Allgemeine Berichte | 28.09.2016

Aktionstag zur Prävention von Glücksspielsucht

„Du wirst gespielt?“

Symbolbild. Foto: DS-Foto / pixabay

Region. Glücksspiele haben ein Suchtpotenzial – darauf weist der alljährlich stattfindende bundesweite Aktionstag hin. Am Mittwoch, 28. September, sensibilisieren die Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht in Zusammenarbeit mit der Fachstelle „Prävention der Glücksspielsucht RLP“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. (LZG) die Bevölkerung an öffentlichen Plätzen zum Thema.

Unter dem Motto „Du wirst gespielt?“ widmet sich der Aktionstag in Rheinland-Pfalz dieses Jahr ganz dem Thema Sportwetten und richtet sich hauptsächlich an Jugendliche und junge Erwachsene. Landesweit werden verschiedene Events angeboten, wie zum Beispiel Informationsveranstaltungen, Ausstellungen oder auch Telefonberatungen. Die zentrale Veranstaltung in Mainz findet von 13 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz statt. Hier laden Musik und verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel das Menschliche Tischfußball, zum Besuch und zu geselliger Information ein. Der Mainzer Aktionstag findet in Kooperation mit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, und den Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht statt.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem letzten Jahr zeigt, dass insbesondere Sportwetten eine von Jugendlichen und jungen Männern bevorzugte Glücksspielvariante ist – neben dem Pokerspiel und dem Spiel an Automaten. „In unseren Städten gibt es immer mehr Wettbüros, aber auch Online-Sportwetten werden zunehmend präsenter. Hier sehen wir einen hohen Bedarf an Prävention und Aufklärung. Das Bewusstsein über die Risiken, die von Sportwetten ausgehen, muss gestärkt werden“, erklärt Nina Roth, Leiterin des Referats Suchtprävention in der LZG.

Besonders junge Männer zwischen 16 und 25 Jahren stellen eine Risikogruppe für problematisches oder pathologisches Wettverhalten dar. Wenn sie selbst sportlich interessiert oder aktiv sind, kann ihre Bereitschaft zur Teilnahme an Sportwetten steigen. Sie sehen einen vermeintlichen Zusammenhang von kompetentem Wissen und dem Ausgang des Glücksspiels. Den Spielenden werden steigende Gewinnchancen suggeriert, je besser sie sich auskennen. Roth erklärt: „Tatsächlich ist ein Sportwissen hier von Vorteil, weil man die Wetten, also auf was gewettet wird, schneller begreift. Mit dem Ausgang der Wette hat das allerdings wenig bis nichts zu tun, denn: Glücksspiel bleibt Glücksspiel.“

Eine besondere Gefahr bergen Live-Wetten: Hier können die Teilnehmenden sogar auf einzelne Vorgänge im Spiel wetten, etwa auf gelbe oder rote Karten oder auf Eckbälle. Diese hohe Ereignisfrequenz stellt ein hohes Risiko für eine mögliche Glücksspielsuchtentwicklung dar. Des Weiteren wollen sich die Spielenden untereinander imponieren, sie brüsten sich mit der Teilnahme an Wetten und dem Besitz von Wettscheinen. Problematisch ist auch die zunehmende Verknüpfung von Sportwetten und Sport: Sportwettenanbieter treten immer häufiger als Sponsoren auf. Die Menschen nehmen Sportwetten vermutlich auch dadurch nicht immer als Glücksspiel wahr.

Hilfe finden Betroffenene und deren Angehörige in den Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht, aus dem Festnetz kostenfrei erreichbar unter 0800 5511 600 (Sucht-Infoline) oder unter www.lzg-rlp.de.

Pressemitteilung Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.

Symbolbild. Foto: DS-Foto / pixabay

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