Allgemeine Berichte | 21.11.2018, 13:50 Uhr

Gemeinsamer Theater-Workshop in Bad Godesberg mit gehörlosen und hörenden Menschen

Drei eindrucksvolle Tage

Das Team des Workshops wuchs an den drei Tagen immer mehr zusammen. privat
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Bonn-Bad Godesberg. Zu einem besonderen Theater-Workshop hatten das Katholische Bildungswerk Bonn und die Caritas eingeladen. Im Hansa-Haus kamen gehörlose, hörende und schwerhörige Menschen zusammen, um beim Theater machen einander kennenzulernen und Wege der Kommunikation zu finden. Schauspielerin Pia Katharina Jendreizik und Regisseurin Wera Mahne arbeiten seit einigen Jahren zusammen, einen gemeinsamen Workshop hatten sie bislang noch nicht durchgeführt. Ihr aktuell laufendes Projekt heißt „FLIRT“ und zeigt anhand von Alltagsbeispielen gemeinsame Kommunikationswege nicht nur im Sinne eines erotischen `Flirts´ auf. „`FLIRT´ steht für Dinge, die wir im Alltag erleben, diese haben wir gesammelt und diese werden nun von hörlosen und hörenden Menschen gemeinsam auf die Bühne gebracht“, so die beiden Kursleiterinnen. Ihr Projekt kann man im Internet unter www.flirt-performance.de finden. Eine Wiederaufnahme im FFT Düsseldorf findet am 7. und 8. Februar des kommenden Jahres statt.

Sprachen auf Augenhöhe

Beim Workshop in Bad Godesberg, zu dem öffentlich eingeladen wurde, kamen nun Interessierte aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zusammen, die entweder gehörlos oder hörend sind. „Wichtig ist uns, dass beide Sprachen, die Laut- und die Gebärdensprache auf gleicher Höhe stehen. Es ist kein Gehörlosen-Seminar mit Hörenden und auch nicht umgekehrt. Keiner soll hierbei dominieren, sondern es sind der Weg zweier gleichberechtigter Sprachen und die gemeinsame Verständigung“.

Zwar gab es an allen drei Tagen auch Dolmetscher, aber die Aufgaben, die den Teilnehmern gestellt wurden, wurden gemeinsam erarbeitet und es wurde mittels Gesten und körperlichen Ausdrücken nahezu jedes Problem gelöst.

Zeitweise waren auch beide Sprachen gänzlich untersagt und es ging rein über die Körpergestik. Vieles war spielerisch. So wurden Erlebnisse der einzelnen Personen dargestellt, teils in Dreier-Teams in synchronische Szenen einstudiert oder ein „Lebkuchenhaus“ (aus Butterkeksen, Gummibärchen und vielem mehr gebaut, wobei jeder seine eigene Rolle einnahm, die dann im Nachhinein von den Teilnehmern erraten werden musste).

Ausbau von Kontakten und eine Menge Spaß

An jedem Tag gab es zudem eine Ankomm- und eine Abschlussrunde, ein beliebtes Abklatsch-Spiel, wo es vor allem um die Konzentration ging und die beiden Kursleiterinnen gaben auch Einblicke in ihre aktuelle Inszenierung.

So entstanden immer mehr Kontakte und Austausch und alle hatten eine Menge Spaß.

Interessant war für die drei hörenden Menschen, die bisher gar keine Kenntnisse der Gebärdensprache hatten, dass sie innerhalb kürzester Zeit ihren Vornamen buchstabieren lernten und sich teilweise auch einen Gebärdennamen zulegten.

Kommunizieren lernen mit diesen beiden Sprachen als künstlerische Mittel oder auch bei Übungen ganz ohne Sprache schien eine Herausforderung zu sein, welche von Tag zu Tag einfacher fiel. Das Thema „Inklusion“ war dabei besonders wertvoll.

Insgesamt waren es an den drei Tagen vier gehörlose und fünf hörende Menschen, die sich zusammenfanden und so manche Aufgabe lösten sowie die Kommunikation immer weiter ausbauen konnten.

Bei den Spielen und Aufgaben hatte man jede Menge Spaß. STUKO

Bei den Spielen und Aufgaben hatte man jede Menge Spaß. Foto: STUKO

Das Team des Workshops wuchs an den drei Tagen immer mehr zusammen. Foto: privat

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