsinniger – ihr entgeht nicht, dass das Ehepaar immer wieder am Ort der Morde auftaucht. Doch erst als Blau selbst in Gefahr gerät, nimmt der Fall eine dramatische Wendung: Ein Probenbefund aus der Bäckerei führt zu einem Keller voller Geheimnisse, in dem alle Opfer lebendig und unversehrt – nur augenscheinlich mit weniger Reichtum – gefunden werden.
Mit bissiger Satire, pointierten Dialogen stellt das Stück die Frage: Was ist Gerechtigkeit, und wie weit darf man gehen, um sie selbst in die Hand zu nehmen?
