Isenburger Schlachtfest bot Hausgemachtes und „Wurschtsupp“
Duft von frisch gegartem Wellfleisch zog durchs Sayntal
Gulaschkanone aus Beständen der DDR-Volksarmee erfüllte einen friedlichen Zweck
Isenburg. Die Tallage von Isenburg begünstigt die Verbreitung der Nachricht: Der Heimat- und Verschönerungsverein hat die alte Gulaschkanone aus Restbeständen der Nationalen Volksarmee der DDR befeuert und gart das frische Fleisch darin. Man riecht es im ganzen Dorf und die Leute strömen in Scharen zum
Gemeinschaftshaus. So war es wieder beim traditionellen Schlachtfest am vergangenen Samstag. Schon früh am Morgen hatte Heiner Eulenbach die Öfen gestocht. Um neun Uhr kam das Fleisch in die Kessel. Zwei Stunden
braucht es im siedenden Wasser, bis es so gar ist, dass es quasi auf der Zunge zergeht. Dafür ist Josef Lammersdorf zuständig, der ständig die Kesseltemperatur überwacht und am Ende die Fleischstücke portionengerecht zerteilt.
Außer dem Wellfleisch gibt es Hausmacher Blut- und Leberwurst – die sogenannten „Heinzelmännchen“ – dazu wahlweise Sauerkraut und Kartoffelpüree sowie die beliebten dicken, weißen Bohnen. Als Extrazugabe erhält jeder Besucher des Schlachtfests kostenlos eine Tasse heiße „Wurschtsuppe“. Die Ware kommt von der Landmetzgerei Siegel aus Thalhausen. Josef Lammersdorf schätzt die
Gesamtmenge des zubereiteten Fleischs auf zehn bis zwölf Schweinebäuche, gewogen sind das ungefähr 30 Kilogramm Fleisch. Die Nachfrage sei „sehr gut“, sagt er. Was vielleicht auch ein bisschen mit dem frühlingshaften Wetter zu tun habe. Die Leute gingen einfach lieber aus dem Haus. Im vorigen Jahr war das Fest etwas verregnet.
Für den Nachmittag wurde im Untergeschoss des Gemeindehauses Kaffee und Kuchen angeboten. Der Raum war die ganze Zeit über gut mit Besuchern gefüllt.
Das Isenburger Schlachtfest ist im Ort eine willkommene Gelegenheit, sich zu treffen, Nachrichten auszutauschen und ein bisschen Smalltalk zu halten. Wobei es an Veranstaltungen für die Geselligkeit in Isenburg nicht mangelt: Der Veranstaltungskalender der Gemeinde nennt für 2019 insgesamt 19 Termine, vom Schlachtfest über den Karnevalstreff des Möhnenvereins, den Büchernachmittag, die Museumseröffnung, das Traktortreffen, die Pfingstkirmes, den Radtag „Jedem sayn Tal“, das Jubiläumsfest des Kegelvereins, das Spielplatzfest bis zum Nikolausbesuch und der Weihnachtskrippe im Dezember.
Heiner Eulenbach und Josef Lammersdorf (von rechts) sind für das Befeuern der Gulaschkanone und die Zubereitung des Fleischs zuständig.
Auch vegetarisch war möglich, wie diese Besucherin beweist. Dann landen eben nur Kartoffelpüree, Kraut und dicke Bohnen auf dem Teller.
