Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig
Dr. Jens Friedhoff kannte sich nahezu perfekt aus
Swisttal-Odendorf. Wer gehörte wann zu welcher Familie der Sayns? Das versuchte Dr. Jens Friedhoff, Historiker und Stadtarchivar von Hachenburg, seinen Zuhörern deutlich zu machen. Auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig sprach er im Odendorfer Zehnthaus über „Die Grafen von Sayn - eine mittelrheinische Dynastenfamilie“. Dr. Maria Burger, Vorsitzende des Zehnthausvereins, hatte ihn als ausgewiesenen Kenner der mittelrheinischen Adelsgeschlechter und deren Burgen angekündigt, ein Prädikat, dessen er sich im Lauf des Abends durchaus als würdig erwies. Die ältesten Grafen von Sayn lebten in der Zeit von 1139 bis 1246/1247. Ihre obersten Lehnsherren waren die Bischöfe von Trier, später gab es aber immer wieder Annäherungen an die Bischöfe von Köln. Stammburg war die „alte“ Burg Sayn, nahe des heutigen Bendorf. Durch eine geschickte Heiratspolitik und den Erwerb benachbarter Ländereien und Güter, wie zum Beispiel des Erbes der Grafen von Saffenberg, konnte in der dritten Generation wiederum durch Heirat der Erwerb von Teilen des rheinischen Besitzes der Landgrafen von Thüringen verbucht werden. Durch die Gründung von Burg und Stadt Blankenburg um 1170 wurde die Stadt saynisches Herrschaftszentrum am Unterlauf der Sieg. Mit Heinrich III. von Sayn (1202 bis 1246/1247) setzte ein kultureller Wandel ein. Es kam zur Gründung von Klöstern, zum Beispiel des Zisterzienserklosters Marienstatt, und neuen Burgen, es wurde hochmittelalterliches höfisches Leben gepflegt. Das Bild des früher eher raubeinigen Ritters wandelte sich. Jede Heiratspolitik führt aber auch zu anderen Konsequenzen. Durch Heirat entstanden immer wieder neue Seitenlinien, so dass es bald auch die Häuser Sayn-Hachenburg, Sayn-Altenkirchen, Sayn-Hohenstein, Sayn-Wittgenstein und Sayn-Wittgenstein-Sayn gab. Sich hier noch zurechtzufinden, bedurfte es dann eines Kenners wie Friedhoff.
