Allgemeine Berichte | 26.03.2024

Weltgebetstag in Oberwinter

Durch das Band des Friedens

Bei einem Gottesdienst wurde der Weltgebetstag begangen.  Foto: Frau Hoffmann

Oberwinter. Seit über 100 Jahren laden christliche Frauen aller Konfessionen unter dem Motto „Informiert beten - betend handeln“ zum Weltgebetstag ein. In über 150 Ländern, damit ist es die weltweit größte ökumenische Basisbewegung von Frauen, feiern, jeweils am 1. März des Jahres, Frauen und Männer diesen Gottesdienst.

Bereits 2017 wurden die palästinensischen Christinnen von der internationalen Konferenz ausgewählt, die Lithurgie für 2024 zu schreiben, 2022 war sie konkret vorbereitet und wurde bis September 2023 ins Deutsche übersetzt: „...durch das Band des Friedens...“. Die geschichtlichen Ereignisse seit Oktober 2023 machen es besonders schwer, die Hoffnung nicht zu verlieren, um einen gerechten Frieden zu bitten und Vergebung, damit es für die Menschen der Region wieder Lebensperspektiven gibt.

Evangelische und katholische Frauen in Oberwinter, hatten vorbereitet und diesmal in einer anderen Form als den Vorjahren eingeladen: Ein Informations-Brunch mit Bildervortrag im Ev. Gemeindehaus Oberwinter informierte über das Land, Tiere und Pflanzen, die Geschichte, Religion - das Grab von Abraham und seiner Frau z.B. ist Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig - und die Situation der Menschen in Ost Jerusalem, West Jordanland und Gaza. Beeindruckend waren kreative friedliche Konfliktlösungsversuche und Bewältigungsstrategien z.B. in Form von Graffiti. Auf den Tischen waren Servietten, kunstvoll zu Friedenstauben gefaltet, und die Teilnehmerinnen durften selbstzubereitetes, leckeres Essen nach Rezepten aus Palästina probieren. Bei den Frauen vom Eine-Welt-Laden in Remagen wurden besonders solche Produkte nachgefragt, mit denen Menschen in Palästina unterstützt werden konnten. Mithilfe von Klavier- und Gitarrenbegleitung konnten die Teilnehmerinnen Lieder einüben und sich in das Verbindende fühlen.

Beim Gottesdienst ermutigten der Psalm 85, eine Zwiesprache mit Gott, und gemeinsames Gebet und die Ermahnung des Paulus an die Gemeinde in Ephesus Eph 4,1-7 „..ertragt einander in Liebe..“ in der aktuellen Situation. Drei christliche palästinensische Frauen erzählten, wie sie trotz Kriege, Gewalt und Vertreibung durch gute Erfahrungen mit Angehörigen anderer Religionen und Ethnien, das Vorbild der Eltern und humanitär aktive Menschen Kraft zu Verständnis, und Geduld fanden, Sozialarbeit zu leisten, zu lieben; wie eine mutige christlichen Journalistin durch ihren Einsatz für Wahrheit und Menschlichkeit, über ihren Tod unter ungeklärtem Umständen hinaus, zum Vorbild und zur Hoffnungsinspiration wird; dass die lutherische Kirche zum ersten Mal eine Frau zur Pastorin ordiniert hat und es Hoffnung auf Veränderung gibt. Diese Erzählungen waren eingebettet in Lieder und Texte, die den Wunsch nach Frieden, Gerechtigkeit, weltweite Einhaltung der Menschenrechte und die Hoffnung darauf ausdrücken. Im „Menschheitsfriedenstraum“ lernen die Teilnehmerinnen den Olivenbaum als klassisches Friedenssymbol kennen.

Der Chor begleitete die Lieder sehr engagiert und gut vorbereitet mit Flügel- und Geigenbegleitung. Das „Vater Unser“ hörten die Teilnehmerinnen auf Aramäisch, der Sprache, welche Jesus gesprochen hatte, bevor die Teilnehmerinnen es gemeinsam in ihrer Sprachen beteten. Es konnten mit 330 Euro Friedensprojekte unterstützt werden.

Am Sonntag, 12. Mai soll es um 11 Uhr noch einen Familiengottesdienst zum WGT aus Palästina in der Evangelischen Kirche Oberwinter geben. BA

Bei einem Gottesdienst wurde der Weltgebetstag begangen. Foto: Frau Hoffmann

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