Allgemeine Berichte | 04.05.2026, 08:30 Uhr

EIN-Spruch: Pflegen und Bewahren

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
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Nur wenigen ist bewusst, dass am 6. Mai der Tag der Pflege(berufe) begangen wird. Wie bedeutsam die Pflege ist, wird uns angesichts des Mangels derselben immer wieder bewusst. Viele Familien sehen sich sehr herausgefordert, angesichts ihrer alternden und schwer kranken Familienangehörigen, für eine angemessene Pflege zu sorgen.

Die Pflege jedoch nur auf den funktionalen Aspekt des gesundheitlichen Umsorgens darauf angewiesener Menschen zu reduzieren, greift meines Erachtens zu kurz. Pflege gründet eigentlich in einer Haltung der Aufmerksamkeit und des Respekts vor dem anderen, in der sich ein Mensch seiner Verantwortung stellt, die mehr umfasst als nur rein um das eigene Wohlergehen besorgt zu sein.

So gesehen bleibt Pflege nicht fixiert auf jene Bereiche, in denen sich ein anderer nicht mehr selbst zu helfen vermag; sie ist mehr als nur benötigte Hilfe, sondern zuerst und wesentlich ein Akt menschlicher Zuwendung, der letztlich Auskunft über die soziale Bindungsfähigkeit einer Gesellschaft gibt.

So böte der 6. Mai daher auch die Möglichkeit, nicht nur jenen zu danken, die zuverlässig und hingebungsvoll ihren Pflegedienst in Heimen, Krankenhäusern, Hospizen oder daheim erfüllen, sondern auch die eigene Haltung diesbezüglich in den Blick zu nehmen.

Im Kontext der biblischen Schöpfungserzählungen wird uns berichtet, dass dem Menschen von Gott die Schöpfung zur Pflege (Bebauen) und zur Bewahrung anvertraut wurde (vgl. Gen 2,15). Sicherlich ist nicht jeder und jede für jegliche Art von Pflege gleichermaßen begabt, aber es gibt viele Pflege-Einsatzfelder, in denen ein jeglicher Mensch angefragt bleibt wie die Natur und der je eigene Umgang mit Müll, mit der Art des Reisens und der selten hinterfragten täglichen Lebensgewohnheiten. Ein weiteres Feld betrifft die Pflege unserer sozialen Beziehungen zu anderen, gerade angesichts der Verknappung von Zeit, einer zunehmenden Digitalisierung von Lebens- und Kommunikationsvollzügen und der damit einhergehenden Verkümmerung von Mensch zu Mensch Begegnungen. Und schließlich berührt das Thema Pflege auch die Fähigkeit, einen eigenen Beitrag zum Gelingen gemeinschaftlichen Lebens vor Ort zu leisten wie dies im ehrenamtlichen Engagement für andere der Fall sein kann.

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.

Dies ist ein Beitrag der katholischen Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto:privat

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