Allgemeine Berichte | 10.02.2017

Zehn Jahre „First Responder Gruppe“ Bendorf

Ehrenamtliche Lebensretter

Tod von Gründungsmitglied Henry Kantz hinterlässt große Lücke - 170 Einsätze im Jahr 2016

First Responder Team Bendorf DRK: (Von links) Kurt Schneider, Stefan Müller, Henry Kantz, Hubert Steinbach. PS

Bendorf. Die Idee zum Aufbau einer First Responder Gruppe in Bendorf wurde am 16. September 2006 geboren. Michael Kantz hatte in einer Zeitung einen Bericht über das Thema „First Responder“ gelesen. Angetan von dieser Idee nahm er Kontakt mit Kurt Schneider, dem Bereitschaftsleiter des DRK Ortsverein Bendorf, auf, stellte ihm die Idee vor und fand einen Unterstützer in ihm. Am 1. Februar 2007 war es dann so weit. Michael Kantz, Henry Kantz und Ingo Hahn, alle aus Bendorf-Mülhofen, gründeten die First Responder Gruppe Bendorf. Einsätze wurden zuerst noch mit dem Privat-Pkw gefahren und das verwendete Material stammte aus Privatbesitz. Die Gruppe ging damals davon aus, etwa 20 Einsätze im Jahr zu fahren, heute sind es tatsächlich 170.

Im Oktober 2007 trat Tamara Kantz der Gruppe bei. Der 18. Januar 2008 war ein freudiger Tag für die noch junge Gruppe der Ersthelfer vor Ort. Bendorfer Unternehmen stellten der Einsatzgruppe ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung, einen Ford Fiesta mit Blaulicht und Sondersignal. Mit großer Dankbarkeit wird das Fahrzeug gepflegt, sodass es auch heute noch bei Einsatzfahrten im Bereich von Bendorf genutzt wird. Die Mannschaft der First Responder in Bendorf wuchs langsam aber beständig. Ab Oktober 2008 wurde die Gruppe von Manuel Raich unterstützt, 2009 kamen Benny Steinbach und Max Bolsinger und 2010 Hubert Steinbach dazu.

Im Januar 2011 konnte der First Responder Pkw mit einem gesponserten Defibrillator mit EKG-Funktion bestückt werden. 2015 kamen Christian Günter und Kevin Steinmetz als neue Mitglieder hinzu. Für die schnellere Unterstützung im Stadtteil Stromberg konnte Stefan Müller aus Stromberg gewonnen werden. Durch die Verlagerung des Wohnortes schieden Manuel Raich, Benny Steinbach und Max Bolsinger aus der Gruppe aus. Besonders schmerzlich ist der Tod des Gründungsmitgliedes Henry Kantz im Januar dieses Jahres.

Was sind First Responder?

Aktuell gehören zur First Responder Gruppe Bendorf: Tamara und Michael Kantz, Ingo Hahn, Hubert Steinbach, Kevin Steinmetz, Christian Günter und für Stromberg Stefan Müller. Mindestvoraussetzung zur Teilnahme ist die Ausbildung zum Sanitäter mit Fortbildung zum First Responder, aber in Bendorf gehören auch Rettungssanitäter, ein Rettungsassistent und eine Notfallsanitäterin dazu. Bisher ist es gelungen, an 365 Tagen im Jahr über 24 Stunden eine Bereitschaft aufrechtzuerhalten.

First Responder sind keine Alternative zum regulären Rettungsdienst, sondern sind die Erstversorger vor Ort, bis der Rettungswagen oder der Krankenwagen eintrifft: „Unsere First Responder stehen in ihrer Freizeit für die Bewohner der Stadt Bendorf in Bereitschaft und verrichten ihren Dienst ehrenamtlich. Sie bekommen kein Geld für ihre Arbeit, öfter Lob und manchmal aber auch Unverständnis, weil das Parken des Einsatzfahrzeuges moniert wird.“

Gingen die Beteiligten bei der Gründung 2007 von rund 20 Einsätzen pro Jahr aus, so wurde diese Prognose bereits im ersten Jahr mit insgesamt 27 Einsätzen übertroffen. Von da an stieg die Zahl der Einsätze von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2012 wurde mit 132 Einsätzen die Hundertermarke erstmalig durchbrochen und 2016 verbuchte die Gruppe 170 Einsätze bei Notfällen. Insgesamt seit der Gründung wurden die First Responder Bendorf in den zehn Jahren zu 1065 Hilfeleistungen gerufen. Schwerpunkte der Einsätze sind Atemnot, Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfälle im Haus und im Straßenverkehr, Bewusstlosigkeit und Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Da der DRK Ortsverein Bendorf für die First Responder kaum finanzielle Unterstützung vom DRK bekommt, ist er auf kleine und große Spenden angewiesen. Firmen und auch Privatpersonen sind es, die es mit ihrer Unterstützung ermöglichen, dass es in Bendorf einen First Responder-Dienst geben kann. Spenden werde ausschließlich für das Einsatzfahrzeug (Benzin, Inspektionen, Reifen) oder für Einsatzmaterial ausgegeben. So konnte mit den letzten Spenden ein Gaswarngerät angeschafft werden, um das Leben der Helfer zu schützen.

Blick in die Zukunft

Durch den Tod von Henry Kantz ist eine große Lücke bei den First Respondern in Bendorf entstanden. Die Folge ist, dass eine 24-stündige Bereitschaft nicht mehr an allen Tagen gegeben ist. Der DRK Ortsverein Bendorf würde sich sehr freuen, wenn sich Bendorfer Mitbürger gerne auch mit Tagesfreizeit für ein Mitwirken als First Responder bereit erklären würden. Die Ausbildung zum Sanitäter ist für die Interessenten nicht mit Kosten verbunden. Interessenten melden sich bitten bei Hubert Steinbach, Tel. 0 17 73 88 11 36. PS

First Responder Team Bendorf DRK: (Von links) Kurt Schneider, Stefan Müller, Henry Kantz, Hubert Steinbach. Foto: PS Foto: Anwender

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