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Evangelische Kirchengemeinden entwickeln viele kreative Formen, das Wort Gottes in schwieriger Zeit nicht versiegen zu lassen

Digitale und analoge Verkündigung in Zeiten von Corona

31.03.2020 - 14:18

Rhein-Lahn-Kreis. „Gott ist immer da“, so glauben Christen. Trotzdem ist es derzeit schwierig, ohne Versammlungsmöglichkeiten diesen Gedanken mit anderen zu teilen. Seit öffentliche Veranstaltungen und Gottesdienste verboten sind und reale soziale Kontakte auf ein Minimum beschränkt wurden, kommt alternativen Verkündigungsformen eine immer größere Bedeutung zu. Da zeigen die Kirchengemeinden im evangelischen Dekanat Nassauer Land eine große Kreativität. Hier einige Beispiele dafür, was allein im Laufe der vergangenen Woche auf die Beine gestellt wurde.


Digitale Angebote


Das Dekanat Nassauer Land bietet auf einem Youtube-Kanal unter dem Motto „ANgeDACHT“ in unregelmäßigen Abständen in einem Video-Clip Impulse zum Nachdenken und Mutmachen von Pfarrerinnen und Pfarrern (nicht nur) zur Coronakrise.

Dekanin Renate Weigel gestaltet über die Website des Dekanats jede Woche eine Passionsandacht. Die erinnert – auch in ausgedruckter Form – an den Grund für das Leiden und Sterben Jesu, das Christen bis Ostern bedenken und auch gerade in der jetzigen Zeit Orientierung bietet.

„5 Minuten Kindergottesdienst“ heißt ein Filmprojekt, das sich speziell an Kinder wendet, die jetzt ihre regelmäßigen Treffen vermissen. Pfarrerin Kerstin Lüderitz aus Diez-Freiendiez produziert dafür kleine kindgerechte Videos zu biblischen Geschichten.

Während in vielen Kirchengemeinden Vorstellungsgottesdienste im Vorfeld der Konfirmation abgesagt werden mussten, ging die evangelische Kirchengemeinde St. Peter einen anderen Weg: Die Jugendlichen stellten mit Sprachnachrichten trotz der aktuellen Situation ihren Vorstellungsgottesdienst zusammen; Gemeindepädagogin Sabine Güntner und Pfarrer Manuel Fetthauer betreuten das Projekt, schnitten den digitalen Gottesdienst zusammen, ohne dass sich dafür wirklich jemand treffen musste.

Gottesdienste feiert die evangelische Kirchengemeinde Diez-Freiendiez derzeit über eine Video-Andacht von Pfarrerin Maike Kniese auf der Website der Gemeinde. Unterlegt ist die neue moderne Verkündigungsform mit Musik von Dekanatskantor Martin Samrock.

Einen Audio-Gottesdienst produzierte auch Pfarrerin Mariesophie Magnusson von der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach für den ersten Sonntag, an dem die Kirchentür verschlossen blieb. In den nächsten Wochen soll es in regelmäßigen Abständen damit weitergehen; die Beiträge werden auf der Website der Kirchengemeinde veröffentlicht.

Mit einer Internet-Andacht von Pfarrerin Lieve Van den Ameele sorgt die evangelische Kirchengemeinde Bad Ems für die Verkündigung auf digitalem Wege. Außerdem nutzt die Gemeinde das Netzwerk Facebook, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben.


Analoge Andachten


Die Kirchengemeinden denken in der jetzigen Zeit aber nicht nur an die Nutzer, die über Internet verfügen. So können die Menschen im Dekanat derzeit sowohl die Mut machenden und tröstenden Gedanken von den Internet-Seiten des Dekanats und der Kirchengemeinden ausdrucken und weitergeben als auch auf anderem Wege die christliche Botschaft erhalten. Einige Beispiele:

Auf viel Vorfreude stoßen die Andachten, die Pfarrerin Astrid Westphal aus Dachsenhausen für die Haushalte in ihrer Gemeinde schreibt, damit dort sonntags in häuslicher Runde zur normalen Zeit Gottesdienst gefeiert und aneinander gedacht werden kann. Sie werden jetzt samstags an die Haushalte verteilt, an denen sich Alleinstehende wie Familien erfreuen. Damit die Leute nicht denken, sie sollten zur Kirche kommen, schweigen die Kirchenglocken; dafür hängte das Austrägerteam zur Andacht noch ein kleines Glöckchen an die Tür, damit in den Haushalten jeder seinen Gottesdienst selbst einläuten kann.

Mit kleinen gedruckten Bibelversen im Wochentakt gibt Pfarrerin Melanie Schneider den Menschen in der Region biblische Impulse für die belastende Zeit in die Haushalte der Verbandsgemeinde.

Eine Sonderausgabe des Gemeindebriefes mit passend ausgewählten Worten und Bildern hat Pfarrerin Silke Funk mit ihrem Redaktionsteam für die evangelische Emmausgemeinde Schweighausen zusammen gestellt. Darin finden sich Gebete, Denkanstöße und auch Ideen zumindest bis zum Osterfest Trost, Kraft und Hoffnung im Glauben zu finden.

Hausandachten hat auch Pfarrer Martin Stock für die Kirchengemeinde Braubach geschrieben, die über E-Mail und Internet verteilt und dann ausgedruckt Gottesdienste und Orientierung im kleinsten Kreis, der Familie, ermöglichen.

Mehr Tipps, zuhause statt in Kirchen und Gemeindehäusern Gottesdienst zu feiern, gibt’s im Internet unter evangelisch-nassauer-land.de

Pressemitteilung

Dekanat Nassauer Land

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Kommentare
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Koblenzer Schulen

juergen mueller:
Etwas anderes war von Herrn Roos auch nicht zu erwarten - zumindest öffentlich - als das man mit dem Krisenmanagement u.sogen.Stellschrauben,wenn überhaupt,das macht man dann unter sich aus.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
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