Allgemeine Berichte | 05.11.2020

Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar

Digitalisierung vorantreiben, an Werten orientieren

Julia Sander ist die neue Geschäftsführerin

Dr. oec. Julia Sander. Foto: PTHV

Vallendar. Sie ist eine ausgewiesene Expertin für Hochschulmanagement und Digitalisierung: die 57-jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. oec. Julia Sander wird nach fast 20-jähriger Erfahrung im Hochschul- und Bildungsmanagement ab 1. November die Geschicke der katholischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar in eine neue Zukunft lenken.

„Freudig, optimistisch und mit einem positiven Gefühl“ gehe sie an die neue Aufgabe, sagt Julia Sander. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung habe sie ein realistisches Bild für die Möglichkeiten einer Hochschule unter den aktuellen Rahmenbedingungen gewonnen und freue sich darauf, nun eine Universität in katholischer Trägerschaft zu gestalten und dabei mit einer theologischen und einer pflegewissenschaftlichen Fakultät als Ausgangspunkt neue Wege zu gehen. Sander will vor allem die Theologie mit den Humanwissenschaften zusammenführen und so eine werteorientierte Forschung und Lehre stärken. Gleichzeitig sollen die Präsenzangebote in Vallendar durch digitale Studienmodelle und Präsenzseminare auch an anderen pallottinischen Häusern erweitert werden.

Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Digitalisierungsexpertin hat Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert und promovierte anschließend an der Universität St. Gallen zum Thema Ökologie und Innovation. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Unternehmensberaterin wechselte sie im Jahr 2000 als Professorin an die SRH Fernhochschule in Riedlingen, seit 2002 als Rektorin und ab 2008 zusätzlich als Geschäftsführerin. Dort ist es ihr gelungen, die Studierendenzahl von 180 auf 3.100 mehr als zu versiebzehnfachen.

2016 wurde sie in den Vorstand der COGNOS AG berufen und war dort verantwortlich für Digitalisierung und Professional Clients. Ab 2018 war sie Geschäftsführerin und Kanzlerin bei der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, die wie die Fernhochschule Riedlingen auch zum Gesundheits- und Bildungskonzern SRH gehört.

Die Erhöhung der Studierendenzahlen hat sich Julia Sander auch in Vallendar zum Ziel gesetzt und setzt dabei auf ein Angebot, das auf die Fragen und Herausforderungen der heutigen Zeit Antworten und Kompetenzen bereithält. „Wir müssen junge wie ältere Menschen so aus- und weiterbilden, wie es von den disruptiven Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft gefordert ist, betont Julia Sander.

Die Kraft einer katholischen Hochschule

In einer Zeit extremen Wandels bedeute dies vor allem Werteorientierung zu schaffen, um eigene Standpunkte zu finden, sagt Sander. Dazu wolle sie die große Kraft einer katholischen Hochschule nutzen, mit der theologischen Fakultät als Kern und der pflegewissenschaftlichen Fakultät, die unter dem Stichwort Humanwissenschaften ausgebaut und auf eine breitere Basis gestellt werden soll.

Eine große Rolle spielen für die Digitalisierungsexpertin dabei flexible Studienformen, die sich auf die Bedürfnisse der Studierenden einstellt. Unter dem Stichwort „blended learning concepts“ will sie die Präsenz-Angebote an der Universität mit digitalen Lehr- und Lernformaten kombinieren, begleitet durch eine intensive und individuelle Betreuung. „Wir müssen eruieren, was die Welt von uns braucht“, ist die 57-jährige Mutter von zwei erwachsenen Kindern überzeugt.

Roter Faden inunsicheren Zeiten

Julia Sander, die evangelisch getauft, katholisch sozialisiert und sich als überkonfessionelle Christin versteht, ist überzeugt, dass die Kombination von Theologie und Humanwissenschaften dazu beitragen kann gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. „Werte können uns einen roten Faden in unsicheren Zeiten bieten und dazu beitragen, besser mit Komplexität, Volatilität und Mehrdeutigkeit umzugehen“, sagt sie und fügt hinzu: „Wir brauchen daher in der theologischen Fakultät als Ergänzung Ethik in allen aktuellen Ausprägungen.“

Die Pallottiner, die die Hochschule ab 2021 wieder in alleiniger Trägerschaft führen, wollen nach der Überzeugung Sanders in dieser Welt etwas bewirken. Diese Hochschule sei dafür das richtige Modell. Und gerade die Corona-Krise habe gezeigt, dass es mit dieser Welt nicht so weiter gehen könne, wenn das Motto immer nur laute: „höher, schneller, weiter.“

Als katholische Universität können Innovationsfähigkeit und Werteorientierung kombiniert werden, sagt Julia Sander, die in ihrer neuen Funktion auch so etwas wie eine Berufung erlebt. „Ich will durch meine Arbeit einen Unterschied, eine nachhaltige Weiterentwicklung bewirken“, sagt sie entschlossen und betont, dass die Voraussetzung dazu auch die wirtschaftliche Stabilität der Universität sei, die sie jetzt auf den Weg bringen wolle.

Hintergrund

Die Provinzversammlung der Pallottiner hat im Juli 2020 ein klares Ja zum Fortbestand der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar getroffen und damit deren Zukunft gesichert. Träger der Hochschule ist die PTHV gGmbH. Ihre Gesellschafter waren bislang die Vinzenz Pallotti gGmbH und die Marienhaus Holding GmbH. Die Marienhaus Holding wird sich jedoch zum Jahresende 2020 aus der Trägerschaft der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) zurückziehen. Die Pallottiner beschlossen daraufhin, die alleinige Verantwortung als Träger der PTHV zu übernehmen. Bis Ende des Jahres 2020 wird eine konkrete Strategie zur Neuausrichtung der Hochschule erarbeitet und gleichzeitig ein Sanierungsprogramm zur Reduzierung der Kosten eingeleitet.

Geschichte der Philosophisch-Theologischen Hochschule

Nach der Gründung erster Niederlassungen in Deutschland im Jahr 1892 haben die Pallottiner 1896 eine Philosophisch-Theologische Bildungsstätte eröffnet und sie nach einem einjährigen Provisorium in Koblenz-Ehrenbreitstein für ein halbes Jahrhundert in Limburg angesiedelt. Nach dem 2. Weltkrieg hat sich die Provinzleitung 1945 entschieden, die Theologische Hochschule nach Vallendar zu verlegen.

Bis in die 1960er Jahre wurden an der Hochschule nur Pallottiner ausgebildet. In den 1970er Jahren wurde der Bildungsauftrag von Priesteramtskandidaten auf Laientheologen ausgedehnt. 1979 erhielt die Hochschule die staatliche Anerkennung als wissenschaftliche Hochschule in freier Trägerschaft für den „Diplomstudiengang im Fach Katholische Theologie“. Seit 1993 führt die Hochschule den Namen Philosophisch-Theologische Hochschule der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner), abgekürzt: PTHV.

Durch den Vertrag vom 12. Oktober 2005 zwischen der Vinzenz Pallotti gGmbH Friedberg und der St. Elisabeth gGmbH Waldbreitbach (heute Marienhaus Holding GmbH) wurden beide zu Gesellschaftern der PTHV gGmbH. Beide Gesellschafter kamen überein, in der Hochschule eine Fakultät für Pflegewissenschaft zu gründen.

Pressemitteilung

Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

Dr. oec. Julia Sander. Foto: PTHV

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