Allgemeine Berichte | 30.09.2024

Drei Weine, ein „Wir“

Gleich drei Varianten stellt der Hospiz-Verein in diesem Jahr vor: einen Weißwein, einen Blanc de Noir und einen Rotwein. Foto: privat

Kreis Ahrweiler. Auf Zeiten wie diese anstoßen? Nicht immer fällt einem da gleich ein Grund ein. Und doch gibt es Gründe. Auf mindestens einen davon verweist die neue Edition der Hospizweine des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr. Gleich drei Varianten stellt der Hospiz-Verein in diesem Jahr vor: einen Weißwein, einen Blanc de Noir und einen Rotwein. Alle drei stammen aus dem renommierten Altenahrer Weingut Sermann und tragen ein großes „W“ für „Wir“ auf dem Etikett. Das steht nicht nur dafür, dass das viel gepriesene Weingut und der Verein gemeinsame Sache machen. Es steht auch für die Menschen in der Region und darüber hinaus.

Auch in unruhigen Zeiten, in denen die Gesellschaft zuweilen auseinander zu driften scheint, ist in essenziellen Momenten das „Wir“ dasjenige, was den Menschen ausmacht und was ihm Hoffnung macht. Das zeigt sich im großen in Katastrophen, in denen Menschen gemeinsam helfen und anpacken, genauso wie im Kleinen, wenn Menschen einander beistehen. Beistand leisten auch die vielen Ehrenamtlichen und die Hauptamtlichen des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr mit viel Rückhalt aus der Bevölkerung. Klein angefangen hat der Verein mittlerweile rund 1400 Mitglieder und versteht sich als Bürgerbewegung, die gemeinsam steht für ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt und für den Einsatz zum Wohl von Schwerkranken, Sterbenden, Trauernden und deren Zugehörigen

„Von Anfang an hatte ich das Thema ‚Im Jetzt leben‘ in meinem Focus, da dies besonders für Menschen mit dem Ende des Lebens vor Augen oder auch Schwerkranken wichtig ist“, erklärt der Künstler Stephan Maria Glöckner, der auch das Etikett der vierten Hospizwein-Edition gestaltet hat. „Den Augenblick genießen“, „Was wirklich zählt ist der Moment“ und „Das Jetzt zählt“ waren in Kooperation mit den Weingütern Adeneuer, Kriechel, Julia Baltes und Meyer-Näkel die Slogans der seit 2016 kreierten Hospizweine.

„In diesem Jahr kam mir die Idee, die Größe und den Zusammenhalt des Vereins über das ‚Wir‘, also abstrakt über das W zu visualisieren. Dabei habe ich immer den Anspruch an eine gewisse Plakativität und Reduziertheit - eine Klarheit, die ich zu Papier zu bringen möchte, so dass die Produkte auch unter anderen Weinetiketten im Regal eine gewisse Aufmerksamkeit generieren“, sagt Stephan Maria Glöckner. Nachdem er mit dem Pinsel so viele Ws geschrieben und gemalt hatte, bis er eines als formal geeignet herausdestilliert habe, sei ihm das indes doch zu wenig gewesen. „Deshalb habe ich den Buchstaben selbst noch einmal mit Schrift gefüllt, und zwar Begriffe, die im weiteren Sinne mit Leben, Sterben und Hospiz zu tun haben: Wert, Weg, Wohin, Welt, Warten…“ Natürlich taucht auch das „Wir-Gefühl“ auf, und die unterschiedlichen Grundfarben des Hauptletters auf dem Flaschenetikett lassen auf die Farbe des jeweiligen Inhalts schließen.

Der 2023er Blanc de Noir ist aus Spätburgunder-Trauben, die weiß gekeltert, trocken ausgebaut und klassisch im Stahltank vergoren wurden. Er vereint die Spritzigkeit eines Weißwein und die Ansätze eines Rotwein-Körpers und hat moderate Säure. Ein Wein für jeden Tag und jede Gelegenheit, sagt Winzer Lukas Sermann. Beim Weißwein unter den Hospizweinen handelt es sich um einen 2023er Riesling mit schönem Süße-Säure-Spiel. Seine glockenklare Aromatik hat er dem Schiefer in den Dernauer und Recher Weinbergen zu verdanken, in denen die Trauben reiften. Er wurde auf natürliche Art vergoren und eignet sich etwa als Begleiter zu Fisch und Geflügel.

Ebenfalls spontan vergoren wurde der 2022er Spätburgunder aus ausschließlich Dernauer Trauben, die - als Besonderheit – im Ganzen mit Stielgerüst unter Sauerstoffabschluss in Kohlendioxid-Atmosphäre dem Verfahren der „Macération carbonique“ oder „Kohlensäuremaischung“ zugeführt wurden. Im weiteren Prozess ist der Wein klassisch im Holzfass ausgebaut, trocken und würzig, aber dennoch auch filigran. Sermann empfiehlt beispielsweise zu nicht zu kräftigen Schmorgerichten mit Wildschwein oder Fasan und weil der Spätburgunder noch sehr jung sei, habe er auch für die kommenden Jahre noch viel Potenzial.

Dem intergierenden Ansatz der Hospizbewegung kann Lukas Sermann viel abgewinnen und freut sich daher, mit seinem Können und seinem Wein die Hospizarbeit in der Region und den Wir-Gedanken zu unterstützen. Deren Wert und Bedeutung hat er selbst im privaten Kreis zu spüren bekommen, nachdem die Kooperation bereits ausgemachte Sache war, und er schätzt seitdem noch mehr und dankbarer das Tun aller, die sich dort engagieren.

Die drei neuen Hospizweine gibt es in der 0,75-Liter-Flasche gegen eine Spende von jeweils 12 Euro zu Gunsten der Hospizarbeit im Kreis Ahrweiler im stationären Hospiz im Ahrtal, Dorotheenweg 6, in Bad Neuenahr-Ahrweiler, und in der Geschäftsstelle des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr im Bethel Hotel zum Weinberg, Hauptstraße 62, in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel. 02641/2077969, montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie montags von 14 bis 16 Uhr und mittwochs von 14 bis 17 Uhr.

Pressemitteilung des

Hospiz-Vereins Rhein-Ahr

Gleich drei Varianten stellt der Hospiz-Verein in diesem Jahr vor: einen Weißwein, einen Blanc de Noir und einen Rotwein. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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