Allgemeine Berichte | 24.08.2021, 14:53 Uhr

Einweihung des umgebauten Niederbachemer Schützenhauses

Digitalisierung erhält Einzug

„Papierzeitalter“ des Schießsports wird nach vielen Monaten von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in Eigenleistung sowie unter Corona-Einschränkungen hinter sich gelassen

Gruppenbild mit Dr. Leo Kreuz (Vorsitzender Ortsausschuss Niederbachem), Wilhelm Langen (Brudermeister), Oliver Kraus (MdL), Pfarrer Michael Maxeiner und Wilhelm Ippendorf (Ehrenbrudermeister Niederbachem sowie Bundesmeister BHDS). Fotos: St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Niederbachem
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Niederbachem. Mit einem feierlichen Festakt hat die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Niederbachem am vergangenen Sonntag ihr Vereinsheim im Beisein von Vertretern aus Politik und Verbänden eröffnet. Nach vielen Monaten von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in Eigenleistung sowie unter Corona-Einschränkungen lässt der Verein das „Papierzeitalter“ des Schießsports hinter sich und die Digitalisierung erhält Einzug auf der Sebastianushöhe.

Jahrhundertprojekt in Eigenleistung

Am Anfang war das Wort in Form einer Förderrichtlinie. Unter dem Titel „Moderne Sportstätten 2022“ schrieben Land und Landessportbund 2019 Fördermittel aus. Es konnten sich Sportvereine jeder Art um Zuschüsse für Modernisierungsmaßnahmen auf ihren vereinseigenen Anlagen bewerben. Die Niederbachemer Sportschützen reichten ihren Antrag im Oktober 2019 ein und erhielten die Förderzusagen über 51.000 Euro – kurz nach Beginn des ersten Lockdowns – im April 2020.

Da der Sportbetrieb auf absehbare Zeit ruhen würde, begannen die rund 100 Mitglieder umgehend damit unter Einhaltung aller geltenden Regeln die Modernisierung ihres Vereinsheims umzusetzen. Bis November 2020 wurden 2126 Stunden auf der Sebastianushöhe gearbeitet, dabei drei Kilometer Kabel verlegt und 3000 Schrauben verschraubt. Nun, im August 2021, konnte Brudermeister Wilhelm Langen endlich viele Vertreter aus Politik und Verbänden zum offiziellen Festakt der Einweihung begrüßen.

Einweihung mit Politik und Verbandsvertretern

Den Reigen der Gratulanten eröffnete NRW-Landtagsabgeordneter Oliver Kraus, der – auch im Namen der für das Förderprogramm zuständigen Staatssekretärin Andrea Milz – vor allem das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder hervorhob. Beim anschließenden Rundgang mit Brudermeister Wilhelm Langen ließen er und auch seine Tochter es sich nicht nehmen, selbst die neue Anlage zu testen. Dafür lagen moderne Lichtgewehre, mit denen bereits Kinder im Grundschulalter den Schießsport ausüben dürfen, bereit. Auch Wachtbergs Bürgermeister Jörg Schmidt nahm das Ergebnis der Umbauarbeiten in Augenschein und zeigte sich hierüber hocherfreut.

Aus dem Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) sprach Wilhelm Ippendorf, selbst langjähriger Brudermeister und jetzt Ehrenbrudermeister in Niederbachem sowie Bundesmeister im Bezirksverband Bonn, der die Meilensteine der Schießsportanlage auf der Sebastianushöhe aufzeigte. Schritt für Schritt ist hier, oberhalb von Niederbachem, eine moderne Vereinsanlage entstanden, in der sowohl Sportschützen als auch das traditionelle Schützenwesen ein zweites Zuhause gefunden haben. Fast alle Baumaßnahmen wurden dabei von Vereinsmitglieder selbst durchgeführt, die jeweils ihr eigenes Fachwissen für den Verein einbrachten.

Den offiziellen Teil des Nachmittags schloss Pfarrer Michael Maxeiner in seiner Funktion als Präses der Bruderschaft ab. Er segnete das Schützenhaus und betete für das Vereinsleben und das Fortbestehen von Gemeinschaft und Fairness im Wettbewerb. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte die Jagdhorn Bläser Gruppe Rheinbach, die Stücke unterschiedlichster Richtungen präsentierte.

Anschließend standen die Sport- und Schießleiter allen Gästen auf den jeweils sieben Druckluft- und Kleinkaliberständen für Fragen rund um die Umbauarbeiten und die Schießanlage zur Verfügung. Neben den Ehrengästen nutzten dies auch viele Schützen der Nachbarvereine, die sich unisono auf die ersten Wettkämpfe in Niederbachem freuten. Geplant sind unter anderem die Durchführung von Kreis- und Bezirksmeisterschaften im RSB.

Spenden für Flutopfer

Die Katastrophenereignisse des letzten Monats haben natürlich auch viele Freunde und Bekannte aus dem Schützenwesen getroffen. Daher haben die Niederbachemer Schützen auf ihrer Jahreshauptversammlung vor wenigen Wochen nicht nur beschlossen, alle Erlöse aus dem Speisen- und Getränkeverkauf der Einweihungsfeier zugunsten von durch die Flut betroffenen Menschen zu spenden, sondern außerdem noch einen noch festzulegenden Betrag aus dem Vereinsvermögen dazuzugeben. Dies ist unter anderem dadurch möglich, dass der Standumbau mithilfe von privaten Spendern und der öffentlichen Förderung ohne die Aufnahme von Krediten erfolgt ist. Über welchen Weg die Spenden zu den Empfängern gelangen, also welche Organisationen bedacht werden, wird der Vereinsvorstand in Kürze entscheiden.

Trainingsbetrieb läuft bereits wieder

Mit der Aufhebung der coronabedingten Einschränkungen zu Beginn des Sommers haben auch die Niederbachemer Sportschützen wieder begonnen, ihren Sport auszuüben. Interessenten dürfen sich zu den offiziellen Trainingszeiten vorstellen und unter Anleitung der Sportleiter das Schießen mit Gewehr und Pistole ausprobieren. Für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren findet dienstags ab 18 Uhr das Jugendtraining statt. Das Training für die Erwachsenen Sportler ist donnerstags ebenfalls ab 18 Uhr möglich.

Bürgermeister Jörg Schmidt und Beigeordneter Swen Christian lassen sich die neue Schießanlage von Brudermeister Wilhelm Langen erklären.

Bürgermeister Jörg Schmidt und Beigeordneter Swen Christian lassen sich die neue Schießanlage von Brudermeister Wilhelm Langen erklären.

Gruppenbild mit Dr. Leo Kreuz (Vorsitzender Ortsausschuss Niederbachem), Wilhelm Langen (Brudermeister), Oliver Kraus (MdL), Pfarrer Michael Maxeiner und Wilhelm Ippendorf (Ehrenbrudermeister Niederbachem sowie Bundesmeister BHDS). Fotos: St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Niederbachem

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