Die traditionelle Weinprobe der Razejunge eröffnete das Lehmer Weinfest
Edle Tropfen, feine Speisen und der Klimawandel
Feierliche Ernennung des neuen Ehrenrazejunge auf dem Castorplatz
Lehmen. Es war die zwölfte Weinprobe, ausgerichtet von den Razejunge und der Auftakt zum Lehmer Weinfest. Sehr passend zum Wetter, stand sie in diesem Jahr unter dem Motto „Moselweine im Klimawandel“. Die Moderation zu diesem Thema hatten Julia und Josef Weckbecker aus Moselkern übernommen. Vater und Tochter informierten detailliert und humorvoll über die kredenzten Weine und berichteten Interessantes rund um den Weinbau in der sich veränderten Weinregion an der Mosel. Die Gäste in der Lehmer Sporthalle genossen acht Weine und einen Winzersekt, dazu wurden sie mit einem leckeren Imbiss verwöhnt.
30 Weinmajestäten konnten begrüßt werden
Dieter Möhring, 2. Vorsitzender und Umweltberater der Razejunge, begrüßte die Gäste, unter ihnen 30 Weinmajestäten aus der Region, die Moselweinkönigin Laura Gebhardt, sowie die Lehmer Weinkönigin Nina I. mit ihrer Prinzessin Katharina. Ein besonderer Gast dieses Tages war der Vorstandsvorsitzende der KSK Mayen Karl-Josef Esch, denn dieser ist der neue Ehrenrazejung 2019, der später am Abend auf dem Castorplatz seine offizielle Ernennung erfuhr.
Karl-Josef Esch ist der Initiator des jährlichen Wettbewerbes „Sparkassen-Riesling“. Bei dieser erfolgreichen Veranstaltung wird ein Riesling aus dem ehemaligen Einzugsgebiet der KSK Mayen zum Sieger gekürt. Der Wettbewerb dient dazu, die Qualitätsweine der Mosel bekannt zu machen und den Tourismus zu fördern. Der Ehrenrazejung engagiert sich seit Jahren für Projekte der Razejunge, wobei ihm besonders deren Kinder- und Jugendarbeit am Herzen liegt.
Wein von der Insel Sylt
Nach dem Rieslingsekt als Begrüßungstrunk, stand den Gästen eine Überraschung bevor, die den Klimawandel deutlich machte und ein Ergebnis der globalen Erwärmung ist: sie probierten eine neue Rebsorte, einen 2018er Solaris aus dem nördlichsten Weinberg Deutschlands. Der Schleswig-Holsteiner Landwein vom Weingut Lehmann Klein Quendler kommt von der Insel Sylt! Julia und Josef Weckbecker kommentierten und erklärten den Sachverhalt. Der Weinbau wandelt sich, mittlerweile probieren nördlich gelegene Länder wie die Niederlande, England und Schweden Wein anzubauen. Die Anbaugrenze wandert immer weiter nördlich, bei fortsteigender globaler Erwärmung bis zum Jahr 2050 400 bis 500 Kilometer nordwärts, ebenso immer höher. So wäre es dann beispielsweise auch in Münstermaifeld möglich Wein anzubauen. Durch den Klimawandel werden die Trauben früher reif und damit auch früher gelesen. Gleichzeitig schafft er einen größeren Spielraum für die Erreichung bestimmter Qualitätsstufen. Es wird immer mehr geeignete Weinanbaugebiete geben. Problematisch sind die immer weniger werdenden Niederschläge, weil wichtig für die Reben, sie stellen für diese einen großen Stressfaktor dar. Denn die Nährstoffe im Boden können nur mit Wasser gelöst genutzt werden. Ohne Bewässerung geht es zum Teil heute schon nicht mehr, diese schlagen mit hohen Kosten zu Buche.
Auch das häufigere Auftreten von Schädlingen ist ein Thema. Positiv ist die durch den Klimawandel bedingte zukünftige größere Sortenauswahl. „Das leicht säuerliche Möselchen aus den 80ern hat der Klimawandel uns genommen“, bedauerte Josef Weckbecker schmunzelnd. In einem Frage- und Antwort Dialog „Papa sag mal“, ließen Vater und Tochter die Gäste an den Veränderungen im Weinbau teilhaben. Um dem Klimawandel entgegenzutreten, gehen beide ihren eigenen Weg im Weinbau. Für den Ehrenrazejung Karl-Josef Esch, der beruflich mit Geldbeuteln zu tun hat, hatte Josef Weckbecker einen Trinkspruch parat: „Guter Wein verdirbt den Beutel, schlechter Wein den Magen. Besser aber ist es den Beutel, anstatt den Magen zu plagen!“ Keine Plage für den Magen waren die ausgesuchten Weine, die vom Rhein und der Mosel stammten. Auch die zwölfte Weinprobe der Lehmer Razejunge, unter der Leitung des 1. Vorsitzenden und Oberrazejung Ralf Menden, war ein voller Erfolg. Genuss und Wissenswertes gaben sich die Hand, vereinten sich und bescherten den Gästen drei interessante, abwechslungsreiche Stunden.
Offizielle Eröffnung des Weinfestes
Im Anschluss daran fand die offizielle Eröffnung des Weinfestes auf dem Lehmer Castorplatz am Glockenturm statt. Dort erhielt Karl-Josef Esch von seinem Vorgänger Rudi Zenz die Ehrenkette und wurde offiziell ein Ehrenrazejung. Mit der musikalischen Unterhaltung von „Tuesday’s Gone“ feierten die Lehmer den ersten Abend des Weinfestes.
Eine heilige Messe am Glockenturm läutete den Beginn des Festsonntages ein, auf die ein Frühschoppen und deftiger Winzerschmaus folgte. Während die Tanzgruppen des TSV ihre aktuellen Tänze präsentierten, genossen die Gäste Kaffee, Kuchen und die Musik von „Double Vision“. In fröhlicher Runde erlebten sie beim Weinfest gesellige Stunden, denn „Wein fördert Sympathie und Nachsicht mit den Nachbarn“. EP
Schon zum zwölften Mal veranstalteten die Lehmer Razejunge zum Auftakt des Weinfestes ihre traditionelle Weinprobe.
30 Weinmajestäten aus benachbarten Regionen genossen die Weinprobe in der Lehmer Sporthalle.
