Richtfest am Nörtershausener Bürgerzentrum
„Durch fleißige Hände, erstanden Dach und die Wände“
„Dem Bürger zum Nutzen, der Gemeinde zum Stolz“: Noch ein Jahr bis zum Ziel
Nörtershausen. „Dem Bürger zum Nutzen, der Gemeinde zum Stolz“ lautet eine Zeile des Richtspruches, den Zimmermann Peter Klippel vom Dach nach unten zu den wartenden Gästen sandte. Stolz sind die Nörtershausener Bürger/innen auf das neue Bürgerzentrum, das nach jahrelangem Engagement der Gemeinde am alten Platz entsteht. Nutzen können sie es aber vorerst noch nicht, es ist noch ein Jahr bis zum Ziel – so der Plan.
Das alte Dorfgemeinschaftshaus entstand im Jahre 1959, war sehr in die Jahre gekommen. Eine Sanierung scheiterte an der alten Bausubstanz und der veralteten Technik, eine Investition von circa 80.000 Euro wäre erforderlich geworden. Eine Arbeitsgruppe führte alle Details zusammen, 2012 erfolgte eine Ausschreibung.
Viele Hürden mussten überwunden werden
Es waren die ersten Hürden, die genommen wurden. Die Finanzierung war die größte Hürde, herrschte doch großes Bedenken, ob diese Riesenaufgabe von der Gemeinde zu schaffen wäre. Mit im Boot war die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, die mit Ortsbürgermeister Paul Kreber zusammen arbeitete. Sie hielt eine Sanierung ebenso für sinnlos und stellte das Ansinnen in der Priorität ganz nach oben. Unterstützung bekam Nörtershausen auch vom Landrat des Kreises Mayen-Koblenz Dr. Alexander Saftig, der 2016 seine Zustimmung signalisierte.
Eine weitere Hürde wurde genommen, denn das Land Rheinland-Pfalz entschied den Antrag auf Fördergelder positiv. So konnte am 25. Juni 2019 der erste Spatenstich stattfinden. Dank der zügigen Arbeit der Handwerker und Firmen, feierte die Gemeinde am 25. Oktober 2019 dann das Richtfest.
„Seht ihr Leute, der Bau ist gerichtet, flott haben wir hier gute Arbeit verrichtet“, traditionelle Worte, die den tatsächlichen Einsatz der Beteiligten widerspiegeln. An diesem Tag war vom frühen Morgen an das Hämmern der Zimmerleute zu hören, die in Windeseile das Dach schlossen. Ein mit Bändern verzierter Nadelbaum schmückte nun den Rohbau. Zimmermann Peter Klippel erklomm gemeinsam mit Ortsbürgermeister Paul Kreber das Dach und bat um göttlichen Segen: „So möge der Herrgott den Bau hier bewahren, vor Sorgen und Nöten und allen Gefahren. Vor Erdbeben, Feuer und Wassernot, vor Kriegsgetümmel mit Mord und Tod, damit man in Zukunft noch sehen kann, was einst hier vollbrachte die fleißige Handwerkerschaft.“ Der Zimmermann wünschte, dass „diese Begegnungsstätte zum Nutz und Dienst der ganzen Gemeinde, immer voller Leben sei“. Und: „Der Geist der Gemeinschaft, hier soll er erblicken!“
„Aufs Wohl dieses Hauses“
Aus Tradition prosteten alle gemeinsam „aufs Wohl dieses Hauses, der Gemeinde zur Ehr“. Das Glas des Zimmermannes zerschellte, und damit bekräftigte er seinen wohlklingenden und gut gemeinten Richtspruch. „Durch fleißige Hände erstanden Dach und die Wände“, deshalb galt der besondere Dank des Ortsbürgermeisters Paul Kreber den Handwerkern, er hielt nur eine kurze Ansprache.
Zunächst dankte er allen Unterstützern, die von Beginn an den Bau des neuen Bürgerzentrums begleiteten und ihm mit Rat und Tat zur Seite standen. Dann richtete er seine Worte an die Handwerker: „Wer will die fleißigen Handwerker sehn, der muss zur Baustelle des Bürgerzentrums Nörtershausen gehn! Mein Dank gilt der Firma ASC Abbruch, die unseren alten Saal so sauber und schnell abgerissen und entsorgt hat. Ebenso der Firma Heimo-Bau, das starke Team rund um den Polier Herr Batz hat geduldig und stets freundlich hier den Rohbau hochgezogen, eine reine Freude zuzusehen. Gewehr bei Fuß stand die Firma Gerüstbau Kauer. Dank auch an die Zimmerei Klippel und Batz, Peter du hast mit deinen Männern in einer Geschwindigkeit diesen Dachstuhl erstellt, dass man kaum ein Baufortschrittsfoto machen konnte, klasse! Ich danke der Firma Hoffmann, zuständig für die Dacheindeckung. Ihr alle wart klasse und habt unseren Dank und einen riesigen Beifall verdient! So darf es weitergehen. Nun lasst uns ein wenig feiern!“ Bei Siedewurst mit Brötchen und diversen Kaltgetränken nutzten die Gäste die Gelegenheit zur Erkundung und zum Meinungsaustausch. Nun ist noch Geduld angesagt, bis die ersten Feste gefeiert werden können. EP
Zimmermann Peter Klipper sandte gemeinsam mit Ortsbürgermeister Paul Kreber traditionelle Worte vom Dach des Bürgerzentrums.
Noch lässt das Ambiente für eine Mahlzeit zu wünschen übrig, doch in einem Jahr sieht es besser aus.
