Allgemeine Berichte | 28.06.2019

Land erteilt Betriebserlaubnis zwischen Engers und Bendorf Sayn

„Durchbruch für die Brexbachtalbahn“

Bis auf der Strecke wieder die Züge wie die BR 95 fahren, wird es noch etwas dauern. Foto: privat

Bendorf. Erneut hat das Mainzer Verkehrsministerium für einen weiteren Abschnitt der Brexbachtalbahn eine Betriebsgenehmigung erteilt: Künftig dürfen auch wieder zwischen Engers und Bendorf-Sayn die Züge rollen. „Die größte Hürde ist damit aus dem Weg geräumt, freie Fahrt für die Brexbachtalbahn“, freut sich Jörg Seyffert, Geschäftsführer der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH aus Linz am Rhein, der die Genehmigungen erwirkt hat. Bis die ersten Züge fahren, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen, denn erst jetzt können und dürfen die nötigen Baumaßnahmen auf den Weg gebracht werden.

Bereits seit 2007 laufen die zähen Bemühungen, diese landschaftlich bundesweit einmalige Strecke zu reaktivieren. Ein politischer Konsens konnte nicht erzielt werden, obwohl das Mainzer Verkehrsministerium eine Kostenübernahme von 85 Prozent über eine Förderrichtlinie in Aussicht gestellt hatte. „War der eine dafür, schon war der nächste dagegen, oder umgekehrt“, beschreibt Seyffert die politische Situation, bis seine Geduld am Ende war. Was politisch nicht möglich war, ist nun privat umgesetzt worden.

Nach Vorlage der Anträge im Dezember 2017 hatte das Ministerium diese zunächst nicht weiter bearbeitet. Daraufhin verklagte Seyffert das Mainzer Verkehrsministerium wegen Untätigkeit. Nach der Verhandlung am Koblenzer Verwaltungsgericht im vergangenen November, die mit einem Vergleich endete, kam Bewegung in die Sache und das Ministerium erteilte für die ersten zwei Streckenabschnitte im März die begehrte Betriebsgenehmigung. Nun legte das Ministerium nach und erteilte auch für den Abschnitt zwischen Engers und Bendorf Sayn eine Genehmigung. Diese ist für den Betreiber wesentlich, sichert sie doch den Anschluss in Engers an die Rheinschiene ab, an deren Umsetzung bereits die beauftragten Planungsbüros zusammen mit der DB arbeiten.

Schwierig werden dürfte es jetzt für die Stadt Bendorf, hatte sie doch vor Jahren einen Verkehrskreisel mitten über die Gleistrasse in Bendorf gebaut mit der Verpflichtung, diesen im Falle einer Streckenreaktivierung wieder zurück zu bauen. Das Eisenbahn-Kreuzungsgesetz schreibt für einen solchen Fall den Bau einer Über- oder Unterführung vor. Ein Projekt, das in die Millionen gehen dürfte und zu deren Kostentragung sich die Stadt Bendorf seinerzeit verpflichtet hatte. Eine wesentlich günstigere Ausnahmeregelung mit Schranken sei zwar theoretisch denkbar, „die sehe ich aber derzeit nicht“, erklärt Seyffert. „Die Stadt Bendorf hatte jetzt viele Jahre Zeit, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen und ich gehe davon aus, dass dieses auch geschehen ist“. Das Thema sei nicht neu und komme deshalb auch nicht überraschend. Schließlich helfe es der Stadt Bendorf wenig, wenn ihr Bürgermeister seit Jahren die Realität ignoriere und nun von dieser überholt wird, führt Seyffert ins Feld und findet deutliche Worte: „Jeder Hobbyjurist ist in seiner Bewertung längst weiter als Bürgermeister Kessler. Der Stadtchef muss selber wissen, ob er künftig weiter die Konfrontation mit unserer „Minibahn“ suchen oder sich einer sinnvollen Kooperation zuwenden möchte. Das dürfte für die Bendorfer besser sein, als irgendwann vor einem gesperrten Verkehrskreisel zu stehen“.

Auch Adi Bongartz, Vorsitzender des Vereins Brexbachtalbahn e.V., freut sich über den „Durchbruch“ zur Reaktivierung der Strecke, an der sein Verein seit Jahren arbeitet. „Herr Kessler kann so viele Stadtratsbeschlüsse fassen lassen wie er möchte. Mittlerweile dürfte aber auch der Letzte gemerkt haben, dass dieses ohne Relevanz für die Reaktivierung der Brex ist und die Probleme der Stadt nur verstärkt.“

Ulf Wobser, der zweite Vorsitzende des Vereins, ergänzt: „Gegenwärtig erscheint mir der Bürgermeister der einzige zu sein, der seiner vielzitierten Stadtentwicklung selbst im Wege steht. Die Stadt mit ihrer Vielzahl an touristischen Attraktionen braucht dringend die Brex als verkehrliche Anbindung, um nicht von anderen Regionen abgehängt zu werden.“

Eine solche Entwicklung würde auch die Stadt Neuwied sehr begrüßen, die sogar finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Auch für den Stadtteil Engers wäre die Brex ein „großes Glück“, um die touristische Entwicklung der Region voran zu bringen. Von dort wird deshalb auch die Wiederherstellung der Weichenanbindung in Engers unterstützt.

Kürzlich erst hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einer Auflistung der bundesweit vordringlich zu reaktivierenden Strecken die Brexbachtalbahn von Engers nach Siershahn genannt. Diese Forderung an die Politik scheint nun mit der erteilten Betriebsgenehmigung durch das Land Rheinland-Pfalz Realität zu werden.

Pressemitteilung

Brexbachtalbahn e. V.

Bis auf der Strecke wieder die Züge wie die BR 95 fahren, wird es noch etwas dauern. Foto: privat

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