Rheinland-Pfälzer Reitertage in Horressen
Donnerlittchen wieder schnell
Marc-André Weils Stute sichert Turnierveranstalter RV Montabaur Top-Platzierung im Großen Preis
Montabaur. Das Reitturnier, bekannt unter dem Namen „Rheinland-Pfälzer Reitertage“ ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis. An den vier Turniertagen trifft sich auf dem Gelände des Reitvereins Montabaur alles, was Rang und Namen hat. Besonders an den Haupttagen Samstag und Sonntag trifft man rund um den Springplatz und in der Gastronomie Reiter, Reitsportinteressierte und auch Menschen ganz ohne eigene Pferdeambitionen beim geselligen Beisammensein und genießen der vielen Sport- und Showangebote. In diesem Jahr waren es das römische Wagenrennen und das Mächtigkeitsspringen, die am Samstagabend die Massen an den Ortsrand von Horressen zogen.
Pferd und Reiter zeigten eine beeindruckende Leistung
„Donnerlittchen!“, konnte man da am Sonntagnachmittag beim schwersten Springen des Turniers, einem Zweisterne-S-Springen mit Siegerrunde, nur sagen, als Marc-André Weil mit seiner quirligen Fuchsstute Donnerlitchen durch den Parcours fegte und – trotz schneller Zeit – fehlerfrei blieb. Das war neben dem für Montabaur-Horressen startenden Weil lange Zeit nur dem aus Aachen kommenden und für den dort beheimateten Reitverein Laurensberg reitenden Thomas Kuck gelungen. Alle anderen Reiterinnen und Reiter hatten den Normalparcours nicht ohne mindestens einen Abwurf beendet. Aber das war ja erst die erste Runde in dieser Prüfung. Die fünf Besten hatten noch in der Siegerrunde die Chance auf einen Sieg im Großen Preis der Sparkasse Westerwald Sieg. Und diese Chance nutzten sie auch. Außer Lokalmatador Weil, der die Ehre und das Ansehen des gastgebenden Reitvereins Montabaur zu verteidigen hatte und dem Aachener Kuck gingen noch Michael Hoffmann aus Zeiskam sowie der für Tschechien startende Martin Reznicek in die Siegerrunde. Reznicek hatte es sogar mit zwei Pferden geschafft. Doch lediglich Thomas Kuck auf dem zehnjährigen Holsteiner Schimmelwallach Cassio (von Casall) schaffte es, die schnelle Donnerlittchen zu schlagen.
Reznicek konnte gute Platzierungen mit nach Tchechien nehmen
Die Stute ist momentan in Topform. Es ist erst zwei Wochen her, dass sie beim Turnier in Höhr-Grenzhausen das schwere Springen dort gewonnen hat. Für den Tschechen Reznicek war Horressen ein Glücksgriff: Außer den beiden guten Platzierungen im Großen Preis konnte er noch einen Sieg in einem vorausgegangenen Einsterne-S-Springen mit nach Hause nehmen. In dieser schweren Prüfung waren vom gastgebenden Reitverein Lena Rosa Kramm (4. Platz) und Arndt Ulrich (7. Platz) erfolgreich. Allen männlichen Reitern des Turniers stahl jedoch eine junge Amazone die Schau: Darline Eisenmenger aus dem nahen Niederzeuzheim schaffte den Sieg und dazu noch einen vierten Platz im spektakulären Mächtigkeitsspringen der Rheinland-Pfälzer Reitertage. Den ersten Platz musste sie sich allerdings mit Philipp Schöllhorn vom ZRFV Hollekusse teilen, dessen Pferd Calantin de Roulard ebenfalls, wie auch Darlines achtjährige Stute Cherry Lady, fehlerfrei über die 1.90 Meter hohe Mauer gesprungen war.
In allen Springprüfungen in Montabaur hatte Parcoursbauer Oliver Nilius wieder sein ganzes Talent bewiesen und Hindernisse auf Linienführungen gestellt, die in jeder Klasse mehr reiterliches Können als gewaltiges Springvermögen der Pferde voraussetzten. Die Rittigkeit der Pferde und der Ausbildungsstand ihrer Reiterinnen und Reiter alleine entschieden über Sieg oder Platz – oder gar das komplette Ausscheiden aus dem Kurs.
Die Organisatoren waren mit Turnierverlauf sehr zufrieden
Mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden war am abschließenden Sonntag Vereinsvorsitzender Matthias Hörle. Besonders freute er sich über den Erfolg seines Vereinsmitglieds Marc-André Weil in dem schweren S-Springen. Rund 1.000 Besucher hatten Hörle und seine vielen Helfer an den vier Tagen auf dem Gelände des Vereins und der Reitschule Düster begrüßt und bewirtet. Ein Highlight war wieder der Samstag mit dem Mächtigkeitsspringen und dem vorausgegangenen „Römischen Wagenrennen“ mit vier Gespannen aus verschiedenen Bundesländern. „Tolle Gespanne, alle sehr gut trainiert!“, lobte Matthias Hörle hinterher im Gespräch mit „BLICK aktuell“ die wagemutigen Teilnehmer dieses Wagenrennens auf dem Montabaurer Springplatz. Nach so viel Nervenkitzel war für die Teilnehmer und die Besucher „Dampf ablassen“ angesagt beim Tanz zur Musik von DJ Jüttner. „Es ging bis spät in die Nacht“, deutet schmunzelnd Matthias Hörle den Erfolg dieses Programmpunkts an.
Arndt Ulrich (Foto) vom RV Montabaur und Lena Rosa Kramm sicherten ihrem Verein gute Platzierungen. Foto: KER
