Allgemeine Berichte | 25.05.2022

BBS Linz: Arbeitseinsatz in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

„Diese Klassenfahrt werde ich nicht vergessen!“

Die Schülerinnen und Schüler an der Kriegsgräberstätte. Fotos: privat

Linz. „Diese Klassenfahrt werde ich nicht vergessen“, so bewertete ein Schüler der Klasse des Berufsvorbereitungsjahres in der Nachbetrachtung die vier Tage, in denen die Klasse in der Westeifel nahe der luxemburgischen Grenze auf Klassenfahrt bzw. im Arbeitseinsatz unterwegs war.

Nach mehreren Stunden Anfahrt zum kleinen Dorf Daleiden wurde das dortige Haus der Jugend bezogen. Das ist ein gemeindeeigenes Selbstversorgerhaus mit neurenovierten Sanitäranlagen, einem und einer vollausgestatteten Profiküche. Daleiden liegt sieben km östlich der luxemburgischen Grenze mitten in der landschaftlich wunderbaren Region der Westeifel und hat neben dem Ortszentrum den größten rheinland-pfälzischen Soldatenehrenfriedhof mit über 3000 Soldatengräbern. Letzteres war der Grund, weswegen die Klasse diesen unscheinbaren Luftkurort besuchte.

Nach der Ankunft wurde zunächst das Wohndomizil eingerichtet, Holz gehackt für die abendlichen Lagerfeuer und für die gemeinsamen Mahlzeiten vorbereitet, die in den folgenden Tagen zubereitet werden sollten. Unter Anleitung der Fachpraxis- und Klassenlehrerin Katrin Birmanns nahmen die tollsten einfachen Gerichte Gestalt an, welche mit viel Appetit und Geplauder verspeist wurden.

Die Abende waren angefüllt mit Sitzen am Lagerfeuer, Kegeln auf der hauseigenen Kegelbahn und vielen Gesprächen über Gott und die Welt und über das, was an Spannendem und Herausforderndem bei dem Arbeitseinsatz auf dem Ehrenfriedhof bevorstand.

In Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, vertreten durch Herrn Köppl, und materiell unterstützt durch die Stiftung Gedenken und Frieden sollte die Klasse an einem Tag auf dem Soldatenfriedhof Pflegearbeiten zur Erhaltung dieses würdevollen Begräbnisortes verrichten.

Herr Köppl bereitete die Klasse auf diesen besonderen Ort der Geschichte, des Gedenkens und der Mahnung für Frieden vor, indem er mit der Klasse zu verschiedenen Punkten auf dem Friedhof ging und dort an einzelnen Gräbern Schicksale und Hintergründe von Gefallenen, Verschollenen, unbekannt Beerdigten erläuterte. Die Kriegsgräberstätte Daleiden umfasst Gräber, die im Eifel-Ardennen-Raum während des Zweiten Weltkriegs gefallen sind. Bis zur Umbettung waren die Grabstellen auf 72 kleinere Friedhöfe der Region verteilt und bis 1959 in Daleiden zusammengeführt. Da sich das Gelände in leichter Hanglage befindet, besteht der Friedhof aus mehreren kreisförmigen Reihen, die mit Wegen erschlossen sind. Die Gräber sind alle zu einem zentralen Mittelpunkt ausgerichtet. Hier befindet sich die Gedenkstelle, die aus einem Rundbau besteht, in dessen Mitte eine aus Stein gearbeitete Pietà steht. An den Rundbau schließt sich eine Gedenkhalle mit den Namen der dort begrabenen Gefallenen an. Die große Zahl der Namen und das auf den Grabplatten ablesbare Alter der Gefallenen beeindruckte die SchülerInnen sehr, zumal eine Vielzahl der Gefallenen kaum älter als sie selbst waren.

An diesem Ort sollten die SchülerInnen mithelfen, instand zu halten, zu säubern und auszubessern. Es gab eine Reihe von Grabplatten, die so stark verwittert waren, dass sie durch neue ausgetauscht werden mussten, an vielen Stellen der Einfriedungsmauer mussten Moos und Flechten entfernt werden, ebenso auf großen Steinkreuzen, die zwischen den Gräbern standen. Da der Friedhof auch ein Ort für trauernde Hinterbliebene ist, die zu Besuch kommen, mussten auch Ruhebänke neu gestrichen und wetterfest gemacht werden. Frau Lütke, die vom Land Rheinland-Pfalz mit der Pflege beauftragt worden ist, stand mit Rat und Tat zur Seite und beantwortete ebenso wie Herr Köppl viele Fragen der SchülerInnen zu dem, was ihnen beim Arbeiten und Betrachten der Gräber durch den Kopf ging. Einigen ist die Grabpflege schwergefallen, Beklommenheit und Trauer über den eigenen Verlust eines lieben Menschen sowie die unzähligen Opfer von sehr jungen Soldaten verlieh dem Tag eine eigene Stimmung.

Der Tag hatte es in sich und so war es beim Abendessen und später etwas stiller als sonst. Dennoch gab es das gute Gefühl, etwas Sinnvolles gemeinsam gemacht zu haben, einen Ort der Würde und des Friedens zurückzulassen, auf dem nun für jeden der SchülerInnen auf den neuen Grabplatten eine Kerze gegen das Vergessen und für das Erinnern brannte.

Der nächste Tag gehörte dann ganz der Lebensfreude und dem gemeinsamen Erleben im europäischen Ausland, als ein Ausflug in die Stadt Luxemburg auf dem Programm stand. Ganz neue Erfahrungen konnten dort gemacht werden mit einer exotischen Landessprache und quirligem Großstadtleben.

Und dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Am letzten Abend war das Lagerfeuer noch schöner und ausdauernder als die Tage vorher. Da wurden Tänze aus den unterschiedlichen Herkunftsländern der SchülerInnen getanzt und zu viel Musik gesungen oder wenigstens mitgesummt.

Eine Sache sagten die SchülerInnen, hätten sie in Daleiden begriffen: egal, wie verschieden wir sind, wir können darauf vertrauen, dass wir uns irgendwie verstehen. Wir sind uns sicher, dass wir keinen Krieg führen werden, der so viele Menschenleben opfert.

Es gab viel zu tun.

Es gab viel zu tun.

Die Schülerinnen und Schüler an der Kriegsgräberstätte. Fotos: privat

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