Grundschule Rheinbreitbach
Dschungeltiere erobern den Pausenhof
Kinder der Klasse 4b gestalteten mit den Künstlern Hilmar Röner und Sabine Pie die alte Mauer
Rheinbreitbach. Die alte Schulmauer am Schulhof der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Rheinbreitbach war ziemlich in die Jahre gekommen. Der Putz bröckelte ab, die Farben der Keith-Haring-Figuren verblassten, Risse zeichneten sich in der 1886 errichteten Mauer ab. Nicht umsonst liebäugelten die Schüler, Lehrer und die Schulleitung schon seit einiger Zeit mit dem Wunsch, die alte Mauer von den Kindern neu gestalten zu lassen. Diesen Wunsch erfüllte nun der Förderverein Ratzefummel und die Initiative Rheinbreitbach 2030 der Grundschule Rheinbreitbach, indem die beiden Organisationen der vierten Klasse von Sylvia Backhausen einen Kunstworkshop mit den Künstlern Sabine Pie und Hilmar Röner finanzierten.
Durch eine Haustürsammlung und einiger Großspender wie dem Stammtisch „Mer looße et kraache“ konnten die Kinder der 4b unter Mithilfe der beiden Künstler mit der Bemalung der Mauer beginnen. Zuvor hatte sich die gesamte Schülerschaft durch ein Abstimmungsverfahren für das Thema Dschungel entschieden. Ein Thema, das bereits in den siebziger Jahren von den Kindern der damaligen Grundschule als Thema für die verputzte Mauer gewählt worden war. Das Ergebnis der Arbeit der Kinder und der beiden Künstler wurde unter Anteilnahme von Gemeindevertretern, Eltern, Kindern und Lehrern nun der Öffentlichkeit präsentiert. Eine große Dschungellandschaft mit Lianen, bunten Blüten und von Eingeborenen behauene Steine zieren nun die alte Mauer. Der Amazonas zieht sich als Seenlandschaft durch das gesamte Bild. Im Hintergrund liegen im hellen Sonnenschein die Dschungelpalmen. Spinnen, Schlangen, Nilpferde, rosa Delfine, Affen und sogar ein Pandabär haben dort ihr neues Zuhause gefunden.
Die Schulleiterin Patricia Schon-Ohnesorge ist ganz angetan von der neuen Gestaltung der Schulmauer. Bei der Eröffnung dankte sie allen, die bei diesem Projekt mitgeholfen haben und ließ noch einmal kurz die Geschichte der Mauer Revue passieren, bevor Vertreter der Initiative Rheinbreitbach 2030 der Bevölkerung von Rheinbreitbach und den anonymen Großspendern dankten, die dieses Projekt ermöglicht haben.
Auch wenn es viel Kritik an diesem Projekt von Seiten der Bürgerschaft gab und weniger als ein Sechstel der Bevölkerung Rheinbreitbachs etwas zu diesem Projekt beigetragen hat, so ist an der großen Spendenbereitschaft dieser kleinen Gruppe zu erkennen, was im Ort möglich ist, wenn diejenigen zusammenhalten, denen der Ort wirklich am Herzen liegt. Besonders hervorgetan haben sich hierbei die Bewohner der Breiten Heide und der Rheinblickstraße, die im Durchschnitt das höchste Spendenaufkommen im Ort erbracht haben. Ein besonderer Dank galt auch dem Förderverein Ratzefummel mit dem Vorsitzenden Benjamin Eschenfeld und der Kassiererin Kirstin Brockhagen, die die finanzielle Abwicklung des Kunstprojekts organisierten.
Ob es im nächsten Schuljahr wieder ein Projekt dieser Art für die beiden vierten Klassen geben wird, lassen Vertreter des Fördervereins Ratzefummel und der Initiative Rheinbreitbach 2030 offen. Nicht weit von der Schule entfernt schreit jedoch die Verkleidung der Konzertmuschel im Park der Oberen Burg nach einem farbigen Neuanstrich. Dieses Projekt dürfte finanziell jedoch in einem fünfstelligen Bereich liegen. Denn Künstler leben wie Handwerker oder Angestellte nicht von Luft und Liebe allein.
Die beiden Künstler Sabine Pie und Hilmar Roener vor der neu gestalteten Schulmauer der Grundschule Rheinbreitbach.
