Allgemeine Berichte | 17.01.2024

Dreikönigstreffen der Winzerinnen und Winzer der VG Rhein-Mosel

Unsicherheit über den Einsatz von Hubschrauberspritzungen, Artenschutz und neue Technologien prägten die Veranstaltung

V.li. Dr. Maximilian Hendgen, Daniel Regnery, Eric Lentes, Walter Clüsserath, Kathrin Laymann und Thorsten Welling (MdL). Quelle: VG Rhein-Mosel

VG Rhein-Mosel.Das Dreikönigstreffen der Winzerinnen und Winzer blickt auf eine lange Tradition zurück. Kürzlich fand nach dreijähriger Pause das traditionelle Dreikönigstreffen wieder statt.

60 Interessierte verfolgten gespannt die informativen Vorträge der Referenten. Zunächst berichtete Eric Lentes, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel, den aktuellen Sachstand zum Pflanzenschutz in den Steillagen durch Spritzdrohnen. Als dieses Thema vor einigen Monaten in der Planung der Veranstaltung bei den Referenten anfragt wurde, war die Intention über eine innovative Technik zu berichten, die mittelfristig in unseren Terrassen- und Steillagen zur Anwendung kommen wird. Doch die politischen Geschehnisse hatten sich rund um den Jahreswechsel zugespitzt, sodass das Thema allen Gästen unter den Nägeln brannte. Es zeichnet sich ab, dass enormer Handlungsdruck bei der Umstellung von der Hubschrauberspritzung auf den Einsatz von Drohnen besteht. Leider gibt es seit einigen Wochen berechtigte Befürchtungen, dass schon dieses Jahr keine Helikopter mehr für Spritzungen genutzt werden dürfen. Als Ersatz sollen Drohnen zum Einsatz kommen. Doch leider hat das Umweltbundesamt nicht berücksichtigt, dass diese - und insbesondere die notwendigen Piloten - noch nicht in ausreichender Zahl verfügbar sind. Die Ausführungen des Referenten Eric Lentes verdeutlichten: Eine Umstellung der Arbeitsabläufe von jetzt auf gleich ist auf der gesamten Fläche nicht möglich. Es bedarf mehr als nur der Drohnen selbst. Zuwegungen und Startflächen zum Flug im Sichtfeld des Piloten müssen teilweise erst erbaut werden. Der Grund der kurzfristigen Anordnung des Umweltbundesamtes liegt im Schutz des Apollofalters begründet, den es nur an der Untermosel gibt. Dass dieser allerdings nur in bewirtschafteten Flächen existieren wird und deswegen seine Art durch die faktische Verhinderung der Bewirtschaftung ebenfalls gefährdet wird, hat bislang zu keinem Einlenken der zuständigen Bundesbehörden geführt.

Naheliegend war daher die Frage aus der Zuhörerschaft, ob wir selbst durch weitere Aufklärungsarbeit zu einem Umlenken beitragen können. Die Ausführungen der Referenten zeugten davon, dass die Argumente mit den Bundesbehörden bereits ausgetauscht wurden. Die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen.

Gemeinsam sind sowohl der Winzerverband als auch die Landesregierung in der Kommunikation mit den zuständigen Behörden, um eine realistische, planbare Lösung zu finden, die die Bewirtschaftung weiterhin ermöglicht und dem Artenschutz dient.

Der Präsident des Weinbauverbandes Mosel, Walter Clüsserath, welcher ebenfalls zum Treffen erschienen war, erklärte die vorgebrachte Positionierung gegenüber den Bundesämtern folgendermaßen: „Um den drohenden, unwiederbringlichen Verlust an Weinkulturlandschaft mit den entsprechenden negativen Folgen für den Weinbau, die Biodiversität und den Tourismus zu verhindern, muss zwingend – ggf. unter zeitlicher Begrenzung – der Einsatz des Hubschraubers für die Pflanzenschutzausbringung vorerst möglich bleiben. Das ist aus unserer Sicht derzeit ohne Alternative. Weiterhin wäre in der Startphase der Drohneneinführung der Hubschrauber als Backup-Option wichtig, um ggf. einen Ausfall der Drohne auffangen und notwendigen Pflanzenschutz betreiben zu können. Alle Akteure vor Ort arbeiten intensiv daran, schnellstmöglich die Drohnenapplikation als Alternative zum Hubschrauber zu etablieren, wo die örtlichen Gegebenheiten es zulassen. Bis zur Praxisreife der Drohnenapplikation bedarf es jedoch einer angemessenen Übergangsfrist. Weiterhin benötigen Winzer und Dienstleistungsfirmen Planungssicherheit für notwendige Investitionen und Personalrekrutierungen.“

Im Anschluss an den Vortrag von Eric Lentes gab Daniel Regnery, ebenfalls ein Referent des DLR Mosel, Einblicke in VITRAC – eine Mechanierungsoption für extreme Steillagen. Die Entwicklung dieses leistungsstarken, vielseitigen und zugleich verbrauchsarmen Einsatzfahrzeugs zeigte, dass Erleichterung für den Anbau in den Steillagen möglich ist.

Dieses technische Thema war nicht nur spannend, es bot auch eine kurze Verschnaufpause von den sorgenbelasteten politischen Themen. Denn abschließend referierte Dr. Maximilian Hendgen, Geschäftsführer der Weinbauverbände Mosel und Mittelrhein, über aktuelle rechtliche und weinbaurechtliche Entwicklungen. Die Zulassung der Hubschrauberspritzung nahm selbstverständlich auch in diesem Vortrag aufgrund der Aktualität und der möglichen immensen Auswirkung für diee Region großen Raum ein. Weitere exponierte Themen waren die neuen Vorgaben für Verbraucherangaben auf Etiketten und die weiterhin laufende Debatte über die Pflanzenschutzreduktionsverordnung auf europäischer Ebene.

„Die Vorträge waren auch für uns, als Verwaltung der Verbandsgemeinde, von hohem Interesse. Erkennbar wurde, dass alle notwendigen Rahmenbedingungen für den Drohneneinsatz schnell umgesetzt werden müssen. Nur so wird langfristig die Bewirtschaftung unserer Lagen und der Artenschutz, an dem alle Beteiligten interessiert sind, vereinbar sein. Alle Betroffenen müssen zeitnah mehr darüber erfahren, was hierfür benötigt wird.

Weitere Erkenntnisse über die Bedingungen für Start und Landung von Drohnen und die Genehmigungen für den Flug dieser müssen hierzu erlangt werden. Der dreistündige Austausch zeigte, dass die Notwendigkeit zur Aussprache zu weinbaupolitischen Themen durchaus gegeben ist. Die Themen werden auch in Zukunft nicht ausgehen, sodass die Tradition des Dreikönigstreffens weiter fortgesetzt werden wird, so Bürgermeisterin Kathrin Laymann.“

Pressemitteilung der

VG Rhein-Mosel

V.li. Dr. Maximilian Hendgen, Daniel Regnery, Eric Lentes, Walter Clüsserath, Kathrin Laymann und Thorsten Welling (MdL). Quelle: VG Rhein-Mosel

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