Kolumne 60
Dorfgeschichte – Lehrerkorrespondenz (1)
Essig/Odendorf. Nach dem Waffenstillstandsabkommen im November 1918 wurde das links-rheinische Gebiet durch das Militär der Siegermächte besetzt. In diese Zeit fiel 1921 die Korrespondenz von J. Schumacher, von 1901 bis 1922 Lehrer und Küster in Odendorf, mit Herrn Johannes Golla aus Rügen, der auf eine Lehrerstelle in Odendorf abgeordnet war und diese am 20. Oktober 1921 auch antrat. Die nächsten Kolumnen enthalten den Schriftverkehr von Herrn Schumacher. Die Briefe von Herr Golla befinden sich leider nicht in der Sammlung Zehnthaus.
„Odendorf. 21.3. 1921.
Werter Herr Kollege!
Habe heute Ihr Schreiben erhalten u. möchte Ihnen Nachfolgendes darauf mitteilen!
Unser Ort zählt rund 1000 Seelen (katholisch), die Schule ist 3-kl., 2 Lehrer und eine Lehrerin, Klassenzahl durchschn. 60 Kinder. Eine Wohnung werden Sie hier wohl bekommen können, zumal ein Zimmer Ihnen genügt. Hier ist ein Krankenhaus, das von Schwestern geleitet wird. Da können Sie auch essen. Im allgemeinen ist hier auch Wohnungsnot. Unser Bezirk hat französische Besatzung. Der Ort, wie überhaupt das flache Land sind davon frei. Die Lebens- u. Teuerungsverhältnisse sind nicht am günstigsten, aber das wird wohl überall sein. Wir sind in der niedrigsten Teuerungsklasse, doch besteht die Aussicht, dass wir höher kommen. Wir erhalten ja auch erhalten ja auch Besatzungszulage, 1080 M.
Odendorf ist Bahnstation, Strecke, Bonn - Düren. Zwölf Minuten fahren Sie bis Euskirchen, eine Stunde bis Bonn und Cöln. Wir liegen im Verkehrszentrum. Hier sind auch viele Fabrikarbeiter, doch ist die Bevölkerung so übel nicht.
Das wäre in Kürze die Beantwortung Ihrer Fragen. Verschiedene Kollegen aus dem Osten sind in der Nähe. Ich kann mir ja lebhaft vorstellen, daß die Entfernung aus den ihnen vertrauten Verhältnissen Sie etwas schreckt. Land u. Sitte hiesigenorts sind ja etwas anders als die Ihren, aber gut Deutsch sind wir hier auch. Was ja die Zukunft bringt, so lässt sich da wenig sagen. Wir liegen auf der linken Rheinseite, also nicht gerade angenehm. Aber wir hoffen, dass wir Deutsch bleiben, trotzalledem.
Ich nehme an, daß Sie katholisch sind, nicht weil ich eine andere Konfession geringer einschätzte, aber es wäre doch peinlich, wenn ein Andersgläubiger hierher käme. Wir Rheinländer sind friedlicher Art, vielleicht etwas lebhafter wie im Osten, aber wie ich schon oben beschrieb, gut deutsch, wenn wir vielleicht auch nicht so preußisch fühlen. Wie Sie sich nun zur Sache stellen, muß ich Ihnen überlassen; schlimm ist es bei uns jedenfalls nicht. Ich bin schon 20 Jahre am hiesigen Ort. Fortbildungsmöglichkeiten stehen Ihnen auch genügend zu Gebote, da Bonn und Köln mit ihren Universitäten bequem erreichbar sind. Ihr Rügen mag landschaftlich sicher herrlich sein, aber unser Rhein ist auch wundervoll.
Wie sie sich auch entschließen mögen, schreiben Sie bitte Bescheid; die 2. Stelle soll ja nach Ostern besetzt werden. Vielleicht kann ich Sie dann hier begrüßen. Ich bin verheiratet. Wir Lehrpersonen halten treu zusammen. Wenn sie ihre Fahrt hierher nehmen, müssen Sie bis Cöln fahren, dann auf Euskirchen u. von da nach Odendorf. Ich denke, daß Sie jetzt genügend orientiert sind. Weitere Aufschlüsse gebe ich jederzeit gerne.
Mit bestem koll. Gruß.
Ihr. J. Schumacher“
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