Im September 2018 wird in Rheinbach groß gefeiert
Doppeljubiläum wirft Schatten voraus
Die Glasfachschule wird im nächsten Jahr 70 Jahre, das Museum ein halbes Jahrhundert alt
Rheinbach. Ein gläsernes Doppeljubiläum wird 2018 in Rheinbach gefeiert. Die Glasfachschule wird 70 und das Glasmuseum 50 Jahre alt. Da es den beiden Institutionen ein großes Anliegen ist, die Bevölkerung in die Feierlichkeiten mit einzubeziehen, entwickelte die Glasfachschule eine Edition von gläsernen Hausnummern, mit denen gläserne Akzente an den Häusern der Stadt gesetzt werden können.
Die Hausnummern im DIN-A4-Format sind zunächst auf 70 Stück limitiert, sie können ab sofort und noch bis Ende Februar zum Preis von 200 Euro pro Stück bestellt werden. Sie sind oben mit der Silhouette des historischen Rheinbach versehen und können in den Farben dunkelblau, rot und grün geordert werden. Jede Nummer von eins bis 99 ist möglich, wobei eine Nummer durchaus auch mehrfach vergeben wird. Im unteren Bereich des Glasobjekts kann auf Wunsch der Name der Familie oder der Firma eingearbeitet werden, an deren Wand das Unikat angebracht wird.
Mit dem Erwerb einer solchen individuellen Hausnummer werden nicht nur die Jubiläumsfeierlichkeiten unterstützt, sondern auch der persönliche Bezug zur Glasstadt Rheinbach unterstrichen, so Schulleiter Walter Dernbach. Die Edition kann über die Internetseite der Glasfachschule, in der Verwaltung der Glasfachschule und im Glasmuseum bestellt werden.
Auch Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) freut sich schon auf das Doppeljubiläum: „Wir werden Feuer und Flamme für Glas sein“, kündigte er jetzt bei einer Pressekonferenz an. Das Doppeljubiläum soll genutzt werden, um Glas und Glaskunst wieder in den Mittelpunkt zu stellen und die Tradition Rheinbachs als Glasstadt erneut in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Dafür ziehen die Stadt, der Förderverein und der Beirat des Glasmuseums mit den beiden Jubilaren an einem Strang und stellten nun ihre Planungen für die Feierlichkeiten vor.
Über ein Jahr laufen die Vorbereitungen bereits in der Arbeitsgruppe, so ihr Leiter Helmut Nikolaus. „Wir müssen den Bürgern und der Fachwelt wieder ins Gedächtnis rufen, dass Rheinbach eine besondere Stellung als Glasstadt hat“, fand er. Die Jubiläumsfeierlichkeiten sollen im September 2018 über die Bühne gehen, wobei die Glasfachschule ihr Jubiläum bereits im Frühjahr feiern will, der genaue Termin steht aber noch nicht fest.
Ein Festtag
Dennoch werde es einen großen Festtag für das „Staatliche Berufskolleg Glas-Keramik-Gestaltung“ geben, bei dem auch die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer eine Ansprache halten soll. Schließlich sei die Glasfachschule derzeit noch die einzige verbliebene Schule in Trägerschaft des Landes, so Schulleiter Dernbach.
Die Festtage rund um das Glasmuseum beginnen am Dienstag, 4. September, mit einem Konzert des Ensembles „Sinfonia di Vetro“, das ab 19.30 Uhr echte Glasmusik mit Instrumenten aus Glas in der Mensa der Glasfachschule zu Gehör bringt. Am Samstag, 8. September, bietet der Gewerbeverein im Rahmen des Stadtfestes ein Late-Night-Shopping an, im Glasmuseum gibt es dazu einen Glas-Antik-Markt. Dabei gibt es für alle Bürger die Möglichkeit, seine Gläser nach Art der Fernsehserie „Kunst und Krempel“ von Experten schätzen zu lassen.
Eine Versteigerung ist ebenfalls geplant, außerdem gibt es Informationsstände zu den Umbauplänen des Naturparkzentrums und des Himmeroder Hofs zu einem Römerkanal-Informationszentrum. Am Abend ist eine „Lange Tafel“ mit Glaselementen als Dekoration und Beleuchtung geplant.
Am Sonntag, 16. September, startet erstmals ein einwöchiges, internationales Glas-Symposium unter dem Arbeitstitel „Glas(s) Rendezvous Rheinbach“ mit einer Reihe von Workshops, an denen sich auch renommierte internationale Künstler beteiligen sollen. Dabei soll auch der römische Glasofen in Betrieb genommen werden, der aus Anlass des Jubiläums vom Archäologen Frank Wiesenberg am Glaspavillon originalgetreu errichtet wird. Die Besucher dürfen dabei hautnah miterleben, mit welch einfachen Mitteln die Römer ihre Glasschmelzöfen einst gebaut haben.
Historischer Ofen
In dem historischen Ofen soll nach alten römischen Rezepten auch tatsächlich Glas gebrannt werden. Besonders für Kinder soll es Vorführungen etwa mit Glasblasen geben, die als unvergessliches Erlebnis an das Doppeljubiläum erinnern sollen. Im Rahmen des Symposiums werden auch internationale Glaskünstler ihre Arbeiten vorstellen oder Workshops anbieten, darunter Scott Chaseling, Wilhelm Vernim, John Kenneth Clark, Anne Wenzel, Jörg Hanowski und Thorsten Rötsch.
Am Sonntag, 23. September, ist schließlich ein Festakt mit Eröffnung der Schau „50 Jahre - 50 Gläser“ im Glasmuseum geplant. 50 „Paten“ sollen zu jeweils einem zugelosten Glas ihre Gedanken formulieren, woraus dann ein Katalog entstehen soll. JOST
