Allgemeine Berichte | 27.05.2025

EIN-Spruch: Rechtzeitig aufhören

Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweiler.  Foto: privat

Wie schön, dass es abends jetzt so lange hell ist. Ich nehme mir immer wieder vor, mich nochmal in den Garten zu setzen, ohne Handy, ohne Laptop und To-Do-Liste. Es gelingt nicht so oft. Wenn ich abends nach Hause komme, - und das ist ja manches Mal nach 22:00 Uhr, - dann gehe ich meist nochmal die Aufgaben des Tages durch, und schaue, was ich geschafft habe. Ich bin froh, dass ich manche Punkte von der Liste löschen kann. Dafür sind aber auch neue Aufgaben, Mails, Anfragen, Entscheidungen etc. dazu gekommen. „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, - nach dieser Weisheit, die ich schon früh gelernt habe, bin ich lange Zeit abends nochmal meine Mails durchgegangen: dann ist das morgen schon mal geschafft. – Ich mache das nicht mehr! Klar würde ich noch was weg schaffen, meine Antworten kämen sehr zeitnah. Aber meine Gedanken kommen dann noch schlechter zur Ruhe. Es gibt neue Themen, und auch mal Ärger. Und das alles mit ins Bett nehmen, kann bedeuten: Gedanken-Karussell, unruhige Nacht, um 4:00 Uhr wach werden und nicht mehr einschlafen… Das kann ich nicht mehr brauchen.

Im Garten sitzen und lauschen, - auf die Geräusche außen, wie den späten Vogel, die vorbei fahrenden Autos, den fernen Fernseher, - und auf die Geräusche innen, - wie die Begegnungen und Gespräche des Tages, die Stimmungen, die noch nachklingen, die Bilder, die noch auftauchen, - das hilft mir. Ich schreibe seit einiger Zeit immer etwas davon auf: wofür ich dankbar bin. Und was/wer mich besonders berührt hat. Das ist anders als die erledigten Aufgaben abhaken. Das ist Muse und Nachklingen lassen. Freude am Leben, an den Möglichkeiten, die mir geschenkt sind. Dankbarkeit wird mir wichtiger. Und das Ablegen des Tages in die Hände Gottes. Das entlastet.

In der dunkleren Jahreshälfte gehört die Kuscheldecke dazu auf dem Sofa. Jetzt, wo es wärmer ist, die frische Luft, das letzte Licht am Himmel, der laue Abend. Rechtzeitig aufhören. Damit die Kraft da ist, für den nächsten Tag. Der hat ja genug eigene Plage.

Die wöchentliche Kolumne Ein-Spruch ist ein Beitrag der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler für BLICK aktuell.

Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweiler. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
Anzeige Uhren Vintage
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Zukunft trifft Tradition KW 18
Door To Door Anzeige
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Nachruf Karl-Heinz Knops
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
67

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
574

Boppard/Emmelshausen. Auf der A61 zwischen Emmelshausen und Boppard befinden sich zwei Hunde auf der Fahrbahn. Dies meldet der ADAC. Verkehrsteilnehmende in beiden Fahrtrichtungen sollten also vorsichtig fahren. BA

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Berufskraftfahrer gesucht
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Arbeiten bei van roje
Titel
Anzeige KW 18